Zweibrücken Zweibrücker Feuernächte: Was bisher bekannt ist

Der Schaden im früheren evangelischen Krankenhaus soll in die Millionen gehen.
Der Schaden im früheren evangelischen Krankenhaus soll in die Millionen gehen.

Mitte April musste die Feuerwehr schwerwiegende Brände im ehemaligen evangelischen Krankenhaus und in der Junkersstraße löschen. Nur in einem Fall gibt es Verdächtige.

Die drei Männer, die beschuldigt werden, in der Nacht zum 19. April und am darauffolgenden Morgen mehrere Brände im ehemaligen evangelischen Krankenhaus gelegt zu haben, befinden sich weiterhin in Untersuchungshaft. Das teilte die Staatsanwaltschaft Zweibrücken auf Anfrage mit. Laut Staatsanwalt Felix Huth macht das Trio im Alter von 18 bis 25 Jahren von seinem Schweigerecht Gebrauch. Weitere Zeugen seien der Staatsanwaltschaft derzeit nicht bekannt, und die Ermittlungen dauerten an, so Huth.

In der leerstehenden früheren Klinik am Himmelsberg hat es in der Nacht zum Sonntag, 19. April, mehrmals nacheinander gebrannt. Mehrere Stockwerke fingen Feuer beziehungsweise wurden durch Flammen in Mitleidenschaft gezogen. Die Polizei geht von einem Schaden in Millionenhöhe aus. Noch am selben Sonntag wurden die drei Tatverdächtigen festgenommen. Ob sie auch für andere Brände in Zweibrücken verantwortlich sind, ist laut Staatsanwaltschaft ebenfalls Gegenstand der Ermittlungen.

Junkersstraße: Warten aufs Gutachten

Bereits in der Nacht zum 18. April, also einen Tag vor dem Klinikbrand, hatte es im Keller eines Gewobau-Wohnblocks mit 20 Wohnungen in der Junkersstraße 4 gebrannt. Auch hier wird von Brandstiftung ausgegangen, und auch hier laufen laut Staatsanwaltschaft noch die Ermittlungen. Ob ein Zusammenhang mit dem Brand im früheren evangelischen Krankenhaus besteht, werde untersucht.

Das Mehrfamilienhaus in der Junkersstraße musste wegen der starken Rauchentwicklung im Keller geräumt werden. Die Bewohner sind vorübergehend in Ersatzwohnungen untergebracht. Das Haus gehört der Gewobau. Deren Geschäftsführer Jörg Eschmann sagte am Montag auf Anfrage, dass diese Woche an zwei Tagen Bewohner in das Gebäude dürfen, um Sachen rauszuholen. Was die Brandursache angeht, sei man noch nicht weiter. Die Staatsanwaltschaft habe bislang noch keinen Brandgutachter in den Keller des Hauses geschickt. Dieses sei deshalb nach wie vor polizeilich versiegelt.

Versicherung durfte ins Brandhaus

Die Versicherung habe reingedurft, um die Wohnungen selbst in Augenschein zu nehmen, so Eschmann. Vor allem die beschädigten Wohnungstüren – die Feuerwehr hatte sie aufbrechen müssen, um sicherzustellen, dass sich niemand mehr in den Wohnungen befindet – habe die Versicherung begutachtet. Neue Türen habe die Gewobau deshalb in Auftrag geben können, so Eschmann. Was die weiteren Schäden angeht, müsse man die Ermittlungen abwarten. „In den Keller, in dem das Feuer ausgebrochen ist und in dem wir Schäden an Gas-, Wasser- und Stromanschlüssen vermuten, dürfen wir noch nicht.“

Das Mehrfamilienhaus in der Junkersstraße ist derzeit nicht bewohnbar.
Das Mehrfamilienhaus in der Junkersstraße ist derzeit nicht bewohnbar.
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