Pfalz RHEINPFALZ Plus Artikel Eine Kirche im Aufschwung: Die neuen rumänisch-orthodoxen Gemeinden in der Pfalz

Mihai Marian Chiric ist Priester und Lkw-Fahrer. Er leitet die rumänisch-orthodoxe Gemeinde in Speyer.
Mihai Marian Chiric ist Priester und Lkw-Fahrer. Er leitet die rumänisch-orthodoxe Gemeinde in Speyer.

Bis vor Kurzem mussten Pfälzer Rumänen weit fahren, um einen Gottesdienst zu besuchen. Heute gibt es vier rumänisch-orthodoxe Pfarreien in der Pfalz – mit großen Plänen.

Mihai Marian Chiric hat den perfekten Job: Er fährt einen 40-Tonner. „Ich bin allein, ich habe viel Zeit“, sagt er. Wenn er mit seinem Lkw durch die Pfalz fährt, denkt er über seine Predigt für den nächsten Sonntag nach oder singt Lieder zur Ehre Gottes. Denn der 32-Jährige ist nicht nur Fahrer, er ist auch Pfarrer und leitet die rumänisch-orthodoxe Gemeinde in Speyer. Sie wird wie fast alle der mehr als 200 rumänisch-orthodoxen Pfarreien in Deutschland von einem ehrenamtlichen Priester geführt.

Bis vor wenigen Jahren mussten die Pfälzer Rumänen nach Mannheim, Karlsruhe oder Saarbrücken fahren, wenn sie einen Gottesdienst besuchen wollten, denn bis 2020 gab es keine rumänisch-orthodoxe Gemeinde in der Pfalz. Heute gibt es in Ludwigshafen, Kaiserslautern-Siegelbach, Minfeld (Kreis Germersheim) und Speyer Kirchengemeinden.

Das Oberhaupt der Kirche in Deutschland, Metropolit Serafim, beauftragt seit einigen Jahren vermehrt Männer, die in Deutschland arbeiten und in Rumänien Theologie studiert haben, mit der Gründung von Gemeinden. Sein Mitarbeiter, Pfarrer Ioan Dumitru Popoiu, der in der Rumänischen Orthodoxen Metropolie für Deutschland, Zentral- und Nordeuropa in Nürnberg arbeitet, erzählt: „Wir haben vor allem Anfang der 2020er Jahre jedes Jahr zwischen fünf und zehn Gemeinden neu gegründet.“ Die Kirche geht also dorthin, wo die Menschen leben.

Constantin Prihoanca hat in Ludwigshafen die erste rumänisch-orthodoxe Gemeinde gegründet.
Constantin Prihoanca hat in Ludwigshafen die erste rumänisch-orthodoxe Gemeinde gegründet.
Ionela Prihoanca (links) und Carmen engagieren sich in der Ludwigshafener Gemeinde: »Wir treffen hier unsere Freunde.«
Ionela Prihoanca (links) und Carmen engagieren sich in der Ludwigshafener Gemeinde: „Wir treffen hier unsere Freunde.“
Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde will die Heilig-Geist-Kirche in Ludwigshafen kaufen.
Die rumänisch-orthodoxe Gemeinde will die Heilig-Geist-Kirche in Ludwigshafen kaufen.
Nach dem Gottesdienst wird noch gemeinsam gegessen – in der Fastenzeit vegan – und erzählt.
Nach dem Gottesdienst wird noch gemeinsam gegessen – in der Fastenzeit vegan – und erzählt.
Beschützer der Pfalz: Pirmin-Ikone in der Ludwigshafener Kirche.
Beschützer der Pfalz: Pirmin-Ikone in der Ludwigshafener Kirche.
Die Heilig-Geist-Kirche in Ludwigshafen von innen.
Die Heilig-Geist-Kirche in Ludwigshafen von innen.
Parohia Ortodoxa Romana: Schaukasten vor der Kirche in Ludwigshafen.
Parohia Ortodoxa Romana: Schaukasten vor der Kirche in Ludwigshafen.
Die katholische Kirche in Minfeld soll römisch-katholischen und rumänisch-orthodoxen Christen Heimat bieten.
Die katholische Kirche in Minfeld soll römisch-katholischen und rumänisch-orthodoxen Christen Heimat bieten.
In der katholischen Kirche in Minfeld gibt es Opferlichtständer für »katholische« und »orthodoxe« Kerzen.
In der katholischen Kirche in Minfeld gibt es Opferlichtständer für „katholische“ und „orthodoxe“ Kerzen.
Die katholische Kirche in Minfeld soll römisch-katholischen und rumänisch-orthodoxen Christen Heimat bieten. In das Pfarrhaus wi
Die katholische Kirche in Minfeld soll römisch-katholischen und rumänisch-orthodoxen Christen Heimat bieten. In das Pfarrhaus wird der orthodoxe Pfarrer einziehen.
Stanislaus Mach ist als katholischer Pfarrer für die Kirche in Minfeld verantwortlich.
Stanislaus Mach ist als katholischer Pfarrer für die Kirche in Minfeld verantwortlich.
Ein Gebetsbuch für den Gottesdienst in deutscher und rumänischer Sprache.
Ein Gebetsbuch für den Gottesdienst in deutscher und rumänischer Sprache.

