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Fernsehen

TV-Tipp

Kebab extra scharf!

Kebab extra scharf!

Andreas Vitasek (l) und Michael Fuith in einer Szene des Films "Kebab extra scharf!". Foto: Petro Domenigg

Nach «Kebab mit Alles!» liefert Regisseur und Autor Wolfgang Murnberger seine zweite Fernsehkomödie über österreichisch-türkische Nachbarschaftsbeziehungen. In der Fortsetzung «Kebab extra scharf!» neu mit dabei: ein türkischer General und der schwule Prinz Eugen.

Berlin (dpa) – Der Waffenstillstand ist vorbei. Mitten im 16. Wiener Bezirk zoffen sich der Ur-Österreicher Johann Stanzerl (Kabarettist Andreas Vitásek) und sein Erzfeind mit türkischem Migrationshintergrund, Mustafa Ötztürk (Tim Seyfi), wieder. Dabei hatten sie am Ende des 2012 auf Arte gelaufenen Fernsehfilm «Kebab mit Alles» eigentlich das Kriegsbeil begraben.

Inzwischen betreiben die Streithähne Seite an Seite Lokale im Haus, das Ötztürk gekauft hat: Stanzerl sein schlecht laufendes Traditions-Café «Prinz Eugen» und der neue Grundbesitzer einen besser florierenden Döner-Imbiss. Doch Regisseur Wolfgang Murnberger sorgt für neue Schlagabtausche.

Im Fortsetzungsfilm «Kebab extra scharf!» am Donnerstag (14. September) ab 20.15 Uhr führt Murnberger weitere satirisch überzeichnete Reibereien zwischen Mitteleuropäern und muslimischen Zuwanderern vor. Und das offensichtlich wieder mit dem Ziel, Feindbilder mit Hilfe von Humor zu überwinden. Die sympathischen Hauptdarsteller tragen das Ihre dazu bei.

Die Geschichte, verfasst von Murnberger, seiner Ehefrau Maria Murnberger, Tac Romey und Donald Schubert, beginnt mit einer Schlappe für den Wirt «Schani»: Monatelang ist er die Miete schuldig geblieben - und erhält deshalb vom sauber wienerisch sprechendem Mustafa die Räumungsklage für sein eher spießiges Etablissement.

Doch schnell wendet sich das Blatt. Denn die türkischstämmige Familie Ötztürk lebt vom Kredit des Vaters der Ehefrau Sabrie (Sascha Ö. Soydan). Dem konservativen General (Hasan Ali Mete) hat das Paar vorgegaukelt, an der Donau ein großzügiges Restaurant zu betreiben.

Als der alte Herr seinen Besuch ankündigen lässt, kommt Panik bei den Ötztürks auf. Und der Plan, Stanzerl seine Schulden zu erlassen, wenn er seinen Vermietern und Nachbarn für eine Woche seine Kaffeehausräume überlässt. Der stimmt erst einmal zu.

Die Problemlage potenziert sich allerdings, als der General seinem kleinen Enkel Kemal (Roland Sommer) einen Esel schenkt, auf dem er zu seiner vom Opa geforderten Beschneidung ins einstige «Prinz Eugen» reiten soll. Ein Gedanke, der nicht nur Kemal entsetzt. So originell all diese Ideen erscheinen, so flau zieht sich die Handlung dahin zwischen Kaiserschmarrn und Kebab, Kruzifix und Beschneidungsfeier. Der Wortwitz der teils zweisprachigen Koproduktion von Allegro Film (Wien) mit ORF und Arte bleibt mäßig. Die Frauen sind zwar clever, aber die Männer wirken verbohrt und lebensfern.

Dazu kommen Traumsequenzen: Darin steigt eben jener Prinz Eugen von Savoyen (Michael Ostrowski) - der «Türkenbezwinger» von 1697 - samt seiner Lockenperücke aus einem im Café hängenden Gemälde zum Wirt Stanzerl herab. Doch statt einer kernigen Unterhaltung zweier Osmanengegner kommt es dabei nur zu einer Anmache des verbürgt schwulen Savoyers gegenüber dem sexuell erschlafften Gastwirt.

Nach derlei Späßen und überstandenen Abenteuern wirkt es fast erholsam, wenn das Schlitzohr Mustafa seinem Lieblingsfeind Johann am Ende grinsend zuraunt, dass nun wohl alles beim Alten bleibe: «Wir teilen uns wieder das Geschäft und hauen uns wieder jeden zweiten Tag in die Gosch'n.»

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