Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Zweibrücken bekommt eine Klinik im Grünen

Um die Dimensionen des geplanten Gebäudes C (links) mit den Patientenzimmern gibt es noch Diskussionen.
Um die Dimensionen des geplanten Gebäudes C (links) mit den Patientenzimmern gibt es noch Diskussionen.

Die Bauherren der psychosomatischen Parkklinik Hornbach planen eine Schwester-Einrichtung in Zweibrücken. Ein Projekt, zu dem der Stadtrat wohl Ja sagen wird.

Der Zweibrücker Bauausschuss begrüßt das private Vorhaben, auf dem Grundstück der ehemaligen Baumschule Winkler am Fasanerieberg eine private Akutklinik für psychosomatische Erkrankungen zu bauen. Einstimmig rät das Gremium dem Stadtrat, dass dieser in seiner Sitzung am 30. April den Bebauungsplan genehmigt und das Gelände für die Kliniknutzung umwidmet.

Behandelt werden sollen dort „zum Beispiel Burnout-Erkrankungen oder Depressionen“, so der Architekt Martin Grub: „Alles, was nichts mit Drogen oder Sexualstraftaten zu tun hat.“ Das Betreiberkonzept sei mit dem der neuen Parkklinik in Hornbach identisch. „In Deutschland besteht sehr hoher Bedarf an solchen Kliniken“, sagte Grub. „Die sind zu mehr als 90 Prozent ausgelastet. So eine stationäre Therapie dauert oft sechs Monate und mehr.“ Nach Angaben des Architekten sollen in der Privatklinik am Fasanerieberg etwa 85 neue Arbeitsplätze geschaffen und bis zu 120 Patientenzimmer errichtet werden – „für Privatpatienten, Beihilfeberechtigte und Selbstzahler“. Denkbar sei, dass dort künftig noch Zimmer für Tagesgäste hinzukommen.

Parkklinik eröffnet frühestens in fünf Jahren

Die Herzog-Wolfgang-Stiftung, der das 2,4 Hektar große Gelände gehört, stellte dem Bauausschuss am Dienstagabend zusammen mit Martin Grub und Bauleitplaner Sebastian Ernst das Projekt vor. Grub sprach von einer Investition „von deutlich mehr als 50 Millionen Euro“. Rechne man alle Genehmigungs-, Prüfungs- und Ausschreibungsverfahren ein, könnte die Zweibrücker Parkklinik frühestens in fünf Jahren ihren Betrieb aufnehmen, so Grub zur RHEINPFALZ.

Das Grundstück der ehemaligen Baumschule Winkler liegt in der Nähe der Canadasiedlung.
Das Grundstück der ehemaligen Baumschule Winkler liegt in der Nähe der Canadasiedlung.

„Von Anfang an war geplant, die Hornbacher Klinik durch weitere Standorte zu ergänzen“, erläutert der Architekt, dass man zusammen mit der Stiftung einen möglichst nah gelegenen zweiten Klinikstandort gesucht habe. Diesen habe man am Zweibrücker Fasanerieberg gefunden; ein dritter soll in Hessen entstehen. Am Standort Hornbach mit 57 Patientenzimmern und 35 Vollzeitstellen, der am 26. April eröffnet und wo am 5. Mai die ersten Patienten einziehen, gebe es keinen Platz für die angestrebte Erweiterung.

Nähe zur Natur und zum Stadtgebiet

Das Hornbacher wie das Zweibrücker Klinik-Grundstück sind beziehungsweise waren Eigentum der Zweibrücker Herzog-Wolfgang-Stiftung, die aus der einstigen protestantischen Kirchenschaffnei hervorgegangen ist. Die Parkklinik Hornbach Betriebs GmbH, die die Einrichtung in der Klosterstadt führt, soll dereinst auch die Zweibrücker Niederlassung betreiben, sagte Grub auf Anfrage. „Die Herzog-Wolfgang-Stiftung ist übrigens Trägerin der Bauleitplanung, nicht aber der Klinik selbst. „Da hatte es im Vorfeld wohl ein paar Missverständnisse gegeben.“

„Für die Patienten ist die Nähe zur Natur im Naherholungsgebiet Fasanerie besonders günstig. Und nahe der Canadasiedlung ist es auch in die Stadt nicht weit“, erläutert Sebastian Ernst vom Völklinger Büro Agsta, der die Bauleitplanung organisiert. „Weil von der Klinik kein Lärm ausgeht, werden die angrenzenden Wohngebiete nicht belästigt.“ Der Standort Hornbach verdanke seinen Reiz der Einbeziehung denkmalgeschützter Räume. In Zweibrücken entstehe hingegen ein Komplett-Neubau aus mehreren Einzelhäusern. In Gebäude A werden Verwaltung, Seminar- und Veranstaltungsräume, Wirtschaftsbereich und Technik sowie eine kleine Tiefgarage untergebracht. Gebäude B ist Küche und Speiseräumen sowie Physiotherapie, Training, Wellness und Schwimmbad vorbehalten. Auf Bitten der CDU-Stadtratsfraktion wird der Architekt prüfen, ob sich an den Ausmaßen des fünfstöckig und 18 Meter hoch geplanten Patientenzimmer-Gebäudes C noch etwas verändern lässt. Kleiner fällt das würfelförmige Gebäude D mit Rezeption und Lobby aus. Die Hauptzufahrt wird über die Flughafenstraße angelegt, Personal und Lieferanten erreichen das Haus über die Fasaneriestraße.

Baumschul-Plastik ist weg

Die Herzog-Wolfgang-Stiftung hat in den vergangenen beiden Jahren auf ihrem Grundstück am Fasanerieberg bereits einige Vorbereitungen getroffen. Zum Beispiel wurden große Mengen zerfledderter Beet-Abdeckfolien aus Baumschul-Zeiten entfernt, damit sich dort kein Mikroplastik in der Landschaft verteilt.

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