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Donnerstag, 07. Februar 2019 Drucken

Kultur

Ein Fest für Mozart

Die Ausnahmegeigerin Janine Jansen und die Camerata Salzburg im Feierabendhaus der BASF

Von Markus Pacher

Geigenstar aus den Niederlanden: Janine Jansen.

Geigenstar aus den Niederlanden: Janine Jansen. ( Foto: PR )

In der Reihe „The Big Four“ der BASF brillierten die Weltklasse-Interpreten Janine Jansen und Henning Kraggerud an der Seite der Camerata Salzburg mit einem reinen Mozartprogramm. Glanzstück des Abends war die berühmte „Sinfonia concertante“ in Es-Dur (KV 319) für Violine, Viola und Orchester.

Kühn, individuell, modern und voller revolutionärer Energie ist der viel gerühmte „Salzburger Mozart-Klang“ der Camerata Salzburg. Der traditionsreiche Klangkörper zelebriert ihn in Eigenverantwortung und Gemeinschaftssinn in einer faszinierend zupackenden Weise. Einen Dirigent suchen wir auch an diesem Abend vergeblich. Immer in Bewegung ist allerdings Konzertmeister Gergory Ahss, der mal stehend, mal sitzend als temperamentvoller Impulsgeber den damaligen Gepflogenheiten zumindest optisch entspricht – denn Taktstock schwingende Pultstars gab’s zu Mozarts Zeiten noch nicht. Seine virtuose Orchesterkultur beweist das Ensemble zunächst mit der Sinfonie B-Dur (KV 319), in der das – neben den Wiener Philharmonikern – Vorzeigezeigeorchester der Salzburger Festspiele gleich zum Auftakt für sprühende Champagnerlaune sorgt.

Der Mozart von Geigerin Janine Jansen und Bratscher Henning Kraggerud entpuppte sich auf keinen Fall als mozärtlich. Aus den ersten Sätzen der „Sinfonia concertante“ bastelte das Duo ein zweiaktiges romantisches Seelendrama, das einer musikalischen Untermalung von Bergmans Filmklassiker „Szenen einer Ehe“ zur Ehre gereicht hätte. Jansen begeistert dabei mit ihrem blühend-schlanken Ton und ihrer natürlichen Frische, Kraggeruds Bratsche mit der Wärme und der goldenen Klangkraft eines Cellos.

Mit dem Konzertmeister Gregory Ahss stehen so drei faszinierende Künstler-Persönlichkeiten auf der Bühne. Im 3. Satz feiern die beiden Klassikstars schließlich Versöhnung, spielen munter zum Tanze auf und liefern umwerfend unterhaltsame Gute-Laune-Musik. Fast stiehlt der temperamentvolle Norweger dabei seiner Muszierpartnerin die Schau, etwa wenn er immer wieder dem Publikum den Rücken kehrt, sich im Kreise dreht und im Tutti-Spiel und unter vollem Körpereinsatz intensiv mit der Camerata kommuniziert. Was machen die nur mit unserem braven Mozart, mochte sich das Publikum ein ums andere Mal gefragt haben.

Ein weiteres Mozart-Schmankerl folgt mir der berühmten Pariser Sinfonie, jenem Werk, mit dem Mozart einen überwältigenden künstlerischen Erfolg in der europäischen Kulturmetropole feierte. Die Eröffnung der Sinfonie klingt geradezu majestätisch, die schnellen Sätze mitreißend und expressiv.

„Es war ein großes Applaudissement“ schrieb Mozart im Juni1778 in einem Brief an seinen Vater, nachdem er die überwältigende Aufführung seiner „Pariser“ Sinfonie miterlebt hatte. Großes Applaudissement war jetzt auch beim Auftritt der Camerata Salzburg in Ludwigshafen. Nicht lumpen ließen sich die Gäste aus Österreich und belohnten das dankbare Publikum mit einer mitreißend schwungvollen und wahnwitzig rasanten Wiedergabe des letzten Satzes aus der berühmten Haffner-Sinfonie.

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