Wissensdurst Weintipp Gimmeldinger Riesling: Kraftvoller und präziser Wein aus der Pfalz

Passt hervorragend zu herzhaftem Essen: der 2020er Gimmeldinger Riesling Reserve.
Passt hervorragend zu herzhaftem Essen: der 2020er Gimmeldinger Riesling Reserve.

Der Gimmeldinger Riesling überzeugt mit Reife und Komplexität – ein Beispiel für präzisen Pfälzer Weinbau. Er wurde auf der diesjährigen Messe ProWein vorgestellt.

Jedes Jahr im März richtet sich der Blick der internationalen Weinbranche nach Düsseldorf. Zur ProWein reisen tausende Fachbesucherinnen aus aller Welt an. Die Messe zählt zu den bedeutendsten Wein- und Spirituosenveranstaltungen weltweit. Produzenten aus Deutschland, Europa und der sogenannten „Neuen Welt“ präsentieren hier ihre Produkte Fachhändlerinnen, Gastronomen und Branchenexpertinnen. Natürlich sind auch zahlreiche Weingüter aus der Pfalz vertreten, die ihre aktuellen Jahrgänge und neuen Projekte vorstellen.

Drei Tage lang wird verkostet, diskutiert und gefachsimpelt. Für viele Besucherinnen und Besucher ist die ProWein damit auch eine wichtige Inspirationsquelle und zwischen den zahlreichen Ständen stößt man immer wieder auf Weine, die besonders herausragen und nachhaltig in Erinnerung bleiben.

Große Weine entstehen im Weinberg

So ging es mir in diesem Jahr mit dem 2020er Gimmeldinger Riesling Reserve vom Weingut Peter Stolleis aus Gimmeldingen-Mußbach. Das Familienweingut blickt auf eine lange Geschichte zurück: Seit zwölf Generationen betreibt die Familie Stolleis Weinbau. 2021 übernahm Hans-Christoph Stolleis den Betrieb. Nach einem Betriebswirtschaftsstudium in Göttingen und einem Weinbaustudium in Geisenheim führt er das Weingut heute mit einem klaren Fokus auf präzise Weinbergsarbeit und möglichst naturnahe Kellerarbeit.

Die Grundidee ist einfach formuliert: Große Weine entstehen im Weinberg. Im Keller geht es vor allem darum, die Entwicklung des Weins zu begleiten und ihm Zeit zu geben. Spontane Gärungen, natürliche Klärung durch Sedimentation und Geduld während der Reifephase sind dabei zentrale Elemente der Arbeit. Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen auch zahlreiche Auszeichnungen und sehr gute Bewertungen, die das Weingut in den vergangenen Jahren erhalten hat.

Dreieinhalb Jahre Reifung im Eichenfass

Ein gutes Beispiel für diese Philosophie ist der 2020er Gimmeldinger Riesling Reserve. Ein Teil des Ortsrieslings wurde zunächst nicht abgefüllt, sondern durfte weiter im großen Eichenholzfass reifen. Insgesamt lag der Wein 42 Monate auf der Feinhefe – eine außergewöhnlich lange Zeit, die ihm zusätzliche Komplexität verleiht.

Im Glas zeigt sich das bereits in der Nase: gereiftes Steinobst, geröstete Nüsse, würzige Noten und eine feine mineralische Anmutung. Am Gaumen wirkt der Riesling kraftvoll und zugleich präzise. Die Säure ist lebendig, aber harmonisch eingebunden, der Körper leicht cremig. Dazu kommt eine feine salzige Mineralität, die dem Wein Spannung und Länge verleiht. Der Jahrgang 2020 befindet sich aktuell in einer sehr schönen Trinkreife, besitzt aber gleichzeitig noch genügend Frische, um sich auch in den kommenden Jahren weiterzuentwickeln.

Lebendige Säure und nussige Noten

Probiert haben Hans-Christoph Stolleis und ich den Wein auf der ProWein zu einem Saumagenburger, eine Kombination, die unglaublich gut funktioniert hat. Der Saumagen bringt Würze, Röstaromen und eine gewisse Fettigkeit mit. Genau hier setzt der Riesling an: Seine lebendige Säure sorgt für Frische und balanciert die herzhaften Komponenten des Burgers aus. Gleichzeitig greifen die würzigen und leicht nussigen Noten des Weins die Röstaromen des Gerichts auf.

Eine Paarung, die zeigt, wie gut gereifter Riesling auch zu kräftiger Küche funktionieren kann.

Für 14€ können Sie den Riesling auf dem Weingut erwerben.

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An dieser Stelle finden Sie Umfragen von Opinary.

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