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Kultur

Kommentar: Unbefriedigend

Von Susanne Schütz

Das Urteil um den Hortfund von Rülzheim deckt Gesetzeslücken auf und ist weder für Sondengänger noch für Archäologen ein Erfolg.

Selten wird eine Gerichtsverhandlung zum Treffen von Archäologen, die ihre Kenntnisse von Juristen zerpflücken lassen müssen. Wie eine streitbare Fachtagung wirkte gestern das Verfahren um den Rülzheimer Fund bisweilen. Ergebnis: Das Gericht will nicht beurteilen, wer Recht hat. Ohnehin ist ein Strafgericht der falsche Ort für archäologische Detailfragen. Das Verfahren zeigt eine empfindliche Lücke im Landesdenkmalschutzgesetz auf. Dort steht zwar, dass Funde von „besonderer wissenschaftlicher Bedeutung“ dem Land gehören. Doch dieses Besondere ist nicht näher beschrieben. Der Gutachter aus Bayern, wo das Gesetz anders ist und Funde dem Bodenbesitzer gehören, philosophierte gar, dass es sehr individuell sei, was als besonders gelte. Das Land hätte sich jedenfalls den ins Spitzfindige ausufernden Prozessmarathon ersparen können, wenn es den „Schatzregal“-Paragrafen genauer definiert hätte.

Die Landesarchäologie würde gern Sondengänger an sich binden. Hier ging sie aber ungeschickt vor, schon mit der ursprünglichen, übertriebenen Bezeichnung „Barbarenschatz“. Dass der Speyerer nun doch wegen Unterschlagung bestraft wurde, auch wenn es bei einer Verwarnung blieb, dürfte seinesgleichen nicht unbedingt motivieren, Funde umgehend abzugeben. Dazu ist im Prozess auch zu wenig deutlich geworden, dass ein Sondengänger, so er Bedeutsames findet und abgibt, laut Denkmalschutzgesetz Anrecht auf Finderlohn hat. Für den Speyerer hat sich der Rummel indes gelohnt: Er konnte seinen eigenen Metallsondenhandel gründen und bislang erfolgreich führen.

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