Kolumne Iss mich oder was ein simples gelbes Band bedeuten kann

 Frei zum Pflücken: Äpfel im Wildrosengarten Zweibrücken. Das gelbe Band ist aus Papier.
Frei zum Pflücken: Äpfel im Wildrosengarten Zweibrücken. Das gelbe Band ist aus Papier.

„Iss mich“ – bedeutet das, vernasch mich? Jetzt und auf der Stelle? Ganz ohne solche Hintergedanken ist eine Umweltschutzgruppe in Zweibrücken dabei, Bäumen ein gelbes Papierband um den Stamm zu binden mit eben jenem Motto „Iss mich“. Vor allem Apfel- und Birnbäume auf städtischen und privaten Wiesen sollen so dazu einladen, sie abzuernten und Früchtchen zum Entsaften, Kuchen backen oder einfach zum Essen mitzunehmen – Früchte, die sonst hängenblieben und verfaulten.

Und ein Symbol der Liebe

So aber finden sie Abnehmer. Regional, für den Hausgebrauch und „für umme“. Die von der Stadt Zweibrücken unterstützte und von Privatleuten organisierte Aktion soll ein Beitrag im Kampf gegen Lebensmittelverschwendung sein. Zugleich ist sie Teil eines vom Bund prämierten Projekts „Zu schade für die Tonne“. Was die Initiatoren nicht wussten: Auch der Popsong aus den 70er Jahren „Tie a Yellow Ribbon Round the Ole Oak Tree“ handelte von einem um eine alte Eiche geschlungenen Band. Es handelt von einem Symbol der Liebe. Und von einem aus der Haft entlassenen Mann, der nicht sicher ist, ob seine Liebste ihn noch will. Falls ja, solle sie die Eiche vor ihrem Haus kennzeichnen. Für den Tag, an dem er mit dem Bus vorbeikommt. Er bittet den Fahrer, zu schauen. Und der kann ihm sagen: Nicht eines, sondern 100 ribbons hängen. So viele, wie es in Zweibrücken bald sein werden – verteilt an 100 Bäumen. Und die dort sagen sollen: „Iss mich.“