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Viele Rumänen verlassen ihre Heimat

Rumänien gehört seit 2007 zur Europäischen Union, seit 2014 steht den Rumänen der europäische Arbeitsmarkt ohne Einschränkungen offen. Viele Menschen haben das Land seitdem verlassen. Und so trifft man in den Gottesdiensten in Speyer und Ludwigshafen vor allem jüngere und mittelalte Leute. Es sind Akademikerinnen, die seit 20 Jahren in Deutschland ihr Geld verdienen, oder Arbeiter, die 2014 eingewandert sind. Zu besonderen Anlässen wie Ostern kämen auch die Erntearbeiter in die Gottesdienste, berichtet der Ludwigshafener Priester Constantin Prihoanca. Unter denen, die Rat bei ihm suchen, seien auch Menschen, die in bitterer Armut leben, und solche, die Opfer von Menschenhandel und Zwangsprostitution geworden sind. „Sie haben sich das nicht ausgesucht“, sagt er. „Manche erdulden es, damit es ihren Kindern besser geht.“ Den Pfarrer beschäftigt es, dass Menschen aus Rumänien oft über einen Kamm geschert würden, Stichwort: Berufsbettler. „Das ist ganz schlimm für die Nation.“ Denn die meisten der Rumänen in Deutschland würden hart arbeiten. In der Pfalz sind 19.000 Rumänen gemeldet, allein in Ludwigshafen wohnen laut Statistischem Landesamt derzeit rund 4000.

Priester Constantin Prihoanca war 2020 der erste, der in der Pfalz eine Gemeinde gegründet hat. „Der Metropolit hat mich berufen, in der Pfalz eine Gemeinde zu gründen“, erzählt der promovierte Theologe, der mit seiner Familie in Heidelberg lebt und in Mannheim als IT-Experte arbeitet. Prihoanca entschied sich für Ludwigshafen – damals waren in der Großstadt am Rhein 2700 Rumänen gemeldet. Mitten in der Corona-Zeit eine neue Gemeinde ins Leben zu rufen, sei nicht einfach gewesen, sagt er. Heute ist die Heilig-Geist-Kirche im Ludwigshafener Süden, in dem die Gläubigen zusammenkommen, ein belebter Ort, wie man bei einem Sonntagsgottesdienst in der Fastenzeit sehen kann. Gemeindemitglied Carmen, eine patente 52-Jährige aus Ludwigshafen, drückt es so aus: „Wir sind hier in Harmonie. Man fühlt sich wirklich wie zu Hause.“ 118 Familien gehören als Mitglieder zur Gemeinde, viele weitere Menschen kommen zu besonderen Anlässen wie Taufen oder zum Osterfest in die Kirche, wie der Priester berichtet.

