Pferdesport RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker Rennwiese: Worüber sich Rennreiterin Larissa Bieß am meisten freut

Trab, trab, trab und ja kein Galopp: Die 2500 Zuschauer bekamen beim Frühjahrsrenntag auf der Rennwiese auch neben fünf Galopp-
Trab, trab, trab und ja kein Galopp: Die 2500 Zuschauer bekamen beim Frühjahrsrenntag auf der Rennwiese auch neben fünf Galopp- auch zwei Trabrennen zu sehen.

Die Lokalmatadorin gewinnt zum zweiten Mal in Folge auf demselben Rennpferd ein außergewöhnliches Rennen. Der Frühjahrsrenntag ist ganz schön facettenreich.

„Darauf einen Aperol Spritz“, sagen sich Gisela Schwab aus Krickenbach im Landkreis Kaiserslautern und ihre in Herschberg wohnende Nichte Sarah vor dem Start des Renngeschehens auf der 1200 Meter langen Rennwiese am Samstag. Die beiden Frauen gehören zum fachkundigen Publikum. Auch die beiden sechsjährigen Zwillingsschwestern Malia und Jala Traub aus Neustadt sind Pferdeliebhaber. Mit Mama Yvonne und Opa Karl-Peter Hahn erfüllen sie sich mit dem Besuch auf der Zweibrücker Pferderennbahn einen Herzenswunsch. Mit Currywurst und Pommes als Grundlage und einer kühlen Cola beobachten sie zusammen mit rund 2500 Zuschauern das Renngeschehen.

Stärkung am Rand des Renngeschehens: Die sechsjährigen Zwillinge Malia und Jala Traub aus Neustadt haben sich mit dem Besuch des
Stärkung am Rand des Renngeschehens: Die sechsjährigen Zwillinge Malia und Jala Traub aus Neustadt haben sich mit dem Besuch des Zweibrücker Rennens, zusammen mit Mama Yvonne und Opa Karl-Peter Hahn, einen Herzenswunsch erfüllt.

Gegen die eigene Tochter gewettet

Einen entspannten Samstag erlebt auch Jonas Jakobi mit Freundin Selina Kalkenbrenner, beide in Reifenberg wohnhaft. „Meine Familie hat auch Rennpferde. Die werden heute geschont für ein Rennen morgen in Düsseldorf“, sagt Jakobi, während sie über Rennquoten und mögliche Gewinne sinnieren.

Stammen alle drei aus Münchweiler und traten im dritten Rennen gegeneinander an (von links): Larissa Bieß, Marie Gast und Nora C
Stammen alle drei aus Münchweiler und traten im dritten Rennen gegeneinander an (von links): Larissa Bieß, Marie Gast und Nora Cronauer.

Apropos Rennen. Im dritten Rennen treffen drei Freundinnen aufeinander. Die drei Münchweilerer Rennreiterinnen Larissa Bieß auf dem Rücken von Korfu, Marie Gast, inzwischen in Blieskastel wohnend, sie startet bei vier von fünf Rennen, und Nora Cronauer auf First Lady gehören zum siebenköpfigen Starterfeld des mit 2.500 Euro Preisgeld dotierten dritten Rennens. Am Ende überläuft Rennreiterin Bieß nach 1800 Metern vor der tollen Kulisse bei schön-warmem, frühlingshaftem Wetter als Erste die Ziellinie. „Ich freue mich, weil ich mit Korfu nach 2025 zum zweiten Mal hier gewonnen habe“, sagt die siegreiche Lehrerin.

Lockere Schraube am Sulky ist schnell repariert

Aber auch das gibt es: Pferd ohne Reiterin. Nach einem Sturz, in dem zwei Reiter unmittelbar vor dem Start verwickelt werden, galoppiert das Rennpferd ohne jemand im Sattel über die Rennwiese. Glücklicherweise verläuft der Sturz glimpflich, abgesehen von ein paar Minuten Verzögerung. Unter die Rubrik „Kurios“ dürfte auch ein technisches Malheur vor dem Start beim Trabrennen fallen. Eine lockere Schraube an einem Rad des Sulkys, das ist der Wagen, den das Pferd zieht, muss repariert werden. Aber auch das klappt.

Derweil herrscht am Wettschalter reges Treiben. Giuliano Tedesco von der „Wettschule Wettstar“ erklärt mit stoischer Ruhe dem nicht fachkundigen Publikum, wie das mit dem Wetten funktioniert. Am Ende scheint es, als könne man nur dabei gewinnen. Der Schein trügt aber manchmal. Einer, der gewinnt, ist Nora Cronauers Vater Helmut. Der Münchweilerer wettet auf „Platz“ für seine Tochter, aber auch für Larissa Bieß. Mit einem verschmitzten Lächeln gesteht der Rennsportfan, dass er nicht nur auf seine eigene Tochter gesetzt hat – und das mit Erfolg.

Vom Wahlkampf zum Rennen

Nach dem Motto „Morgens Wahlkampf, mittags Pferderennen“ lässt sich die doppelfunktionale Aufgabe von Marold Wosnitza beschreiben. Das Stadtoberhaupt Zweibrückens wirbt vormittags in der Zweibrücker Innenstadt noch für sich selbst bei der Stichwahl zum Oberbürgermeister am Tag darauf, dem Sonntag. Nachmittags, rechtzeitig zum Renngeschehen, schüttelt er als Präsident des Pfälzischen Rennvereins den Siegern der sieben Rennen die Hände. „Ich reite nicht, aber ich wette gern“, gesteht er. „Wenn Sie Oberbürgermeister der Stadt der Rosen und Rosse sind, gehört das zum Job dazu, Präsident des Rennvereins zu sein“, erläutert er. Den Wahlkampf habe er jetzt beendet, und schon schwärmt er über den Zustand der Rennwiese: „Eine unglaublich gute Bahn heute“, sagt er und lobt das Team. „Die können selbst bei den ungünstigen Bedingungen alles aus der Bahn herausholen“, schwärmt Wosnitza.

„Ah, das ist der mit dem Hänger“, kommentiert eine Zuschauerin mit nicht ganz korrekter Wortwahl die Siegerehrung beim ersten von zwei Trabrennen. Die Besonderheit hier: Das Pferd darf nicht galoppieren, sonst droht die Disqualifikation. Der aus dem bayerischen Pfarrkirchen stammende Robert Pletschacher mit Kesio gewinnt souverän. „Es war ideal. Der weiche Grasboden kommt uns sehr entgegen“, beschreibt der 41-jährige Trabertrainer und Gewinner des tschechischen Traber-Derbys 2025 seinen Sieg.

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