Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker Oberliga-Damen trotzen Spitzenteam einen Punkt ab

Lara Schlicker (beim Wurf) machte eines ihrer besten SV-Spiele seit langem. Sie traf viermal.
Lara Schlicker (beim Wurf) machte eines ihrer besten SV-Spiele seit langem. Sie traf viermal.

Im rechten oberen Torwinkel landete der Wurf von Lucy Dzialoszynski. Tor, der 26. Treffer für die Oberliga-Handballerinnen des SV 64 Zweibrücken gegen die SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam. Die Gäste hatten auch 26-mal getroffen. Weil ihnen gegen aufopferungsvoll kämpfende Zweibrückerinnen in den verbleibenden 35 Sekunden kein weiterer Treffer gelang, blieb es vor den Augen von Handball-Nationalspielerin Amelie Berger beim 26:26 (14:14)-Remis.

Das passende Ergebnis nach den 60 Minuten, da waren sich SV-Trainer Rüdiger Lydorf und SG-Trainer Christian Hörner einig. „Es wäre wirklich nicht gerecht gewesen, wenn hier eine der Mannschaften als Verlierer vom Platz gegangen wäre“, verdeutlichte Lydorf nach einem temporeichen Spiel, in dem auch die Fehlerbilanz der Teams ausgeglichen war.

Eine knappe halbe Minute war nach Dzialoszynkis Ausgleich noch zu spielen. Hörner nahm eine Auszeit. Lydorf schwor seine Truppe ein: „Ihr müsst jetzt alles reinhauen, was ihr habt.“ Taten sie. Im Spielverlauf, es war eine entscheidende Umstellung, hatte Lydorf zwei Youngster ins Abwehrzentrum beordert: Lucy Hilz und Lea Bullacher. Und die Youngster lieferten. Janine Baus klaute offensiver deckend mit ihren langen Armen immer wieder Bälle der SG. Dann ging es mit Tempo nach vorne. Die schnellen Wellen sahen beim SV 64 deutlich besser aus als zuletzt.

Siebenmeter-Killerin Huber

Und richtig gut auch bei der SG. Deren Umschaltspiel anzuschauen, machte Spaß. Mit viel Tempo, sehr sicher, mit erkennbar einstudierten Laufwegen und viel Durchsetzungsvermögen. Vor allem Laura Klein und Luisa Jenne waren kaum zu stoppen. Es passte vieles bei der SG, aber gegen Zweibrücken eben nicht alles: Weil Daphne Huber im SV-Tor am Samstag, wenn die SG-Angreiferinnen frei vor ihr auftauchten, oft Siegerin blieb. „Wir haben viel zu viele freie Chancen nicht genutzt“, resümierte Hörner. Unter anderem fünf von sechs Strafwürfen brachte das SG-Team nicht an Huber vorbei. „Daphne ist halt eine Siebenmeter-Killerin“, freute sich Lara Schlicker mit der Torhüterin, die schon zuletzt gegen Koblenz im Linienduell stark war.

Schlicker lieferte am Samstag eines ihrer besten Spiele im SV-Trikot seit Monaten. „Endlich“, freute sich die 25-Jährige. Die Physiotherapeutin spielt gerne im rechten Rückraum. Nach dem krankheitsbedingten Ausfall von Kim Pfeifer – auch Marie Kiefer musste passen – spielte sie auf der rechten Außenbahn. Die Position passte vom Anpfiff weg gut. Sie traf zum 1:1, zum 3:2. Die Extra-Motivation saß wohl auf der Tribüne: Bundesliga-Spielerin Amelie Berger drückte während einer heimatlichen Visite „Schlicki“ und Co. die Daumen. „Ja, wir haben schon eine besondere Verbindung. So unter Linkshänderinnen“, bestätigte Schlicker lachend, die mit Berger in der B-Jugend zusammengespielt hatte. Die Rechtsaußen von Meister Borussia Dortmund lobte: „Gut gespielt.“

SV-Damen hängen sich in der Schlussphase voll rein

Zweimal holten die Zweibrückerinnen einen Rückstand auf. „Gelingt uns nicht oft“, meinte Lydorf. Nach dem 5:8-Rückstand (14.) war es Baus, die mit drei Rückraum-Toren die Zweibrückerinnen wieder auf Kurs brachte. Nach dem 18:18 (39.) durch Schlicker nutzte die SG Zweibrücker Fehler, um auf 22:18 wegzuziehen. Die Entscheidung war es nicht. Weil Dzialoszynski, die nicht gut gestartet war, traf, die Abwehr stand und sich die Zweibrückerinnen wie gefordert reinhängten. Für die SG hatte Lydorf einen Trost: „Der spätere Meister hat in den vergangenen Oberliga-Jahren nie in Zweibrücken gewonnen.“

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: Huber - Baus (7), Dzialoszynski (8/4), Frank (2) - Schlicker (4), Hilz (2) - Müller – Bullacher (1), Zimmermann (2)

SG Ottersheim/Bellheim/Kuhardt/Zeiskam: Schrader - Jenne (8/1), Sefrin (4), Freund (1) - Klein (5), Bleh (2) - Silaghi (1) – Winter (2), Reichling (2), Frohn (1)

Spielfilm: 5:5 (9.), 5:8 (13.), 9:9 (18.), 13:11 (25.), 14:14 (Halbzeit), 18:18 (39.), 18:22 (44.), 22:22 (50.), 26:26 (Ende) - Zeitstrafen: 2:3 - Siebenmeter: 6/4 - 6/1 - Beste Spielerinnen: Schlicker, Baus, Huber - Jenne, Klein - Zuschauer: 40 - Schiedsrichter: Müller/von Wolff (Osthofen/Saulheim).

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