Zweibrücken
Wie ich vermeiden kann, Lebensmittel wegzuwerfen
Über 18 Tonnen Lebensmittel pro Jahr landen in Deutschland in der Tonne, so die WWF-Studie „Das große Wegschmeißen“. Tag für Tag werden in Deutschland auch Lebensmittel vernichtet: Brot und Backwaren, die am Herstellungstag nicht verkaufen werden; Obst und Gemüse mit kleinen Schönheitsfehlern; Lebensmittel, die kurz vor Ablauf des Mindesthaltbarkeitsdatums (MHD) stehen; einwandfreie Ware aus Produktionsüberschüssen.
Es wird einiges unternommen, um dies zu vermeiden. Beispielsweise von den Tafeln. In Zweibrücken hat sich die Tafel in der Canadastraße 32 bewährt. Sie existiert seit November 2003 und arbeitet in Trägerschaft der Pfarrei Heilig Kreuz. Die ehrenamtlichen Helfer holen mittwochs Brot von den Bäckereien ab. Jeden Donnerstagmorgen werden vom Haltbarkeitsdatum bedrohte Waren eingesammelt, sortiert und nachmittags an Bedürftige ausgegeben. „Das Durchschnittsalter der Bedürftigen beträgt mittlerweile 40 Jahre. Zu den Kunden unserer Tafel sind in den letzten Monaten auch Flüchtlinge aus der Ukraine dazugekommen“, erzählt Annette Peetz, die Gründerin der Zweibrücker Tafel. „Es ist besonders jetzt wichtig, alles gut und ungefähr gleichmäßig an die Bedürftigen zu verteilen“, fügt sie hinzu. Doch nicht nur die Geschäfte, sondern jeder Verbraucher kann auch dazu beitragen, dass Lebensmittel und Lebensmittelreste nicht in der Biotonne landen.
Tipps zum Erhalt von Lebensmitteln
- Brot sollte man in Stofftüten oder im Brotkasten aufbewahren. Da Brot atmen muss, sind Plastiktüten tabu.
- Man kann Brot nicht nur einfrieren. In mundgerechte Stücke geschnittenes und getrocknetes Weizen- und Mischbrot sowie Brötchen jeder Art eignen sich gut als Zutat und Beilage für Suppen und andere Gerichte.
- Bei bestimmten Produkte wie Mehl, Nudeln oder Reis empfiehlt es sich, sie in Vorratsdosen zu verwahren.
- Milchprodukte haben sozusagen „verlängertes“ Verfallsdatum, bis zu einer Woche nach dem MHD. Milch, die sauer wird, kann man ganz einfach zum Kefir verarbeiten, indem man diese in der offenen Milchverpackung ein paar Tage in der Küche stehen lässt und anschließend je nach dem Geschmack mit einer Prise Zucker oder auch Salz oder mit Obststückchen verfeinert.
- Gekochte, vom Verzehr übrig gebliebene Fleisch- und Fischreste kann man in dazu geeigneten Aufbewahrungsdosen einfrieren. Berufstätige Mütter oder sehr beschäftigte Singles können diese morgens auftauen und später erwärmen.
- Kartoffeln sollte man am besten in Stofftüten in einem dunklen, aber nicht zu feuchten Raum platzieren, so dass sich keine grünen Flecken oder Keime bilden können.
- Karotten sind länger haltbar, wenn sie einzeln in Zeitungspapier eingewickelt sind und im Kühlschrank in einer Gemüse- oder Obstabteilung aufbewahrt werden. Einige Haus- oder Landfrauen lagern die Karotten aus ihrem eigenen Garten schichtenweise in einer geschlossenen, mit Sand befüllten Holzkiste. Eine andere Möglichkeit wäre auch, gebrauchte Kartons sowie Schachteln zu diesem Zweck zu benutzen. Den Sand empfiehlt sich nicht unbedingt extra beim Baumarkt zu besorgen, sondern aus dem Sandkasten im eigenen Hof oder vom Nachbarn zu holen.
- Grün vom Bio-Gemüse wie Karotten, Sellerie und Rote Beete ist verwendbar beim Kochen von Suppen oder als gegarte Beilage für verschiedene Speisen. Außerdem lassen sich alle pflanzliche Lebensmittelreste gut in kleingeraspelter Form nutzen.
