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Montag, 25. April 2016 Drucken

Zeitgeschehen

Schlechte Gefühle in der Warteschlange

Benimm dich: Wie viel Abstand ist angemessen? – Meist reicht ein kleiner Hinweis an den Drängler

Von Gerlind Hartwig

 

Jeder kennt die Situation: Sie stehen in einer Warteschlange an einer Supermarktkasse an. Gefühlt geht es nur im Schneckentempo voran. Der Einkaufswagen hinter Ihnen kommt gefährlich nahe. Oder Sie spüren gar den warmen Atmen des nächsten Kunden oder der nächsten Kundin im Nacken. Meistens versuchen wir dann, unser Distanzbedürfnis wortlos zu regulieren – indem wir wieder mehr Abstand herstellen. Aber nicht immer ist das möglich, da wir nach allen Seiten ausreichend Abstand halten möchten. „Wie viel Abstand ist angemessen? Und wie bitte ich in einer Schlange den Menschen hinter mir höflich darum, diesen Mindestabstand einzuhalten?“, fragt deshalb eine RHEINPFALZ-Leserin.

Das Bedürfnis nach Freiraum ist individuell und situationsabhängig. Dennoch gibt es für die akzeptable Nähe beispielsweise in einer Warteschlange einen Richtwert: Bis etwa 50 Zentimeter lassen wir in dieser Situation fremde Menschen an uns heran. Näher wird für viele unangenehm und einengend. Erst im Extremfall, wenn also die ungewollte Nähe absolut unerträglich wird, sprechen die meisten ihr Anliegen an.

Meine Empfehlung: Stellen Sie Blickkontakt zu der Person her, die Ihnen auf die Pelle rückt. Sagen Sie freundlich und doch bestimmt: „Ich kann verstehen, dass Sie es eilig haben. Ich fühle mich jedoch sehr unwohl, wenn mir Menschen in einer Warteschlange so nahe kommen. Bitte halten Sie etwas mehr Abstand.“

Lassen Sie sich den Freiraum, den Sie benötigen von niemandem streitig machen! Manchmal ist den Dränglern ihr Verhalten gar nicht richtig bewusst. Dann reicht ein kleiner Hinweis aus. Einige wenige fühlen sich aber möglicherweise angegriffen und reagieren beleidigt. Haben Sie jedoch Ihr Distanzbedürfnis freundlich und sachlich geäußert, sind Sie keineswegs für die (schlechten) Gefühle Ihres Gegenübers verantwortlich – und können Ihren Einkauf gelassen fortsetzen. (Foto: J. Hauk)

 

Die Autorin

 

Gerlind Hartwig ist Image-Trainerin aus Kaiserslautern. Die 44-Jährige berät zu modernen Umgangsformen und angemessenem Kleidungsstil. Die Serie „Benimm dich“ erscheint in unregelmäßigen Abständen montags in der RHEINPFALZ.

 

Ihre Fragen

 

Haben auch Sie eine Frage zu zeitgemäßen Umgangsformen? Schreiben Sie uns:

benimmdich@rheinpfalz.de

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