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Wirtschaft

Entspannung bei Eichbaum

Mannheimer Brauerei richtet zusätzliche Schicht ein – Sechs befristete neue Stellen bis Jahresende

Von Judith Schäfer

Neue Absätze in Russland, Italien und China meldet die Eichbaum-Brauerei in Mannheim.

Neue Absätze in Russland, Italien und China meldet die Eichbaum-Brauerei in Mannheim. ( Foto: Kunz )

«Mannheim». Der noch Ende 2017 von der Unternehmensführung erwogene Abbau von 20 bis 30 der 300 Stellen bei Eichbaum ist zumindest für dieses Jahr vom Tisch. Eine zusätzliche Schicht bietet sechs neuen Mitarbeitern vorerst bis Ende 2018 einen Vollzeitarbeitsplatz. Die Zeichen bei der Mannheimer Brauerei stehen auf Konsolidierung.

Das teilten Betriebsrat und Geschäftsleitung gestern der Belegschaft bei der Fortsetzung einer Ende Januar unterbrochenen Betriebsversammlung mit, berichtete anschließend Betriebsratsvorsitzender Georg Dohr auf Anfrage. Ein Gespräch beider Parteien am Tag zuvor habe die Einigung herbeigeführt. Ein zwischenzeitlich verhandelter Notlagentarifvertrag wurde von der Geschäftsführung ebenfalls zurückgezogen. Dohr: „Wir fühlen uns in unserer Haltung und Hartnäckigkeit bestätigt.“ Der Betriebsrat hatte gegen die Streichpläne mobil gemacht und die Öffentlichkeit gesucht, da er gegenteilige Anzeichen am Markt sah.

Unternehmensleitung und Betriebsrat hätten sich gestern öffentlich die Hand gereicht und gegenseitig der Zusammenarbeit versichert – die in der Vergangenheit lange sehr erfolgreich gewesen sei, betonte Dohr. Schon Ende Januar hatte Geschäftsführer Jochen Keilbach, der auch Gesellschafter der Brauerei ist, der Belegschaft verkündet, „dass sich die Mengenentwicklung für das laufende Geschäftsjahr positiver darstellt als zunächst angenommen“ (wir berichteten). Steigende Frachtkosten und eine Marktsättigung in Asien hätten zuvor das Export-Geschäft in Bedrängnis gebracht. Keilbach berichtete Ende Januar von „guten Geschäftsabschlüssen im Umfeld der Lebensmittelmesse Anuga, die neue Absätze in Russland, Italien und China planbar machen“. Auch im Inland zeichne sich eine höhere Nachfrage nach Handelsmarken ab.

Die daraus abgeleiteten realistischen Planungen für 2018, 2019 und 2020 gingen von einer Stabilisierung der wirtschaftlichen Situation aus, sagte Dohr gestern. Dennoch sei diese unbefriedigend, teilte die Geschäftsleitung in der Presseinformation mit: „Die gesamte Braubranche leidet unter veränderten Konsumgewohnheiten, Überkapazitäten und wettbewerbsbedingtem Preisdruck – teilweise mit ruinösen Sonderangeboten in ganz Europa.“ Eichbaum habe mit einem vergleichsweise stabilen Heimatmarkt und der frühzeitigen Export-Orientierung eine gute Basis, um auch weiterhin neue Absatzmärkte zu erschließen.

Zum 1. März nahm Andreas Hiby-Durst, bisher stiller Eichbaum-Teilhaber, seine Tätigkeit als zweiter geschäftsführender Gesellschafter von Eichbaum auf. Er leitet die Ressorts Controlling, Debitoren und Kreditoren.

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