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Dienstag, 11. September 2018 Drucken

Buch

70. Geburtstag

Frankfurter Buchmesse ohne «rechte Ecke»

Nino Haratischwili

Nino Haratischwili, Theaterregisseurin, Dramatikerin und Romanautorin aus Georgien, wird zu Gast bei der Leipziger Buchmesse sein. Foto: Jens Kalaene

Mehr internationale Verlage, mehr Veranstaltungen in der Stadt, mehr Engagement für Menschenrechte - vier Wochen vor der Frankfurter Buchmesse haben die Organisatoren die wichtigsten Neuerungen vorgestellt. Ein neues Gebäude und ein Weltrekordversuch sind dabei.

Frankfurt/Main (dpa) - Die Frankfurter Buchmesse will rechte Verlage nicht aussperren, dabei aber die eigene Position deutlich machen.

«Wir sind ein Ort, der inkludiert», sagte der Direktor der Frankfurter Buchmesse, Juergen Boos, am Dienstag in Frankfurt. «Wir müssen alle Stimmen zulassen, die nicht gegen das Grundgesetz verstoßen.» Alles andere sei Zensur.

Es werde «keine rechte Ecke» auf der Buchmesse 2018 geben, sagte Boos. Bisher hätten sich «eineinhalb Verlage» aus dem rechten Spektrum angemeldet - bei rund 7000 Ausstellern. Der Verlag, an dessen Stand es im vergangenen Jahr zu tumultartigen Szenen kam, sei nicht mehr dabei. Boos erwartet trotzdem, dass es auch dieses Jahr «polarisierende Diskussionen» geben wird.

Mit der Kampagne «On The Same Page» will die Buchmesse auf die Bedeutung der Menschenrechte hinweisen; die Allgemeine Erklärung der Menschenrechte wird in diesem Jahr - ebenso wie die Frankfurter Buchmesse - 70 Jahre alt. Die Eröffnungsrede am 9. Oktober wird die EU-Außenkommissarin Federica Mogherini halten; auf der Eröffnungs-Pressekonferenz wird die nigerianische Autorin Chimamanda Ngozi Adichie sprechen.

Die größte Bücherschau der Welt findet vom 10. bis 14. Oktober statt. Die Messe werde immer internationaler, sagte Boos. Vor allem die Zahl der Aussteller aus Südostasien und Afrika sei gewachsen. Bei europäischen Verlagen gebe es eine Stagnation, bei deutschsprachigen gehe die Konsolidierung weiter: Einige kleinere Verlage hätten aufgeben müssen, einige größere seien in Konzernen aufgegangen.

Gastland ist in diesem Jahr Georgien; 70 Autoren wollen nach Frankfurt kommen, 200 Titel sind auf Deutsch erhältlich. Die aus Georgien stammende Autorin Nino Haratischwili steht auf der Shortlist für den Deutschen Buchpreis. Der Ehrengast-Pavillon steht unter dem Motto «Made by Characters» - eine Anspielung darauf, dass es im Georgischen ein eigenes Alphabet gibt.

Neben dem Lesezelt wird es eine neue Veranstaltungslocation auf dem Messegelände geben: den «Frankfurt Pavilion» vom Architektenbüro schneider+schumacher, eine Art Strudel aus Bücherregalen. Das Format «Bookfest» will Veranstaltungen in Szenelocations in der Stadt organisieren, aber auch Publikumsevents auf der Messe. Ein Weltrekordversuch ist am Messesamstag geplant: 20 Jahre nach dem ersten «Harry Potter»-Buch sollen mindestens 1000 als Harry Potter verkleidete Menschen auf die Buchmesse kommen.

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