Touren-Tipp Krieg- und Frieden-Tour: Radeln zum Lost Place
Zwischen verfallenen Bunkern, rostenden Zäunen und mit Graffiti bedeckten Mauern wirkt die Zeit wie eingefroren. Über 200 Gebäude umfasste das rund 680 Hektar große Gelände der Area One zwischen Fischbach (Dahn) und Ludwigswinkel einst. Ob hier in der Zeit des Kalten Krieges Atomwaffen lagerten? Heute ist das Gelände in erster Linie ein beliebtes Fotomotiv und gilt als „Lost Place“, ein verlassener und vergessener Ort. Jedoch ist die Area One gar nicht so verlassen, wie es zunächst scheinen mag. Sie wird von einem Verein betreut und bewusst der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Ein Rundweg ist mit Infotafeln gespickt, die die Geschichte erzählen. Die Area One liegt auf der mit 17 Kilometern recht kurzen und einfachen Radtour mit dem Namen „Krieg und Frieden“, in die man beispielsweise in Ludwigswinkel gut einsteigen kann.
Wo früher Soldaten patrouillierten, rollen nun Fahrräder
Von der Ortsmitte aus geht es an der Lutherkirche vorbei in Richtung Sägmühlweiher. An dessen Ufer radelt es sich entspannt durch den Wald. Das erste Ziel der Radtour, die Area One, ist gut ausgeschildert, an einer einheitlichen Markierung der „Krieg- und Frieden-Tour“ mangelt es jedoch. Nach ein paar Kurven auf einem befestigten Radweg durch die Ruhe des Waldes ist das Gelände der Area One bereits erreicht. Fast schon surreal liegen Ruinen verstreut, vom alles überragenden Wachturm geprägt. Es lohnt sich, das Fahrrad abzustellen und dem Rundweg an Infotafeln vorbei zu folgen.
Lost Place: Betreten erwünscht
Das einst hermetisch abgeschottete Sperrgebiet aus der Zeit des Kalten Krieges ist heute für Besucherinnen und Besucher zugänglich. Einige Gebäude können betreten werden und sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre auf der Radtour. Wer hier unterwegs ist, spürt die Spannung zwischen dem Verfall der Technik und der Rückeroberung durch die Natur. Die Tour führt nun hinaus in eine zunehmend idyllische Landschaft. Breite Forstwege schlängeln sich durch den Pfälzerwald, das Auge schweift über weitläufige Wiesenflächen.
Die Route streift Petersbächel und Fischbach, in beiden Dörfern ist ein alternativer Einstieg gut möglich. Man radelt zwar überwiegend durch die Natur, dann und wann wird allerdings auch mal auf weniger schönen Streckenabschnitten ein Gewerbegebiet durchfahren. Alle Hinweise zum nahe gelegenen Biosphärenhaus samt Baumwipfelpfad bitte ignorieren, sie sind geschlossen. Wer seine Badesachen in die Satteltaschen gepackt hat, findet außer im Sägmühlweiher zu Beginn der Tour auch im Saarbacher Hammer und im Schöntalweiher gegen Ende der Runde die Möglichkeit, sich abzukühlen.
Letzterer wird auf der Radtour umrundet. Ein Schlenker, den man gut und gerne einsparen kann, indem man nach dem Streckenabschnitt entlang der L478 vor dem See das kleine Sträßchen „Kaiserhüttenfeld“ nutzt. So radelt es sich leichtfüßig zurück nach Ludwigswinkel, so fern man sich nicht dafür entscheidet, die Radtour zu verlängern. Unter anderem die Freundschafts-Tour (28 km), die Biosphären-Tour (35 km) oder die Friedenstour (50 km) bieten sich dafür an.
Info
Mit der Markierung der „Krieg- und Frieden“-Tour hakt es an einigen Stellen, deshalb sollte zusätzliches analoges oder digitales Kartenmaterial beim Ausflug dabei sein. Es gibt viele Rad- und Wanderwege in der Gegend, weshalb die Strecke einfach verlängert oder eingekürzt werden kann. Wer mag, plant einen Bade-Stopp ein. Gastronomie gibt es in den Ortschaften. Weitere Infos zur Area One unter www.ig-area-one.de.