Ein Sonntagsgottesdienst dauert etwa zwei Stunden, es ist ein Kommen und Gehen. „Du kannst nicht verlangen, dass eine Familie mit drei Kindern um punkt 10 Uhr in der Kirche ist“, sagt Priester Constantin. „Menschen sind Menschen, da muss man Nachsicht haben.“ Außerdem wisse er als zweifacher Vater, wie es ist: „Ein Kind ist angezogen, und dann zieht sich das andere wieder aus.“

Katholiken und Protestanten mögen zwei Stunden Gottesdienst lang erscheinen, aber Priester Constantin sagt, man brauche eben seine Zeit „um in den Zustand des Betens zu kommen“. Die Gottesdienste sind feierlich, es wird viel gesungen. Chor-Mitglied Ionel Chirita sagt: „Musik spielt eine große Rolle, um die Menschen innerlich zu wärmen.“

Orthodoxe Christen sind in Südost- und Osteuropa stark vertreten

Orthodoxe Christen bilden nach den katholischen und den evangelischen Christen die drittgrößte Konfession innerhalb der christlichen Kirchen. 1054 kam es zur Spaltung der christlichen Kirchen in die römisch-katholische und die orthodoxe Kirche. Im Westen Europas blieb die katholische Kirche vorherrschend, im Osten wurde es die orthodoxe Kirche. Anders als die Katholiken werden die Orthodoxen nicht von einem einzigen Oberhaupt geleitet. Statt eines Papstes gibt es verschiedene Patriarchate mit Patriarchen, das wichtigste ist das im heutigen Istanbul (das bis 1930 Konstantinopel hieß). Es gibt 15 eigenständige Landeskirchen, neben der russisch-orthodoxen Kirche als größter gehören die griechisch-, die serbisch- oder eben die rumänisch-orthodoxe Kirche zu den bekannteren. In Rumänien bekennen sich rund 85 Prozent zu dieser Kirche.

Eine große Bedeutung haben die Ikonen. „Die Orthodoxen können die Heilige Liturgie ohne die Ikonen Christi und der Mutter Gottes nicht feiern“, schreibt Ioan Popoiu in einem Aufsatz in der Zeitschrift Pastoraltheologie: „Das wichtigste ikonografische Stück einer Kirche ist die Ikonostase – eine Wand, meist aus geschnitztem Holz, verziert mit Ikonen, die den Altarraum vom Kirchenschiff trennt.“

Für die Gläubigen ist es schwer in Worte zu fassen, was ihren Glauben ausmacht. Eine Gottesdienstbesucherin in Speyer beschreibt es so: „Man muss es spüren. Man muss es selbst erleben und innerlich spüren.“ Ionela Prihoanca, die Frau des Ludwigshafener Priesters, macht es kurz und klar: „It’s a way of life.“

A way of life – eine Art zu leben. Dazu passt, dass viele der Gottesdienstbesucher in der Ludwigshafener Gemeinde „Heilige Trinität, Heiliger Erzengel Rafael und Heiliger Pirmin, Beschützer der Pfalz“ nach dem Gottesdienst in der Kirche bleiben, Kaffee trinken, essen (in der Fastenzeit vegane Speisen) und reden. Priester Constantin sagt: „Für die Rumänen ist die Kirche nicht nur für den Gottesdienst, sie ist auch Teil von der Heimat.“

Ludwigshafener Gemeinde will Kirche kaufen

Die Gemeinde in Ludwigshafen will die Heilig-Geist-Kirche im Stadtteil Süd noch mehr zu ihrer Heimat machen, indem sie das im Beton-Charme der 1960er-Jahre erbaute Gebäude von der katholischen Pfarrei Heilige Petrus und Paulus kaufen will. Die orthodoxen Gemeindemitglieder spenden für den Kauf des Gebäudes. Und sie hätten nach langer Suche ein Geldinstitut gefunden, das ihnen einen Kredit gewähren wolle, erzählt der Priester. Noch ist nicht alles unter Dach und Fach, die Verhandlungen laufen – weswegen sich weder der katholische Pfarrer Ralf Klein noch der rumänisch-orthodoxe Priester Constantin Prihoanca näher äußern wollen, beispielsweise zum Kaufpreis. Prihoanca sagt: „Es sind nicht nur unsere Interessen und die des Verkäufers zu berücksichtigen, sondern auch Interessen Dritter wie die des Heiligen-Geist-Kindergartens oder von Privatfirmen.“ Aber: „Die Gemeinde ist voller Vertrauen, dass wir zu einer für alle Seiten zufriedenstellenden Lösung kommen werden.“

