Raumfahrt Kurztrip ins All: Amazon-Gründer Bezos wieder auf der Erde gelandet

Jeff Bezos mit Wally Funk nach der Landung.
Jeff Bezos mit Wally Funk nach der Landung.
Oliver Daemen, Jeff Bezos und Wally Funk (von links) nach der Landung.
Oliver Daemen, Jeff Bezos und Wally Funk (von links) nach der Landung.
Die „New Shepard“-Rakete von Blue Origin auf dem Weg ins All.
Die »New Shepard«-Rakete von Blue Origin auf dem Weg ins All.
Die „New Shepard“-Rakete von Blue Origin auf dem Weg ins All.
Die »New Shepard«-Rakete von Blue Origin auf dem Weg ins All.
Die New-Shepard-Kapsel auf dem Weg zurück zur Erde.
Die New-Shepard-Kapsel auf dem Weg zurück zur Erde.
Blick auf die Erde 12 Sekunden nach dem Start der Rakete.
Blick auf die Erde 12 Sekunden nach dem Start der Rakete.
Knapp acht Minuten nach dem Start landete die Trägerrakete auf der Erde.
Knapp acht Minuten nach dem Start landete die Trägerrakete auf der Erde.
Nach zehn Minuten und 26 Sekunden war das Weltraum-Abenteuer beendet.
Nach zehn Minuten und 26 Sekunden war das Weltraum-Abenteuer beendet.
Vier fürs Weltall: Das Foto zeigt (von links) Mark Bezos , Bruder von Jeff Bezos, Milliardär Jeff Bezos, Gründer von Amazon und
Vier fürs Weltall: Das Foto zeigt (von links) Mark Bezos , Bruder von Jeff Bezos, Milliardär Jeff Bezos, Gründer von Amazon und des Weltraumunternehmens Blue Origin, Oliver Daemen, aus den Niederlanden und Wally Funk, Luftfahrtpionierin aus Texas.

Der reichste Mann der Welt hat sich seinen Traum von der Reise in die Schwerelosigkeit erfüllt: US-Milliardär Jeff Bezos absolvierte am Dienstag an Bord einer Blue-Origin-Rakete erfolgreich einen kurzen Flug ins All.

[aktualisiert: 17.30 Uhr] Mit an Bord waren sein Bruder Mark sowie der 18-jährige Niederländer Oliver Daemen und die 82-jährige US-Pilotin Wally Funk – und damit zugleich der jüngste und der älteste Mensch, die jemals in den Weltraum geflogen sind.

Der Start der Rakete erfolgte um 15.12 Uhr MESZ mit einigen Minuten Verspätung aus der texanischen Wüste. Drei bis vier Minuten lang genossen die Insassen der Kapsel von Bezos’ Raumfahrtunternehmen Blue Origin anschließend die Schwerelosigkeit und einen Blick auf die Erdkrümmung. Dann schwebte die Kapsel mit drei Fallschirmen zurück zur Erde und landete in der westtexanischen Wüste. Nur wenige Minuten später konnten die vier Passagiere die Raumkapsel verlassen.

Bis 107 Kilometer Höhe

Es sei „eine sehr glückliche Gruppe von Menschen in dieser Kapsel“ gewesen, sagte Bezos nach der Landung. Der Amazon-Gründer und seine Mitreisenden klatschten vor den Kameras miteinander ab und umarmten Familienangehörige, die gekommen waren, um den erfolgreichen Flug zu feiern. Die New-Shepard-Kapsel erreichte eine Höhe von 107 Kilometern, wodurch die Insassen wenige Minuten lang die Schwerelosigkeit genießen konnten, bevor sie sich zurück auf ihre Plätze begaben. „Es ist dunkel hier oben“, sagte Funk, die von Bezos als Ehrengast zu dem Flug eingeladen worden war.

In den 1960er Jahren hatte die begeisterte Fliegerin an einem privat finanzierten Programm für Frauen im Weltraum teilgenommen, bei dem Pilotinnen auf ihre Tauglichkeit als Astronautinnen getestet wurden. Die Frauen der „Mercury 13“ durchliefen die gleichen Tests wie die Astronauten der Nasa-Mission Mercury, durften jedoch nicht ins All fliegen. Diesen Traum erfüllte sich Funk nun an Bord der New-Shepard-Kapsel.

Neun Tage Verspätung

Für Aufsehen sorgte auch die Teilnahme des 18-jährigen Daemen: Um am ersten bemannten Flug von Blue Origin teilzunehmen, hatte ein anonymer Bieter zuvor bei einer Online-Auktion ganze 28 Millionen Dollar gezahlt. Umso überraschender, dass der Gewinner der Versteigerung schließlich gar nicht mitflog – wegen „Terminkonflikten“, wie Blue Origin erklärte. Er werde an einem späteren Flug teilnehmen. Deswegen rückte als erster zahlender Blue-Origin-Kunde Daemen nach, der Sohn eines niederländischen Finanzinvestors. Wie viel er für den Flug zahlen musste, verriet das Weltraumunternehmen nicht.

Auf ihrem Abenteuer überquerte die Crew die in 100 Kilometern Höhe gelegene Kármán-Linie, die laut internationaler Definition die Grenze zum Weltraum markiert. Damit gelangte Bezos einige Kilometer höher als der britische Unternehmer Richard Branson, der neun Tage zuvor einen Flug ins All absolviert hatte. Im Wettstreit der Milliardäre dürfte das kein unwesentliches Detail sein.

„Kein Wettbewerb“

Unmittelbar vor seinem Flug hatte Bezos einen Wettstreit der Superreichen um die Premiere im All bestritten. Es gebe bereits einen ersten Menschen im All, sagte der 57-Jährige am Montag dem US-Sender NBC. Dies sei „Juri Gagarin – und das ist schon lange her“. Er bezog sich dabei auf den historischen Flug des sowjetischen Kosmonauten im April 1961.

Bezos fügt hinzu, sein Flug sei „kein Wettbewerb“: Vielmehr gehe es darum, „einen Weg ins All zu errichten, damit zukünftige Generationen unglaubliche Dinge im Weltraum tun können“.

Kommentar zu Bezos’ Flug ins All

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