Schließen x

Anmelden

»Registrieren     »Passwort vergessen

Zum Einzelverkauf der Ausgabe als PDF
Samstag, 18. August 2018

28°C

Freitag, 09. Februar 2018 Drucken

Wirtschaft

Exporte deutlich gestiegen

Deutscher Handelsbilanzüberschuss 2017 aber erstmals seit acht Jahren zurückgegangen

«Wiesbaden.» Deutschlands Exporte legten 2017 kräftig zu und erreichten mit knapp 1,3 Billionen Euro einen neuen Höchstwert. Noch deutlicher war der Zuwachs aber bei den Importen, die erstmals die Marke von 1 Billion Euro überschritten. Der Exportüberschuss, für den Deutschland in der Vergangenheit international wiederholt kritisiert worden war, sank damit leicht.

Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden gestern mitteilte, führten deutsche Unternehmen im vergangenen Jahr Waren im Wert von 1,2794 Billionen Euro aus. Gegenüber 2016 war das ein deutlicher Anstieg um 6,3 Prozent. Eingeführt wurden Waren im Wert von 1,0346 Billionen Euro – ein Plus von 8,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr.

„Made in Germany ist auf dem Weltmarkt gefragt wie nie“, kommentierte der Bundesverband der Deutschen Industrie (BDI). Dies sei eine gute Nachricht für die Beschäftigten hierzulande. Schließlich hänge etwa jeder vierte Arbeitsplatz in Deutschland am Export, in der Industrie sogar mehr als jeder zweite.

Auch der Außenhandelsverband BGA begrüßte die Zahlen: Der deutsche Außenhandel habe 2017 „ein bemerkenswertes dynamisches Jahr hingelegt“. Die Nachfrage nach deutschen Produkten habe „auf allen Kontinenten“ deutlich angezogen, sagte BGA-Präsident Holger Bingmann. Besonders erfreulich sei der wirtschaftliche Aufschwung in Europa. Die Länder der Europäischen Union (EU) waren auch 2017 der wichtigste Absatzmarkt für die deutschen Unternehmen. Dorthin exportierten sie mit Gütern im Wert von 750 Milliarden Euro 6,3 Prozent mehr als im Vorjahr. Die Importe aus EU-Ländern stiegen um 7,9 Prozent auf 682,5 Milliarden Euro. In sogenannte Drittländer außerhalb der EU wurden Waren im Wert von 529,4 Milliarden Euro exportiert und Waren im Wert von 352,1 Milliarden Euro von dort nach Deutschland eingeführt.

Der deutsche Außenhandelsüberschuss sank damit zum ersten Mal seit acht Jahren: Er lag 2017 bei 244,9 Milliarden Euro – 4 Milliarden Euro weniger als 2016, als er mit 248,9 Milliarden Euro seinen bisherigen Höchstwert erreicht hatte.

Der Überschuss in der Handelsbilanz entsteht, wenn mehr Waren ins Ausland verkauft als von dort eingekauft werden. Im Falle von Deutschland illustriert der Überschuss einerseits die hohe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft, zieht andererseits aber auch immer wieder Kritik auf sich: Denn Überschüsse eines Landes bei der Leistungsbilanz bedeuten zugleich Defizite anderer Länder in ihrer Bilanz. Der BDI erwartete, dass sich die Diskussion über den deutschen Handelsbilanzüberschuss angesichts des kräftigeren Anstiegs der Importe künftig „entspannen“ dürfte. |afp

Zugang auswählen


Sie sind bereits Kunde?

Einloggen

Sie sind bereits Kunde?

Einloggen

Pfalz-Ticker