Festzuhalten ist: Es gibt einfachere Dinge, als ein Kirchengebäude zu kaufen. Festzuhalten ist auch: Sogar dann, wenn Kirchen in einem sanierungsbedürftigen Zustand sind, können sie nicht für den „symbolischen Euro“ abgegeben werden, wie das Bistum Speyer mitteilt: „Beim Verkauf von kirchlichen Gebäuden müssen objektive Verkehrsgutachten erstellt werden.“

In Kaiserslautern-Siegelbach nutzt die rumänisch-orthodoxe Gemeinde die katholische Kirche seit dem Jahr 2023 mit. „Das funktioniert einwandfrei“, sagt Christoph Hartmüller, der katholische Pfarrer der Pfarrei Mariä Himmelfahrt in Otterberg, zu der Siegelbach gehört. Die Rumänen bezahlten eine Miete im dreistelligen Bereich und helfen bei der Pflege der Außenanlage und der Gebäude. Die Katholiken selbst feiern in Siegelbach nur noch alle vier Wochen Gottesdienst – und werden es künftig gar nicht mehr tun, denn die Kirche soll aufgegeben und profaniert werden. Hartmüller sagt: „Ich würde die Kirche sofort an die rumänisch-orthodoxe Gemeinde abgeben.“ Er betont aber auch, dass der Unterhalt des 1960er-Jahre-Baus mit hohen Kosten verbunden sei: „Die Öl-Heizung aus den 60ern ist kurz vorm Exitus, die Betonsanierung steht an – und die Kirche steht unter Denkmalschutz. Ich würde es ihnen nicht wünschen: Sie haben nur Kosten.“ Er wolle nun die Pfarrer-Kollegen in der Umgebung fragen, ob sie bereit wären, den Orthodoxen Unterschlupf zu gewähren, wenn die katholische Kirche in Siegelbach für immer schließt.

Katholiken und Orthodoxe nutzen die Kirche gemeinsam

Die katholische Kirche in Minfeld (Kreis Germersheim) bleibt geöffnet. Aber in der kleinen Südpfalz-Gemeinde wird ein Weg beschritten, der in dieser Kombination wohl pfalzweit einmalig ist: Die 1930 geweihte Pfarrkirche St. Laurentius soll zum Simultaneum werden, zum festen Zuhause für die römisch-katholische und die rumänisch-orthodoxe Gemeinde. Letztere hält bereits seit 2024 Gottesdienste in der Kirche. „Wir haben seitdem ein Probesimultaneum“, sagt der katholische Pfarrer Stanislaus Mach. Er leitet die Pfarrei Heilige Vierzehn Nothelfer in Kandel, zu der Minfeld gehört, und sagt: „Mir ist es wichtig, dass in Minfeld die Kirche im Dorf bleibt.“ Aber die Kirche im Dorf kostet – und zwar so viel, dass es an die Existenz gehen könnte. Deswegen habe er den Gemeindemitgliedern schon vor vier Jahren gesagt: „Wenn wir weiter jährlich diese Ausgaben haben, sind wir in zehn Jahren pleite.“ Die Betriebskosten für die Kirche beliefen sich auf mehr als 10.000 Euro im Jahr. „Der Spruch, dass die Kirche Geld hat, stimmt schon lange nicht mehr“, sagt Mach. Die Katholiken wollen deshalb mit den Orthodoxen einen Erbbaupachtvertrag für die Kirche, das benachbarte Pfarrhaus und das Außengelände abschließen. Die Katholiken überlassen den Orthodoxen für 60 Jahre die Kirche und das Pfarrhaus zur Nutzung. Die Orthodoxen zahlen die Betriebskosten und sind für Renovierungsarbeiten und Instandhaltung verantwortlich. „Es wird eine Übertragung aller baulichen Rechten und Pflichten stattfinden“, sagt Mach. Der jährliche Pachtzins, den die rumänisch-orthodoxe Gemeinde an die katholische Kirchenstiftung Minfeld bezahlt, bewege sich im unteren vierstelligen Euro-Bereich. Vertraglich festgehalten wird, dass in Minfeld wie bisher 60 bis 70 katholische Gottesdienste im Jahr stattfinden werden. „Am liturgischen Angebot ändert sich nichts“, sagt Pfarrer Mach.

