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Montag, 26. November 2018 Drucken

Rheinland-Pfalz

Konzept für potenziell gefährliche Kinder und Jugendliche

Landesamt für Soziales Mainz

Die Außenfassade vom Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgun in Mainz. Foto: Fredrik von Erichsen/Archiv

Mainz (dpa/lrs) - Nach dem bundesweit einmaligen Fall eines Zwölfjährigen unter Terrorverdacht hat das Jugendministerium in Rheinland-Pfalz ein Konzept für den Umgang mit potenziell gefährlichen Minderjährigen entwickelt. Dazu gehören nach Angaben des Ministeriums vom Montag die Unterbringung in einem dafür bereit gehaltenen Gebäude, die Einrichtung einer Koordinierungsstelle sowie die Zusammenarbeit mit freien Trägern für eine Betreuung im Krisenfall. Zuvor hatte die «Rheinpfalz» darüber berichtet.

Ein damals zwölf Jahre alter Junge hatte im Dezember 2016 nach Angaben des Mainzer Innenministeriums versucht, einen Sprengsatz in der Nähe des Weihnachtsmarkts von Ludwigshafen abzulegen. Der unter islamistischen Einfluss geratene Jugendliche wurde danach in eine geschlossene Einrichtung gebracht und befindet sich in Obhut eines Jugendhilfe-Trägers.

Zur Unterstützung der für eine Betreuung zuständigen Jugendämter soll im kommenden Jahr ein Haus gesucht werden, in dem strafunmündige Minderjährige, die als Sicherheitsrisiko eingestuft werden, untergebracht werden können. Das Haus soll auf Kosten des Landes vorgehalten werden. Für nicht strafmündige Minderjährige, die anderweitig kriminell werden, bleibt es dagegen bei bestehenden Einrichtungen mit entsprechenden pädagogischen Konzepten.

Die Koordinierungsstelle beim Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung soll in einem konkreten Fall alle Beteiligten auf kommunaler und Landesebene zusammenbringen und ein Konzept für Unterbringung und Betreuung entwickeln. Das Land will einen oder mehrere freie Träger dafür gewinnen, sich im Bedarfsfall dafür bereitzuhalten. Das Konzept sieht auch Fortbildungen für Fachkräfte in Einrichtungen und Jugendämter vor. Für alle Bausteine hat das Land für die nächsten beiden Jahre bis zu 200 000 Euro an Haushaltsmitteln vorgesehen.

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