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Montag, 21. Oktober 2019 Drucken

Themen des Tages

Fall bleibt rätselhaft

Vater der isolierten Familie vom Bauernhof bleibt in Haft

Isolierten Familie in den Niederlanden

Im rätselhaften Fall einer isolierten Familie auf einem Hof in den Niederlanden konzentrieren sich die Ermittlungen den 67-jährigen Vater. Foto: Wilbert Bijzitter/ANP/dpa

Ein junger Mann bittet um Hilfe, die niederländische Polizei entdeckt daraufhin seine Familie. Neun Jahre lang lebte sie total isoliert auf einem Hof. Nun wird der Vater dem Haftrichter vorgeführt.

Groningen (dpa) - Der Vater der isolierten Familie auf einem niederländischen Bauernhof bleibt unter dem Verdacht der Freiheitsberaubung in Haft.

Der Haftrichter verlängerte am Montag die Untersuchungshaft um 14 Tage. Das teilte die Staatsanwaltschaft in Groningen mit. Der 67-jährige Gerrit Jan van D. wird verdächtigt, neun Jahre lang seine sechs Kinder gegen ihren Willen auf einem abgelegenen Hof im Dorf Ruinerwold festgehalten zu haben.

Der Mann befindet sich nach Angaben niederländischer Medien zur Zeit in einem Gefängniskrankenhaus. Die Gründe wurden nicht mitgeteilt. Bekannt ist, dass er vermutlich vor drei Jahren einen Schlaganfall erlitten hatte.

Vor einer Woche waren der Vater und die heute erwachsenen Kinder in einem abschließbaren Raum des Hofes in der östlichen Provinz Drenthe entdeckt worden. Ein 25-jähriger Sohn hatte zuvor in einer Kneipe um Hilfe gebeten.

Ebenfalls in Haft ist ein 58-jähriger Österreicher. Josef B. ist Mieter des Hofes und wird auch der Freiheitsberaubung verdächtigt. Die Staatsanwaltschaft untersucht, ob die Männer eine sektenähnliche Gemeinschaft aufgebaut hatten.

Der Vater hatte vor etwa zehn Jahren bei den Behörden seine Auswanderung gemeldet, war aber kurz darauf mit den Kindern auf dem Hof untergetaucht. Die Kinder waren nie bei den Behörden gemeldet worden. Die Familie lebte in einem abschließbaren Raum auf dem Hof. Bewohner des 4000-Einwohner-Dorfes hatten nie etwas von der Anwesenheit einer Familie bemerkt.

Die Hintergründe des Falles sind weiterhin unklar. Die Staatsanwaltschaft schließt nicht aus, dass der Vater eine sektenähnliche Gemeinschaft gründen wollte. Weiterhin in Haft ist ein 58-jähriger Österreicher, der mit dem Vater vor Jahren einen gemeinsamen Betrieb hatte. Josef B. war Mieter des Hofes und wird ebenfalls der Freiheitsberaubung verdächtigt.

Der Vater war bis 1987 Mitglied einer Sekte gewesen. Die Mutter der Familie soll nach Aussagen von früheren Nachbarn und auch nach Angaben des Sohnes Jan 2004 gestorben sein. Die heute 18 bis 25 Jahre alten Kinder, vier Mädchen und zwei Jungen, werden nach Angaben der Polizei gut versorgt und auch psychologisch betreut. Sie könnten lesen und schreiben und seien auch gut ansprechbar. Der Vater soll vor Jahren einen Schlaganfall erlitten haben.

Bei der Durchsuchung des Hofes war eine große Summe Bargeld gefunden worden. Auch waren in Geschäftsräumen des Vaters und des Österreichers Computer und Unterlagen beschlagnahmt worden. Weitere Ergebnisse der Ermittlungen wurden noch nicht mitgeteilt.

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