Zweibrücken Zu energisch an der falschen Stelle

Zweibrücken. Nur ein Treffer, aber jede Menge Spannung und Trubel: Das Bezirksliga-Derby zwischen dem TSC Zweibrücken und der SG Rieschweiler II gestern war hochunterhaltsam, aus Sicht der Platzherren freilich ein Satz mit „x“. Der Spitzenreiter musste sich den Abstiegskämpfern mit 0:1 (0:1) geschlagen geben, der Sportclub war nach dem frühen Gegentor (18. Minute) nicht in der Lage, die Partie umzubiegen. Hauptdarsteller des vorsommerlichen Nachmittags war Schiedsrichter Peter Deliargyris, der mit einigen sehr strittigen Entscheidungen gegen den TSC die einheimische Mannschaft samt Anhang gegen sich aufbrachte.

Nach Spielende wurde es sehr hitzig, der Referee musste sich laute Proteste anhören, auch Zuschauer kamen auf den Platz, die Stimmung war angespannt. Auch zwischen den Spielern kam es zu kleinen Rempeleien, unschöne Worte wurden ausgetauscht. An der Niederlage der Gastgeber änderte die ganze Aufregung aber nichts. TSC-Vorstand Wolfgang Schön bestand darauf, wörtlich zitiert zu werden, die Leistung des Unparteiischen sei indiskutabel gewesen. „Wir wurden verpfiffen, das hatte mit Sportlichkeit nichts mehr zu tun.“ Schöns Kritik machte sich vor allem an zwei Szenen fest, an einem wegen Abseits’ nicht gegebenen Tor von Philip Jakob Mitte der zweiten Halbzeit und an einem ungeahndeten Handspiel eines SGR-Kickers im Strafraum kurz darauf. Schön übte aber auch Kritik an der eigenen Mannschaft: „Wir hatten in der ersten Viertelstunde schon klare Chancen, eine davon hätten wir reinmachen müssen.“ Der TSC Zweibrücken präsentierte sich nicht zum ersten Mal in der Rückrunde nicht so konzentriert und entschlossen, wie man den Tabellenführer bis zur Winterpause ständig erlebt hat. Dass die Partie wegen der Umbauarbeiten am Rasenfeld auf dem Hartplatz stattfand, legte zudem einen guten Teil der spielerischen Mittel lahm, feine Techniker wie Mentor Shabani und Diego Enache konnten sich kaum in Szene setzen. Auch Stürmer Philip Jakob, der mit einer schon länger anhaltenden Ladehemmung zu kämpfen hat, kam nicht richtig zum Zug. Jakob hatte mehrere sehr gute Einschussmöglichkeiten aus kürzester Distanz, Gäste-Keeper Timo Hauck avancierte aber nicht nur gegen ihn zum besten Spieler auf dem Platz. Der SG Rieschweiler II war anzumerken, dass sie noch Punkte zum Klassenerhalt braucht, die Mannschaft von Spielertrainer Jörg Lefebre kämpfte um jeden Ball. In der 18. Spielminute setzte sich Andy Platz auf der rechten Seite schön durch und flankte auf Maximilian Buchholz, der mit dem Kopf zur Führung traf. Die hätte noch höher ausfallen können, in der 25. Minute scheiterte Platz aber mit einem Foulelfmeter an TSC-Keeper Martin Kozel. Auch einen perfekten Freistoß von Enrico Simon aus 35 Metern lenkte Torsteher Kozel noch mit den Fingerspitzen über die Latte. Der Sportclub machte im zweiten Abschnitt mehr Druck, Spielertrainer Sanel Nuhic wechselte sich nach knapp einer Stunde selbst ein. Ein schöner Außenristschuss von Nuhic hätte den Ausgleich bringen können, ebenso Abschlüsse von Jakob und Diego Enache. Den Treffer von Jakob erkannte der Unparteiische nicht an, die Abseits-Entscheidung konnte beim TSC niemand nachvollziehen. Diese Szene wirkte nach, während der Debatten nach Spielende sah Jakob die Rote Karte, zwei Minuten vorher war schon Teamkollege Denis Sikora wegen Meckerns vom Platz geflogen. Auch Hassan Butt (Gelb-Rot) und Ersatzkeeper Jesus Sanchez wurden mit Platzverweisen bestraft, der TSC geht personell geschwächt ins Restprogramm. SGR-Coach Lefebre freute sich über drei wichtige Punkte. „Die Mannschaft hat alles rausgehauen, sie hat mit Geschlossenheit überzeugt“. Der Sieg beim Spitzenreiter sei völlig verdient. (bun) So spielten sie TSC Zweibrücken: Kozel - Schön, Sikora, Butt, Brand - Göz (86. Ahmed Elkhadem), Sayfedine Elkhadem, Müller, Shabani - Jakob, Enache (56. Nuhic) SG Rieschweiler II: Hauck - Wolf, Schäfer (57. Singer), Zimmermann (70. Toledo), Prokein - Simon, Hüther, Emser, Platz (26. Blauth), Bernhardt - Buchholz Tore: 0:1 Buchholz (18.) - Gelbe Karten: Nuhic, Shabani - Schäfer, Emser, Blauth - Gelb-Rote Karte: Butt (61.) - Rote Karten: Sanchez (61.), Sikora (89.), Jakob (nach Spielschluss) - Beste Spieler: Müller, Shabani - ganze Mannschaft - Zuschauer: 180 - Schiedsrichter: Deliargyris (Thaleischweiler-Fröschen). (bun)

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