Kalender kurios RHEINPFALZ Plus Artikel Tag des Sports für Entwicklung und Frieden: Verständigung statt Wettkampf

Wo gemeinsam trainiert wird, entstehen Regeln, Verlässlichkeit und manchmal Vertrauen.
Wo gemeinsam trainiert wird, entstehen Regeln, Verlässlichkeit und manchmal Vertrauen.

Sport gilt als eigene Welt, abgeschottet von Politik, Konflikten und gesellschaftlichen Bruchlinien. Diese Vorstellung stellt der Internationale Tag des Sports für Entwicklung und Frieden infrage. Er wurde 2013 von den UN ins Leben gerufen und erinnert daran, dass Bewegung mehr sein kann als Wettkampf – nämlich ein Werkzeug für Verständigung.

Das gewählte Datum ist kein Zufall. Am 6. April 1896 begannen in Athen die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit. Schon damals schwang die Idee mit, Menschen aus unterschiedlichen Ländern wenigstens für kurze Zeit nach gemeinsamen Regeln zusammenzubringen.

Der Gedenktag richtet den Blick bewusst weg von Medaillen, Rekorden und großen Arenen. Gemeint sind die kleinen Spielfelder: Fußball in Flüchtlingsunterkünften, Laufgruppen in sozialen Brennpunkten, gemischte Teams in Regionen, in denen sich sonst wenig mischt. Wo gemeinsam trainiert wird, entstehen Regeln, Verlässlichkeit und manchmal Vertrauen. Nicht jede Spannung löst sich dadurch auf, aber manches verliert an Schärfe.

Gefordert ist an diesem Tag kein Hochleistungssport. Wer ihn begehen will, kann das niedrigschwellig tun: mit einer Runde Laufen, einem Spiel im Park oder schlicht mit der Bereitschaft, das Gegeneinander für einen Moment auszusetzen. Der Tag des Sports erinnert daran, dass Frieden selten spektakulär beginnt – manchmal reicht ein kleiner Anstoß.

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