Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücker Krankenhaus bekommt eine größere Intensivstation

Der Zugang zur Baustelle ist aus hygienischen Gründen dicht verschlossen.
Der Zugang zur Baustelle ist aus hygienischen Gründen dicht verschlossen.

Das Nardini-Krankenhaus baut seine Intensivstation aus. Der Zeitplan bis zur Inbetriebnahme ist eng gestrickt. Und es gibt weitere Herausforderungen, die zu meistern sind.

Anfang 2025 soll die neue, wesentlich größere Intensivstation im katholischen Krankenhaus ihren Betrieb aufnehmen. Die bislang neun Intensivbetten werden auf 13 erhöht. Dazu wird im neuen Anbau in Richtung Ritterstraße ein Stockwerk komplett mit neuen Intensivbetten ausgestattet. Klinik-Sprecher Thomas Frank sagt, dass der Erweiterungstrakt bis Ende 2024 fertiggestellt sein soll. Das ist der erste Bauabschnitt, erklärt er. Kommendes Jahr soll die Bestands-Intensivstation dann grundlegend umgebaut und auf den neusten medizintechnischen Stand gebracht werden.

Der Ausbau wird für das Klinikum zu einer Herausforderung. „Wir bauen im laufenden Betrieb um“, nennt Frank die erste Hürde, die Bauarbeiter und Klinik nehmen müssen. Die bestehende Intensivstation wegen Bauarbeiten zu schließen, sei nicht möglich. Zudem ist der Zeitplan eng gestrickt. Das Land gibt rund 5,3 Millionen Euro zum Ausbau dazu. Die restlichen Kosten, so Frank, muss die Klinik beisteuern. Dazu gehören ein gewisser Anteil sowie „nicht förderfähige Kosten“. Ein Beispiel hierfür sind etwa Abbrucharbeiten. Wie teuer der Intensivstations-Ausbau letztlich wird und wie viel Geld das Nardini-Krankenhaus aus eigener Tasche zahlen muss, kann Frank derzeit nicht abschätzen.

„Intensivbetten werden immer wichtiger“

Dass in der Region der Bedarf nach Intensivbetten immer größer wird, daran lässt Frank keinen Zweifel. „Intensivbetten werden immer wichtiger“, sagt der Klinik-Sprecher. Angefangen hat es mit der Schließung des evangelischen Krankenhauses, die die Anzahl von Intensivbetten in Zweibrücken auf einen Schlag stark verringerte und gleichzeitig die Patientenanzahl fürs Katholische steigen ließ. „Zudem gibt es immer mehr ältere Menschen sowie schwierige Operationen“, ergänzt Frank. Und die Klinik geht nun nach Ende der Corona-Pandemie wieder in den „Normalzustand“ über. Das heißt, dass planbare Operationen wieder gemacht werden und auch die allgemeinen Krankheitswellen wieder deutlich mehr die Krankenhausbetten füllen.

Mehr Intensivbetten bedeuten laut Frank auch mehr Pflegepersonal. Um als Pflegekraft auf der Intensivstation zu arbeiten, braucht es laut Klinik-Sprecher aber eine zweijährige Weiterbildung. Dafür wird die Pflegearbeit auf der Intensivstation auch besser entlohnt. Das katholische Krankenhaus will das bald zusätzlich gebrauchte Intensiv-Personal vor allem aus den eigenen Reihen auffüllen. „Wir übernehmen generell den Großteil unserer Auszubildenden“, erzählt Frank stolz. Gleichzeitig kündigt der Klinik-Sprecher an, dass die Klinik auf breiter Ebene neues Pflegepersonal anwerben will. Die Werbung geht dabei an Berufsanfänger sowie Intensivpfleger, die derzeit nicht im Beruf stehen. Dass das Nardini wegen des Personalmangels auf Leiharbeitsfirmen setzt, kommt für Frank nicht in Frage. „Das hilft natürlich, wenn man sehr schnell Personal braucht. Unsere Klinik war darauf bislang aber nicht angewiesen.“

Kein Spatenstich wie aus dem Lehrbuch

Oberbürgermeister Marold Wosnitza zeigt sich stolz und erfreut über den Ausbau der Intensivstation: „Die medizinische Versorgung wird immer wichtiger und ist auch ein großer Standortfaktor.“ Wie wichtig eine gute und umfangreiche Krankenhausversorgung vor Ort ist, habe sich in der Pandemie gezeigt, sagt Wosnitza.

Einen klassischen Spatenstich für die Intensivstations-Erweiterung gab es am Donnerstag übrigens nicht. Niemand trug einen Bauhelm oder Blaumann, hatte einen Spaten oder zumindest eine Schaufel in der Hand. Stattdessen wurde das Bauprojekt im Schwesternwohnheim vorgestellt. Ein Band wurde auch nicht durchgeschnitten. Das soll bei der Eröffnung der Intensivstation passieren.

Geschäftsführer Frank Banowitz erläutert das „Zukunftsprojekt“, wie auf dem Bildschirm zu lesen ist.
Geschäftsführer Frank Banowitz erläutert das »Zukunftsprojekt«, wie auf dem Bildschirm zu lesen ist.
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