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Wirtschaft

Streichpläne treffen Speyer nicht

Der Flugzeugbauer Airbus kündigt den Abbau von 3700 Stellen in der Produktion von A 380 und A 400 M an

Von T. Magenheim und P. Seiler

In Speyer stellt die Firma PFW Aerospace Flugzeugteile her. Sie ist eine 75-prozentige Airbus-Tochter, für die die Streichpläne nicht gelten.

In Speyer stellt die Firma PFW Aerospace Flugzeugteile her. Sie ist eine 75-prozentige Airbus-Tochter, für die die Streichpläne nicht gelten. ( Foto: Lenz)

«München/Speyer.»Weil der deutsch-französische Flugzeugbauer Airbus weiter Probleme mit der Großraum-Passagiermaschine A 380 und dem Militärtransporter A 400 M hat, sind in Deutschland 1900 Stellen bedroht. Das Gros davon soll verlagert werden.

Das Ringen um Arbeitsplätze beim europäischen Luft- und Raumfahrtkonzern Airbus hat begonnen. Betriebsräte und IG Metall wollen möglichst viele der konzernweit 3700 Arbeitsplätze retten, die wegen der beiden Problemflieger A 380 und A 400 M auf der Kippe stehen. „Wir werden alles dafür tun, damit die Anpassung der Produktionsraten möglichst wenig Auswirkungen auf die Beschäftigten hat“, sagte der IG Metall-Chef Küste, Meinhard Geiken. Airbus habe gut zu tun. Es müsse möglich sein, allen betroffenen Mitarbeitern an ihren Standorten in anderen Programmen neue Arbeitsplätze anzubieten.

Betroffen sind allein in Deutschland nach Angaben von Gewerkschaftern mit rund 1900 Stellen gut die Hälfte der bedrohten Arbeitsplätze. Die Auftragsbücher von Airbus sind mit fast 1 Billion Euro prall gefüllt. Daneben gibt es mit dem weltgrößten Passagierflugzeug A 380 und dem Militärtransporter A 400 M aber auch Sorgenkinder. Bei beiden muss der Konzern die Fertigungsstückzahlen bis 2020 halbieren, was einen Überhang von 3700 Stellen bedeutet. Gleichzeitig fährt der Konzern etwa beim A 320 neo und dem Langstreckenflieger A 350, die teils in den gleichen Werken gebaut werden, die Stückzahlen hoch. Stellenverlagerung statt Streichkonzert ist wahrscheinlich. Betriebsbedingte Kündigungen seien ausgeschlossen, heißt es aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmerkreisen. Anscheinend sind für 400 der 1900 betroffenen Stellen in Deutschland Lösungen gefunden. Sie sollen im Hamburger Werk von der Produktion des A 380 zur Endmontage des A 320 neo wandern. Ähnliches würde sich für sich für weitere 900 Beschäftigte anbieten, sagt ein Insider. Kritisch werde es für 600 Stellen an den Standorten Augsburg und Bremen.

Unklar ist, ob in die Zahlen Leiharbeiter eingerechnet sind. Allein in Augsburg sind laut IG Metall 500 Leiharbeiter von der Kündigung bedroht. Auch deren Stellen will die Gewerkschaft erhalten und fordert, fremdvergebene Arbeiten in den Konzern zurückholen. Vollzogen sein soll der Umbau 2020.

Die Auswirkungen der Probleme auf die Speyerer Firma PFW Aerospace, 75-Prozent-Tochter und wichtiger Zulieferer von Rohrkomponeten für Airbus, sind offen. Sie gelte als eigenes Unternehmen und sei somit von den Einschnitten bei Airbus nicht betroffen, sagt Betriebsratschef Werner Rieder. Einige der 1700 Arbeitsplätze seien aber bisher von ihren kleinen Anteilen am A 380 und größeren Anteilen am A 400 M abhängig. Er mache sich noch keine großen Sorgen, so Rieder. Womöglich könnten diese Stellen zu den A 350- und A 320 neo -Programmen abwandern. Echten Abbau könnte es an einigen Airbus-Standorten im Ausland geben. Etwa im spanischen Sevilla mit 2600 Mitarbeitern. An den französischen Airbus-Standorten mit rund 48.000 Beschäftigten sind knapp 500 Arbeitsplätze gefährdet.

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