Pfalz Pfalzwerke kämpfen mit sinkenden Gewinnen

Die denkmalgeschützte Fassade der Pfalzwerke-Hauptverwaltung in Ludwigshafen. 2021 soll der Umzug in einen angemieteten, sechsst
Die denkmalgeschützte Fassade der Pfalzwerke-Hauptverwaltung in Ludwigshafen. 2021 soll der Umzug in einen angemieteten, sechsstöckigen Neubau in der Innenstadt erfolgen.

Noch nie hatte die Ludwigshafener Pfalzwerke AG mehr Kunden. Dennoch kämpft das Unternehmen mit sinkenden Gewinnen, und das bleibt wohl auch in Zukunft so. Die Grundversorgungspreise steigen 2019 aber nicht.

Halbe Million Kunden



500.000 Kunden haben die Pfalzwerke erstmals – 170.000 und damit über die Hälfte mehr als in Monopolzeiten vor rund 20 Jahren (330.000). Ebenfalls noch nie zuvor war das Produktangebot des größten Pfälzer Energieversorgers so umfangreich wie derzeit. Auch die Aktivitäten nehmen zu: Die Pfalzwerke sind unter anderem Tankstellenbetreiber für E-Autos und -Räder, sie erschließen Bauland, in Kooperation mit der Sparkasse Vorderpfalz sind sie Immobiliensanierer, sie bauen Solar- und Windkraftanlagen, inzwischen sind sie als Ökostromanlagen-Planer und -Bauer nicht nur in Deutschland, sondern auch in den Niederlanden, den USA und auf Mallorca aktiv. Sie erweitern und ertüchtigen ihr Stromnetz, an dem inzwischen Ökostromerzeugungsanlagen von zusammen der Größe eines Atommeilers hängen, sie betreiben ein Hochleistungs-Rechenzentrum sowie ein Glasfasernetz und liefern Wärme. Dazu erproben sie neue Datenaustauschsysteme, etwa mit einer App mit Wetterdaten für Winzer, und pflegen eine Veranstaltungs-App für jedermann. Und selbstverständlich verkaufen sie Strom und online auch Gas. Die Aufzählung könnte weitergehen, aber am Ende steht: weniger Gewinn. Trotz geringerer Kunden-Wechselquoten als im deutschen Durchschnitt, trotz positiven Saldos zwischen abwandernden und zuwandernden Kunden. Und trotz der inzwischen 142.000 (Vorjahr: 125.500) Online-Kunden, deren Zuwachs auch auf die von Strom auf Gas ausgeweitete Vertriebskooperation mit Aldi zurückzuführen ist.

Kraftwerksstillstand lässt Überschuss schrumpfen



Eine der Ursachen dafür, dass die Pfalzwerke 2018 weniger verdienten als im Vorjahr, ist der ungeplante Stillstand des Geothermiekraftwerks in Insheim. Auf 10 Millionen Euro summierten sich laut Pfalzwerke-Vorstand Werner Hitschler die Kosten deswegen. Zudem sank der Gewinnbeitrag aus der Netz AG, der sich – nach einem außergewöhnlichen Vorjahr – 2018 wieder auf Normalniveau eingependelt habe, erläuterte Hitschlers Vorstandskollege René Chassain am Dienstag im Anschluss an die Hauptversammlung. Ein weiterer Grund seien hohe Nachzahlungen für Pensionsverpflichtungen – ein Problem, das in Zukunft weniger stark ins Gewicht fallen werde. Der Überschuss schrumpfte im Konzern mit 40 (Vorjahr: 38) dazugehörigen Gesellschaften und 1199 (1168) Mitarbeitern um gut 70 Prozent auf 10,7 (Vorjahr: 35,5) Millionen Euro. „Wir sind in der Talsohle angekommen“, sagte Chassain. Die Dividende je Aktie soll auf 6,60 (Vorjahr: 7) Euro sinken.

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