Handball RHEINPFALZ Plus Artikel Zwei Tiefschläge für Drittligist SV 64 Zweibrücken kurz vor Weihnachten

Verletzte sich an der Schulter: Niklas Bayer.
Verletzte sich an der Schulter: Niklas Bayer.

Vorweihnachtliche Bescherung der schlimmsten Art: Das Derby bei der HG Saarlouis endete für die Drittliga-Handballer des SV 64 Zweibrücken am Samstag mit zwei Tiefschlägen. Die 20:29 (7:17)-Niederlage war allerdings keiner davon. Die Hiobsbotschaften vor Weihnachten lauteten stattdessen, dass sich mit Niklas Bayer und Tim Götz zwei Top-Spieler des SV schwer an der Schulter verletzten.

„Vermutlich haben beide einen Bänderriss in der Schulter“, sagte SV-Trainer Stefan Bullacher. In einer Saison, in der die Zweibrücker schon etliche Rückschläge verkraften mussten, zwei weitere herbe Ausfälle. „Das Ergebnis interessiert deshalb hier nicht mehr“, machte Bullacher deutlich. Er war ob des Einsteigens der Saarlouiser Abwehr nicht amüsiert. Im Trainergespräch nach der Partie drückte er es noch diplomatisch aus: „Die zwei Aktionen mit den Verletzungen waren nicht sehr geschickt angegangen, die hätte man beide sicher auch vermeiden können.“

In der achten Minute war Linkshänder Niklas Bayer auf der halbrechten Seite durchgebrochen. Lars Walz packte ihn so hart an der Schulter und brachte ihn zu Boden, dass Bayer mit schmerzverzerrtem Gesicht liegen blieb, sofort raus musste. Walz musste für zwei Minuten vom Feld.

Hartes Einsteigen von Vladislav Kurotschkin

Eine gut versetzte 3:2:1-Abwehr, ausgerichtet auf SV-Spielmacher Tim Götz, so sah der Matchplan der HGS aus. Den habe die Mannschaft gut umgesetzt, sagte HG-Trainer Philipp Kessler hinterher. Das Zusammenspiel von Götz mit Kreisläufer Kevin Knieps, „genau das wollten wir zerstören“, meinte Kessler. Bei der Umsetzung des Matchplans ging der HGS-Kreisläufer und frühere Spieler der VTZ Saarpfalz, Vladislav Kurotschkin, sehr hart zur Sache.

Mit Folgen in der 23. Minute, zunächst als Götz an fast der gleichen Stelle wie Bayer durchbrach. Kurotschkin packte zu, zog – auch als Götz bereits fiel – noch immer an dessen Schulter. Die Attacke blieb für Kurotschkin aber folgenlos. Deshalb packte er gut 40 Sekunden später wieder genauso zu, diesmal an der Neunmeterlinie. Wieder konnte sich Götz wegen des Schultergriffs nicht abstützen beim Sturz und landete auf der Schulter. Er versuchte noch weiterzuspielen, musste nach wenigen Sekunden allerdings raus zur ersten Untersuchung bei SV-Mannschaftsarzt Jürgen Knoch.

Starker Patrick Schulz im HGS-Tor

Die Partie war zu diesem Zeitpunkt längst entschieden. Mit 15:5 führte die HGS, weil ihr Matchplan – im positiven Sinne betrachtet – tatsächlich aufgegangen war. Die Kreise des torgefährlichen SV-Trios mit Götz, Knieps und Philipp Kockler hatten die Gastgeber gestört. Das restliche SV-Team erarbeitete sich Chancen – „von der Spielanlage her waren wir im Grunde nicht schlechter“, sagte Bullacher – aber nutzte sie nicht. Patrick Schulz, der am Ende 18 Paraden aufwies, war im HGS-Tor oft ein Hindernis, dazu kamen Latten- und Pfostentreffer, aber auch Würfe neben das Tor. Saarlouis hingegen, mit dem treffsicheren Luxemburger Tommy Wirtz, nutzte seine Möglichkeiten und hatte die Partie zur Pause schon entschieden.

So spielten sie

SV 64 Zweibrücken: SV 64 Zweibrücken: Dörr, Alexander Sema (43. - 60.) - Bayer, Götz (4/3), Kockler (3) - Hammann, Meister (1) - Knieps (1) - Grieser (5/1), Ihl (2), Gohl, Naumann (1), Aris Wöschler (3), Max Sema

Spielfilm: 2:2 (3.), 9:2 (12.), 15:5 (21.), 17:7 (Halbzeit), 21:10 (36.), 26:16 (54.), 29:20 (Ende) - Zeitstrafen: 5:3 - Siebenmeter: 3/2 - 5/3 - Zuschauer: 710 - Schiedsrichter: Becker/Nickel (HV Hessen).

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