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Montag, 23. Juli 2018 Drucken

Politik

Kommentar: Zu spät getwittert

Von Christine Kamm

Will nicht mehr für Deutschland spielen: Mesut Özil (Archivfoto: dpa)

Wer wie Mesut Özil in der Erdogan-Foto-Affäre wochenlang schweigt und dann per Rundumschlag ausholt, der macht sich selbst zum Buhmann.

Über Twitter wird sehr große Politik gemacht. Ein Politikum ist am Sonntag nun auch über diesen Nachrichtendienst geregelt worden. Pünktlich zur neuen Saison hat sich Fußball-Nationalspieler Mesut Özil aus der Mannschaft von Bundestrainer Joachim Löw verabschiedet. Es war ein Abgang mit Ansage, der viele Verlierer hinterlässt: den türkischstämmigen Spieler selbst, den Deutschen Fußball-Bund wegen seines schlechten Krisenmanagements und auch Trainer Jogi Löw. Denn der Fußball-Profi und der Bundestrainer haben die gleichen Berater. Deshalb dürfte die Erdogan-Affäre mit dem Rücktritt für den DFB noch nicht aus der Welt sein. Zumal der Spieler den DFB-Präsidenten Reinhard Grindel persönlich angegriffen hat – und der heute sicher mit einer entsprechenden Antwort an die Öffentlichkeit gehen wird.

 

Dass Özil nach dem Foto mit Ilkay Gündogan und dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan, das Mitte Mai entstanden ist, so lange geschwiegen hat, war fatal. Der 29-Jährige hat am Sonntag in größeren Stellungnahmen sehr ausführlich Position bezogen. Eine Meinung hatte und hat er also. Warum hat der Spieler von Arsenal London sich nicht gleich gewehrt, sondern bis weit nach der WM gemauert? Schweigen ist nicht immer Gold. Nun hat Mesut Özil mit einem Rundumschlag reagiert, in dem er alles und jeden angegriffen hat. „Rassismus und fehlender Respekt“ nennt er als Gründe für seinen Schritt. Mit dieser Generalabrechnung macht er sich aber selbst zum Buhmann.

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