Bisterschied Flüchtiger Affe soll in Lebendfalle tappen

Die Lebendfalle für den ausgebüxten Affen bei Bisterschied.
Die Lebendfalle für den ausgebüxten Affen bei Bisterschied.
Gesucht: Der Makake, als er noch im Tierpark war.
Gesucht: Der Makake, als er noch im Tierpark war.
Früchte sollen den entlaufenen Primaten in die Falle locken
Früchte sollen den entlaufenen Primaten in die Falle locken

Vor gut einem Monat ist aus dem Exoten-Tierpark in Rockenhausen ein Affe entlaufen. Das Tier hält sich seitdem in der Region um Rockenhausen, aber auch in benachbarten Landkreisen auf. Eine Lebendfalle soll den Primaten jetzt einfangen.

Rund 30 mal pro Woche meldet sich die Polizei bei Andreas Spieß. Immer dann, wenn Bürger anrufen, die glauben, den aus dem Exoten-Tierpark in Rockenhausen entlaufenen Affen gesehen zu haben. Da die Anrufer nun seit geraumer Zeit aus der Gegend um Bisterschied stammen, hat Tierpark-Betreiber Spieß dort am Dienstagnachmittag eine hölzerne Lebendfalle auf einer Mirabellenplantage aufgestellt. Mithilfe von Obst soll das Tier durch eine Luke auf der rechten Seite hinein gelockt werden.

Auf der Plantage war der Bartaffe, eine Makaken-Art, immer wieder beim Verzehr der Früchte gesichtet worden. „Ich habe ihn dort auch schon auf einem Baum sitzen sehen“, sagt Spieß. Dort könne er das Tier jedoch nicht erreichen. Schließlich handelt es sich bei den Primaten um ausgezeichnete Kletterer. „Ich habe mich kurz in Gegend umgesehen und schon war er wieder weg“, berichtet Spieß von der kurzen Begegnung vor den Toren Bisterschieds.

Ende Juli war das Tier aus dem Exoten-Tierpark in Rockenhausen ausgebrochen. „Aufgrund eines Konstruktionsfehlers“, erinnert sich Spieß. Ein Draht am Gehege des Tieres sei nicht korrekt verschweißt gewesen. Anschließend soll das Tier durch Besucher verschreckt worden sein und habe das Weite gesucht.

Affe unterwegs

Seitdem zieht das Tier in der Region umher. Zunächst nur in den unmittelbar benachbarten Ortschaften, wie Katzenbach oder am Inkelthalerhof. Als sich das Tier dort an der ausgelegten Nahrung bedient, zeigt sich Spieß optimistisch: „Wenn er Futter kriegt, bleibt er auch an einem Ort.“

Doch der Bartaffe setzt seine Wanderung fort. Bald darauf befindet er sich in Reipoltskirchen, im Landkreis Kusel. Da er dort immer wieder gesehen wird, kommt die rund zwei Meter hohe Falle zum Einsatz, doch vergebens. Es hätten sich wohl regelmäßig Menschen in der Nähe der Falle aufgehalten und hätten das schreckhafte Tier vertrieben, mutmaßt Spieß.

Danach geht es über einen kurzen Zwischenhalt in Rockenhausen weiter nach Niederkirchen. „Auf einem Friedhof“ sei der Affe dort gesehen worden. Immer wieder gibt es Sichtungen im Ort. Daher wird auch hier die Falle vor Ort aufgestellt.

Als der Affe dann in den Donnersbergkreis zurückkehrt, bittet der Tierpark-Betreiber die Bevölkerung um Mithilfe. Man solle Garagen- oder Scheunentore offen stehen lassen und Obst auslegen. Sobald das Tier die „Falle“ dann betritt, soll das Tor geschlossen und Spieß informiert werden. „In 20 Minuten bin ich in der Regel vor Ort“, sagt er. „Rund um die Uhr.“ Für die Hilfe bei der Ergreifung stellt er zudem eine Belohnung in Aussicht. „Ich würde da schon 200, 300 Euro geben“, sagt Spieß. „100 Lebendfallen sind besser als eine.“

Um die Verpflegung des Tieres macht sich Spieß keine Sorgen. „Von Blättern und Früchten“ ernähre sich der Bartaffe auf seiner Flucht. „Wasser findet er auch überall.“ Auch extreme Temperaturen, zwischen fünf und zehn Grad unter null, könne das Tier ab. Nur in einer Hinsicht bereitet die Nahrungsvielfalt dem Tierpark-Betreiber Kopfschmerzen: „Am Ende frisst er nur die Früchte auf den Bäumen und lässt die in der Falle liegen“, sagt Spieß mit Blick auf die Plantage.

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