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Freitag, 07. Dezember 2018 Drucken

Kultur

Welcome Michael!

Mit Michael Francis bekommt die Deutsche Staatsphilharmonie erstmals einen englischen Chefdirigenten

Von Frank Pommer

Michael Francis will auf die Menschen zugehen und setzt dabei auf Musikvermittlung.

Michael Francis will auf die Menschen zugehen und setzt dabei auf Musikvermittlung. ( Foto: KUNZ)

Die Deutsche Staatsphilharmonie Rheinland-Pfalz hat einen neuen Chefdirigenten: Gestern wurde der 1976 geborene Brite Michael Francis als Nachfolger von Karl-Heinz Steffens in der Ludwigshafener Philharmonie vorgestellt. Francis wird im September 2019 die musikalische Leitung der Staatsphilharmonie übernehmen – rechtzeitig zum Jubiläumsjahr, in dem das Orchester seinen 100. Geburtstag feiern wird.

Der Mann ist ein Menschenfänger. Einer noch dazu mit typisch britischem Humor. „Als mich Beat Fehlmann in Florida besucht hat, waren wir leider nicht erfolgreich bei der Jagd auf Alligatoren.“ Und die Musiker der Deutschen Staatsphilharmonie liegen Michael Francis jetzt schon zu Füßen. „Man kann sich seinem Charme einfach nicht entziehen“, erfährt man da beispielsweise. Auch ein Mitglied des Orchestervorstands gibt ein herzliches Willkommen bei der Pressekonferenz zu Protokoll: „Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit, nicht nur künstlerisch, sondern vor allem menschlich.“

Francis gibt das Kompliment direkt zurück: „Es sind die Musiker, die einen Dirigenten dazu bewegen, zu einem Orchester zu kommen. Es war das schnellste ,Ja’ in meinem Leben“, kommentiert er seine Entscheidung, einen Fünfjahresvertrag bei der Deutschen Staatsphilharmonie zu unterschreiben, der im September 2019 beginnt. Es wird damit auch seine erste wichtige Aufgabe sein, im Jubiläumsjahr die musikalische Verantwortung für das dann 100 Jahre alte Orchester zu übernehmen.

Francis, der zugleich Chefdirigent des Florida Orchestra ist und auch in dem US-Staat lebt, ist jemand, der für Musik begeistern kann, der aber auch auf Menschen offen zugeht. Am Pult wirkt er ebenso charismatisch wie sympathisch. „Ich liebe es, die Musik zu den Menschen zu bringen. Die Macht der Musik kann uns verändern. Wir müssen sie aber zu den Menschen bringen, in die kleinen Städte, in Schulen, in Krankenhäuser.“ In Fragen der Musikvermittlung hat er in seinem Intendanten Beat Fehlmann einen Bruder im Geiste. „Die Bewegung hin zu den Menschen ist auch für mich von zentraler Bedeutung. Wir wollen das teilen, was uns täglich umtreibt, fasziniert und begeistert.“ Wie das konkret aussehen wird, kann man im April erfahren, wenn das Programm für die nächste Spielzeit vorgestellt wird. Für Francis aber ist es ganz einfach: „Es ist eine Frage der Vermittlung, die Menschen müssen verstehen, was ein Komponist sagen wollte. Wir müssen das Warum erklären, nicht so sehr das Was.“ Francis stellt sich auch gerne selbst vor das Publikum, und er weiß, dass ihm dabei fehlende Deutschkenntnisse im Wege stehen. „Ich habe viel Deutsch zu lernen und werde das tun, das verspreche ich. Denn ein Dirigent muss zu den Menschen in ihrer Sprache sprechen können.“

Kulturminister Konrad Wolf sprach von einem Neuanfang bei der Staatsphilharmonie, der zugleich der Abschluss einer zweijährigen Entwicklung seit dem angekündigten Abschied von Karl-Heinz Steffens 2016 sei. Es habe damals „Verwerfungen“ zwischen der Intendanz und dem Orchester gegeben, denen man sich habe stellen müssen. Zugleich aber sei die Ära Michael Kaufmann und Karl-Heinz Steffens „sehr erfolgreich gewesen“. Nun beginne eine neue Ära, die natürlich auch mit hohen Erwartungen verbunden sei. „Michael Francis wird mit Sicherheit diese hohen Erwartungen erfüllen“, ist Wolf überzeugt. Kommentar

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