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Wirtschaft

Heidelberg mit Erfolg auf Digitalkurs

Druckmaschinenkonzern erzielt höheres Betriebsergebnis – Belastung durch Währungseffekte und US-Steuerreform

Von Klaus Hofter

«Wiesloch.»Die weiter hohe Nachfrage nach digitalen Druckmaschinen und ein guter Start des neuen Subskriptions-Geschäftsmodells haben der Heidelberger Druckmaschinen AG zu einem verbesserten operativen Ergebnis verholfen.

In den ersten neun Monaten des Geschäftsjahres 2017/18 (31. März) kletterte das Ergebnis vor Zinsen und Steuern auf 54 Millionen Euro – ein Zuwachs von 9 Millionen Euro im Vergleich zur Vorjahreszeit. Wegen negativer Währungseffekte lag der Umsatz mit rund 1,66 Milliarden Euro leicht unter dem des Vorjahres (1,68 Mrd Euro). Die US-Steuerreform hat dem Konzern jedoch das Nachsteuerergebnis verhagelt. Rund 25 Millionen Euro beträgt – wie bereits berichtet – die einmalige, nicht zahlungswirksame Wertberichtigung. Das Nachsteuerergebnis des Konzerns liegt deshalb nach neun Monaten bei minus 10 Millionen Euro. Für das Gesamtjahr rechnet Heidelberg nun mit einem Ergebnis, das deutlich unter dem des Vorjahres von 36 Millionen Euro liegen wird. Ursprünglich hatte der Konzern eine moderate Steigerung erwartet.

Heidelberg habe auf seinem Kurs der digitalen Transformation wichtige Fortschritte gemacht, sagte Konzernchef Rainer Hundsdörfer gestern bei der Vorstellung der Quartalszahlen: „Mit dem Subskriptionsmodell stoßen wir auf enormes Interesse. Es ist wegweisend für die Branche“, stellte er fest. Bei diesem „hochprofitablen Modell“ garantiert Heidelberg seinen Kunden über mehrere Jahre ein Paket aus Maschinen, Services, Verbrauchsgütern und Software. Der Umsatz allein mit Verbrauchsgütern liege pro Kunde bei etwa 1 Million Euro. Fünf solcher Verträge hat der Konzern bislang abgeschlossen, mittelfristig sollen es 100 werden. Das Modell bezeichnete Hundsdörfer als „Meilenstein für Heidelberg“.

Ihren Umsatz verdreifacht habe in den ersten neun Monaten im Vergleich zum Vorjahr das Segment Digital Unit. Das operative Ergebnis (vor Abschreibungen) liege mit 104 Millionen erstmals seit vielen Jahren wieder im dreistelligen Millionenbereich. Dies gebe Rückenwind für ein starkes Schlussquartal – in der Branche seit Jahrzehnten das stärkste Geschäftsvierteljahr. Weitere neue Angebote im digitalen Bereich wie Ladestationen für die E-Mobilität trügen dazu bei, dass der Markt- und Technologieführer seine mittelfristigen Ziele erreichen könne. In fünf Jahren soll der Umsatz etwa 3 Milliarden Euro – 500 Millionen Euro mehr als im Vorjahr – betragen und der Konzern unterm Strich 100 Millionen Euro verdienen.

Durch Firmenzukäufe im Bereich Digital – so erwarb der Konzern den Softwarespezialisten Docufy – wuchs die Belegschaft um 57 Personen auf 11.537 Mitarbeiter. Für den Ausbau der Digitalstrategie prüfe der Konzern weitere Akquisitionen, sagte Finanzvorstand Dirk Kaliebe. „Die finanziellen Spielräume dafür haben wir.“ Mit fünf Unternehmen bestünden Kontakte. In Heidelberg waren Ende Dezember 978 Mitarbeiter beschäftigt, acht mehr als Ende September 2017, und am Verwaltungssitz und Produktionsstandort Wiesloch-Walldorf 3983 (plus eins).

Nach dem jüngsten Tarifabschluss in der Metallindustrie in Baden-Württemberg rechnet das Unternehmen mit zusätzlichen jährlichen Personalkosten von etwa 25 bis 30 Millionen Euro, sagte Kaliebe. Einen Teil der Kosten werde der Konzern an die Kunden weitergeben, so Konzernchef Rainer Hundsdörfer. Aktienchart

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