Katholischer Pfarrer: „Das wird eine gelungene Sache“

Das Innere der Kirche wird sich jedoch verändern: So wird eine feste Ikonenwand eingebaut, und der Tabernakel (der verzierte Schrank, in dem die Hostien aufbewahrt werden) wird versetzt. „Der Altar bleibt, er wird von beiden benutzt“, sagt Mach. Auch für die Katholiken wichtige Ankerpunkte wie Marienaltar, Kirchen-Patron Laurentius oder Weihwasser bleiben. Es war ein langer Weg bis zum Vertragsentwurf, er war nicht einfach. Zwischenzeitlich stand im Raum, dass die Ortsgemeinde auf dem Gelände einen Kindergarten errichten will, was aus Denkmalschutzgründen verworfen werden musste, weil eine alte Mauer hätte abgerissen werden müssen, wie Mach berichtet. Zudem gab es eine Petition, bei der mehr als 350 Personen ihr Interesse daran bekundeten, dass das Gelände für Zwecke der Ortsgemeinde genutzt werden solle.

Pfarrer Mach will nach vorne schauen: „Das wird eine gelungene Sache. Davon bin ich fest überzeugt.“ Die orthodoxen Christen, sagt er, „sind unsere Schwestern und Brüder im Glauben, die der katholischen Kirche am nächsten stehen“. Wenn die Ökumene mit den orthodoxen Christen genauso gut gelebt werde wie mit den Protestanten, dann sei das eine „Win-Win-Situation“ für alle.

Mittlerweile liegt der Entwurf für den Erbbaupachtvertrag bei der Bistumsverwaltung in Speyer. Wenn von dort das Okay kommt, können die Vertragspartner zum Notar gehen. Der orthodoxe Pfarrer Ion-Marius Stamate, der aus dem Schwarzwald pendelt, um in Minfeld Gottesdienst zu halten, will künftig mit seiner Familie im Pfarrhaus wohnen. Der Leiter der 405 Mitglieder zählenden Pfarrei, von denen im Schnitt 100 bis 150 an den Gottesdiensten teilnehmen, freut sich: „Für die Menschen bedeutet eine eigene Kirche vor allem einen festen Ort der Begegnung mit Gott im Gebet. Für mich persönlich bedeutet sie die Gemeinschaft mit Christus in der Liebe zu den Menschen.“

„Deutschland ist ein gutes Land, wenn du gut arbeitest“

Die Rumänen, die man in den Gottesdiensten trifft, erzählen, dass sie in Deutschland angekommen seien und sich hier angenommen fühlten. „Deutschland ist ein gutes Land, wenn du die Arbeit gut machst. Dann sind die Leute nett zu dir“, sagt ein Gemeindemitglied in Speyer. Die Speyerer Gemeinde hält in der katholischen Kirche St. Otto ihre Gottesdienste und zahlt dafür eine Miete. „Wir sind sehr zufrieden mit der Kirche“, sagt Priester Mihai Marian Chiric, der vom Metropoliten gebeten wurde, in Bingen eine neue Gemeinde aufzubauen, als Niederlassung von Speyer.

Der Pfarrer und Lkw-Fahrer weiß, dass es nicht selbstverständlich ist, dass die Menschen in die Kirche kommen: „Ich danke ihnen immer dafür, dass sie zum Gottesdienst gekommen sind. Denn sie arbeiten viel und haben nur einen Tag für die Familie. Wer kommt, macht eine große Anstrengung.“ Das weiß auch das Paar, das vor 13 Jahren nach Speyer gekommen ist, weil es den Kindern, heute 17 und 23 Jahre, eine bessere Zukunft ermöglichen wollte. Der Mann ist Elektriker, seine Frau arbeitet in einer Schule – sie fühlen sich wohl. Anfangs hätten sie zu viert in einem vier auf vier Metern großen Zimmer in einer Gartenlaube gewohnt. „Es war sehr schwer“, sagt der Mann. „Aber Gott war mit uns.“

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