Panorama Aylin Tezel in Arte-Literaturverfilmung

"Der Russe ist einer, der Birken liebt"
Mascha (Aylin Tezel, li.) fährt mit Tal (Yuval Scharf) im Auto

Der Tod ihres Freundes wirft eine Frau aus der Bahn. Sie beginnt, ihr Leben neu zu ordnen und sich ihrer Vergangenheit zu stellen. «Der Russe ist einer, der Birken liebt» mit Aylin Tezel ist stark.

Berlin/Tel Aviv (dpa) - Die junge Jüdin Mascha ist eine energiegeladene Frau, begabt, ein wenig chaotisch und vor allem sehr verliebt. Mit ihrem Freund ist sie gerade in eine gemeinsame Wohnung gezogen, als ihr Leben aus den Fugen gerät. In dem Drama «Der Russe ist einer, der Birken liebt» glänzt Schauspielerin Aylin Tezel in der Rolle der Mascha. Arte zeigt den Film mit dem etwas unhandlichen Titel am Freitag (7.6., 23.15 Uhr).

«Der Russe ist einer, der Birken liebt» basiert auf dem gleichnamigen Romandebüt von Olga Grjasnowa. Regisseurin Pola Beck und Drehbuchautor Burkhardt Wunderlich ist eine kraftvolle Verfilmung mit dichter Emotionalität und ausdrucksstarken Bildern gelungen. Seine Premiere feierte das Drama 2022 beim Filmfest München in der Reihe Neues Deutsches Kino.

Mascha kam Mitte der 90er Jahre mit ihren Eltern aus dem sowjetischen Nachfolgestaat Aserbaidschan nach Deutschland. Die junge Frau ist Kosmopolitin, hat einen multikulturellen Freundeskreis und will Dolmetscherin werden. Sie weiß, was sie kann: nämlich fünf Sprachen fließend sprechen. Mascha feiert gerne ausgelassen und genießt die Zeit mit ihrem Freund Elias (Slavko Popadić).

Eine Sache gelingt Mascha allerdings nicht so gut. Sie kann und will nicht über ihre Vergangenheit sprechen, über ihre Eltern und über die Flucht. All das versteckt sie hinter ihrem wilden, fröhlichen Lebensstil.

Doch dann hat Elias einen Unfall beim Fußballspielen. Die Verletzung scheint zunächst gut zu behandeln zu sein. Er ist im Krankenhaus, Mascha kümmert sich. Unerwartet verschlechtert sich der Zustand von Elias. Als er plötzlich stirbt, verliert Mascha den Halt. Sie flieht vor ihrer Trauer, und zwar nach Israel. In Tel Aviv stürzt sie sich ins Leben, beginnt eine Affäre.

In Cem hat Mascha einen wunderbaren besten Freund - stark gespielt von Sohel Altan Gol. Cem hilft der orientierungslosen jungen Frau auf die Beine. Und er erkennt, dass auch die neue Affäre in Tel Aviv letztlich wieder nur ein Versuch Maschas ist, vor der Realität zu flüchten. Auch Mascha erkennt, dass sie nicht länger vor sich selbst und vor ihrer Vergangenheit davonlaufen kann.

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