Neustadt RHEINPFALZ Plus Artikel Pfälzische Weinkönigin: Dieses Jahr nur zwei Bewerberinnen

Anna Antonia Cölsch und Susanna Singer (v.l.n.r.) haben sich um das Amt als Pfälzische Weinhoheit beworben.
Anna Antonia Cölsch und Susanna Singer (v.l.n.r.) haben sich um das Amt als Pfälzische Weinhoheit beworben.

Die Kandidatinnen für die Wahl zur neuen Pfälzischen Weinhoheit stehen fest. Das Besondere: In diesem Jahr treten nur zwei statt drei Bewerberinnen an.

Am 2. Oktober wird im Neustadter Saalbau die 87. Pfälzische Weinhoheit gewählt und damit entschieden, wer die Nachfolge der derzeit amtierenden Weinkönigin Denise Stripf aus Bad Dürkheim antritt. Zur Wahl stehen in diesem Jahr Susanna Singer aus Edenkoben (Kreis Südliche Weinstraße) und Anna Antonia Cölsch aus Deidesheim (Kreis Bad Dürkheim).

Anna Antonia Cölsch ist 20 Jahre alt, aktuell noch Weinprinzessin der Verbandsgemeinde Deidesheim und studiert Internationale Weinwirtschaft an der Hochschule Geisenheim. Die 32-jährige Susanna Singer ist ausgebildete Rettungssanitäterin, hat Soziale Arbeit studiert und ist seit ihrem Abschluss bei der Stadtverwaltung Landau angestellt. Sie ist noch bis Ende September Weinprinzessin der Südlichen Weinstraße, bevor sie im Oktober bei der Wahl zur Pfälzischen Weinhoheit antritt.

Aus dem Trio wird ein Duo

Das Besondere in diesem Jahr: Die beiden Kandidatinnen ziehen ohne Vorentscheid quasi direkt ins Finale im Saalbau ein, wo dann entschieden wird, wer Weinkönigin und wer Weinprinzessin sein wird. In den Jahren zuvor war das Team Pfalz, das für ein Jahr die Pfalz als Weinregion vertreten wird, hingegen ein Trio. Warum aus dem Trio in diesem Jahr ein Duo werden wird, ist leicht erklärt: Es haben sich nicht mehr Menschen um das Amt beworben, wie die Pfalzwein mitteilt.

Der Verein richtet als Gebietsweinwerbung die Wahl zur Pfälzischen Weinhoheit aus und hat im vergangenen Jahr für Aufruhr gesorgt. Der Grund dafür waren die Pläne, mit der Öffnung der Wahl für Männer auch den Titel zu ändern und die Kronen gegen Anstecknadeln zu tauschen. Die Idee sorgte für viel Gegenwind, weshalb sie letztlich wieder verworfen wurde.

Verunsicherung unter den Ortshoheiten

Einen Zusammenhang zwischen den Diskussionen aus dem vergangenen Jahr und der niedrigen Bewerberanzahl sieht Pfalzwein-Geschäftsführer Joseph Greilinger jedoch nicht. Während eines Seminars, auf dem er den aktuellen Jahrgang an Ortshoheiten kennengelernt habe, sei über vieles offen gesprochen worden und der Trubel aus 2024 sei da kein Thema gewesen.

Gegenüber der amtierenden Pfälzischen Weinhoheit Manuel Reuther, dem ersten Mann in diesem Amt, hätten hingegen schon einige Interessierte ihre Bedenken wegen des holprigen Starts des Trios im vergangenen Jahr geäußert. „Viele waren verunsichert, weil sie nicht in dieselbe Situation kommen wollten“, sagt Reuther. Die Pfalzwein habe zwar klar kommuniziert, dass sich das Konzept nicht ändern werde, dennoch wisse Reuther, „dass sich ein paar nicht beworben haben, weil ihnen das nicht gereicht hat als sichere Aussage.“

Wieder mehr Bewerbungen im nächsten Jahr?

Die Kandidatin Anna Antonia Cölsch habe die Diskussion im vergangenen Jahr laut eigener Aussage nicht so sehr beschäftigt, sie glaube aber schon, dass andere Interessierte deshalb abgeschreckt gewesen seien. „Ich habe mich eher gefragt, ob ich das Amt und mein Studium unter einen Hut kriege und ob ich nicht vielleicht zu jung für das Amt bin“, sagt Cölsch.

Das nennt auch die amtierende Pfälzische Weinkönigin Denise Stripf mitunter als Gründe für die geringe Resonanz. Sie habe mitbekommen, dass es bei vielen zeitlich nicht passe, weil sie anfangen zu studieren oder ihre Amtszeiten als Ortshoheiten noch nicht vorbei sind. Diese gehen in vielen Ortschaften der Pfalz zwei bis drei Jahre und in diesem Jahr gebe es viele, die erst frisch eingestiegen sind. Zudem seien die Prinzessinnen teilweise noch sehr jung und wollten sich noch Zeit lassen, bevor sie sich bewerben und dieser Herausforderung stellen. Stripf geht davon aus, dass die Bewerbungen in den Folgejahren wieder steigen.

„Ein Ausreißer nach unten“

So sehen sowohl Greilinger als auch Pfalzwein-Vorsitzender Boris Kranz demnach vorerst keinen Grund zur Sorge um die Zukunft des Amtes. Auch in den Vorjahren seien immer mal wieder Jahrgänge dabei gewesen, in denen es nur zwei oder drei Bewerberinnen gegeben habe. Das berühmteste Beispiel ist wohl Janina Huber, die damals noch unter dem Namen Janina Huhn 2013/14 Pfälzische Weinkönigin und ein Jahr darauf Deutsche Weinkönigin wurde. Gegen sie stand damals ebenfalls nur eine weitere Kandidatin zur Wahl.

„Dieses Jahr ist jetzt mal ein Ausreißer nach unten, aber wir sehen da keine Tendenz. Es hat einfach für viele dieses Jahr beruflich oder privat nicht gepasst“, sagt Greilinger.

Wahlabend bleibt unverändert

Einer dieser Kandidaten ist beispielsweise Rani Kurajouli. Er ist noch bis September die amtierende Dürkheimer Weinhoheit, hat sich in diesem Jahr aber gegen eine Bewerbung für die Wahl zur Pfälzischen Weinhoheit entschieden, weil er demnächst ein Studium beginnt.„Es hat für mich einfach gerade nicht gepasst, aber vielleicht kommt das ja noch, wer weiß“, sagt er.

Für die diesjährige Wahl wird es bei den beiden Kandidatinnen Singer und Cölsch bleiben. An der Gestaltung des Wahlabends wird das laut Greilinger nichts ändern. Es wird, wie in den Vorjahren, eine Blindverkostung und eine öffentliche Fachbefragung vor dem Publikum geben. Die amtierende Weinkönigin Denise Stripf, die Weinprinzessin Lara Karr und die Weinhoheit Manuel Reuther werden die Veranstaltung begleiten, die von der ehemaligen Deutschen Weinkönigin Janina Huber moderiert wird.

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