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Wirtschaft

Slots für Güterzüge berechnet künftig der Computer

Von Eckhard Buddruss

Bei einer so stark befahrenen Strecke wie der Riedbahn von Mannheim nach Frankfurt ist es nicht einfach, zwischen ICE, Regional-Express und S-Bahn auch noch Fahrplantrassen für Güterzüge einzuplanen. Das Foto entstand am Abzweigebahnhof Groß Gerau-Dornberg.

Bei einer so stark befahrenen Strecke wie der Riedbahn von Mannheim nach Frankfurt ist es nicht einfach, zwischen ICE, Regional-Express und S-Bahn auch noch Fahrplantrassen für Güterzüge einzuplanen. Das Foto entstand am Abzweigebahnhof Groß Gerau-Dornberg. ( Foto: DB/Basner/frei )

«Frankfurt.» Mehr Kapazität vor allem für Güterzüge auf dem vorhandenen Schienennetz und eine deutlich einfachere Buchung von Fahrplantrassen sind die Ziele des Projekts „Digitale Kapazitätssteigerung“ der Deutschen Bahn (DB).

Matthias Feil, bei der DB Netz AG in Frankfurt Leiter Kapazitätsmanagement und strategischer Fahrplan, sagte in einem Gespräch mit der RHEINPFALZ, das System solle Ende 2018 funktionieren und im Laufe des Jahresfahrplans 2019 erstmals zur Anwendung kommen. Feil, der in Zürich an der Eidgenössischen Technischen Hochschule (ETH) in Verkehrsplanung promoviert hat und seit 2013 bei der DB ist, beschreibt die technologische Konstellation mit den Worten: „Wir machen es großteils selbst, weil wir keinen Anbieter gefunden haben.“ Der Bund fördert das Projekt in den Jahren 2016 bis 2018 mit 75 Millionen Euro aus dem „Zukunftsinvestitionsprogramm“. Inzwischen arbeiten an dem Projekt zehn Umsetzungsteams parallel und rund 200 Projektmitarbeiter.

Heute stecke das Know-how noch vorwiegend in den Köpfen der Fahrplankonstrukteure, erläuterte Feil. Zukünftig wolle man nun verstärkt auch Computer rechnen lassen. Von dem, was IT-seitig im Hintergrund läuft, soll der Kunde gar nichts merken – außer, dass alles erheblich schneller geht als bisher. Wichtig ist das neue System vor allem, wenn es um Fahrplantrassen für den sogenannten Gelegenheitsverkehr geht.

Anders als im Personenverkehr, wo viele Züge gerade in Systemen wie dem Rheinland-Pfalz-Takt das ganze Jahr über an jedem Tag zu den gleichen Zeiten fahren, kommt es im Güterverkehr häufig vor, dass für Züge relativ kurzfristig eine im Extremfall nur an einem einzigen Tag genutzte Fahrplantrasse gebraucht wird. Ein typisches Beispiel für eine solche Situation ist, wenn die BASF etwa wegen Niedrigwassers auf dem Rhein Transporte, die sonst mit dem Binnenschiff erfolgen, auf die Schiene verlagert.

Bisher erfolgt nach Trassenbestellung durch ein Eisenbahnverkehrsunternehmen die Fahrplantrassenkonstruktion manuell und der Kunde bekommt ein Fahrplantrassenangebot innerhalb von maximal 72 Stunden. Dieser Vorgang soll sich künftig grundlegend ändern. Laut Feil soll nach der Kundenbestellung eine zuvor automatisch konstruierte Systemtrasse belegt werden und das Fahrplantrassenangebot innerhalb von 3 Minuten erfolgen. Die Möglichkeit einer solchen Online-Trassenbuchung unter dem Slogan „Click and Ride“ stoße bei den Eisenbahnverkehrsunternehmen auf durchweg positive Reaktionen, insbesondere bei den kleinen.

Angestrebt wird mit dem neuen System laut Feil nicht zuletzt, „ohne in Stahl und Beton zu investieren“ mehr Kapazität für den Schienengüterverkehr zu schaffen. Außerdem soll die Fahrzeit der Güterzüge zwischen Start und Ziel kürzer werden – vor allem durch das Vermeiden von Aufenthalten, die dadurch entstehen, dass die betreffenden Güterzüge warten müssen, weil sie unterwegs von schnelleren Reisezügen überholt werden. Kommentar

 

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