- Manche Obstarten dürfen nicht zusammen in einer Schale liegen. Sie vertragen sich nicht immer. Äpfel, Birnen, Nektarinen und Pflaumen, aber auch Tomaten und Avocados stoßen Ethylen aus – ein Reifegas, das anderes Obst und Gemüse schneller reifen lässt. Besonders empfindlich reagieren vor allem Kiwis, Brokkoli, Kohl und Mangos. Deshalb sollten diese Arten nicht direkt nebeneinander gelagert werden. Dieses Obst kann man beispielsweise gemeinsam im Obstkorb platzieren: Orangen, Limetten, Zitronen, Klementinen, Mandarinen, Grapefruits und Pampelmusen.
- Äpfel sollten immer separat und weiter entfernt von anderen Obstsorten aufbewahrt werden. Manchmal ist das Reifegas der Äpfel aber durchaus nützlich. Zum Beispiel werden Bananen neben Äpfeln schneller braun, da Äpfel viel Ethylen ausstoßen und Bananen empfindlich darauf reagieren. Man kann sich diese Tatsache auch zunutze machen: So werden nicht ausgereifte Tomaten neben Äpfeln schneller reif und genießbar.
- Es ist ratsam, Bananen bei Zimmertemperatur oder etwas kühler an einem dunklen Ort aufzubewahren, damit sie nicht so schnell braun werden. Außerdem empfiehlt es sich, sie hängend zu lagern, also nicht in eine Obstschüssel oder ähnliches legen. Nicht in den Kühlschrank gehören: Ananas, Bananen, Mangos, Orangen, Papayas, Zitronen und weitere Zitrusfrüchte.
Allgemeine Spartipps
- Besorgen Sie nicht mehr lange haltbares Obst und Gemüse sowie Milchprodukte am besten in kleinen Mengen. Diese möglichst schnell verbrauchen und die Reste im Kühlschrank bei empfohlenen Temperaturen aufbewahren.
- Kaufen Sie nur ein, was später tatsächlich auch konsumiert wird. Werden Sie Ihre Lebensmittel, und damit euer Geld, nicht in den Mülleimer
- Backen Sie Kuchen – zum Beispiel aus saisonalen Früchten - selbst. Das ist viel günstiger, als diese im Geschäft zu kaufen oder gar ein Café zu besuchen. Backen Sie ihr eigenes Brot und Gebäck. Zutaten wie Mehl, Hefe oder Salz sind genauso günstig und selbst gemacht schmeckt es auch viel besser
- Schreiben Sie eine Liste, was für die nächsten Tage gebraucht wird oder machen Sie einen Wochen-Kochplan. Vergleichen verschiedene Sonderangebote der Supermärkte. Lieber ein gut geplanter Wocheneinkauf statt viele kleine Einzeleinkäufe über die Woche verteilt.
- Prüfen Sie, ob wirklich alle verderblichen Lebensmittel aufgebraucht wurden, bevor neue eingekauft werden.
- Grundnahrungsmittel wie Nudeln, Kartoffeln und Reis sind sehr günstig und machen dauerhaft satt.
- Kaufen Sie möglichst Lebensmittel in Großpackungen, weil sie dann meist billiger sind. Aber natürlich nur dann, wenn Sie die großen Mengen auch wirklich verbrauchen. Reste können eingefroren werden.
- Für selbst angebautes oder saisonal günstig eingekauftes Obst und Gemüse lohnt sich das Einfrieren oder Einkochen für den Winter.
- Ein eigener Kräutergarten auf dem Balkon liefert frische Kräuter und spart Kosten für den Kauf im Supermarkt.
- Achten Sie beim Kauf von Lebensmitteln stets auf die Informationen zum Preis pro Kilogramm oder Liter und vergleichen Sie die Preisschilder. So sehen Sie schnell, was günstiger ist.
- Die Füllmengen bei gleichen Packungsgrößen und Preisen sind oft unterschiedlich. Achten Sie daher vor allem bei großen Packungen mit wenig Inhalt auf die Grundpreise pro Kilogramm.
- Kaufen Sie Produkte kurz vor dem Ablaufdatum: Gerade Milchprodukte werden dann günstiger angeboten. Aber natürlich nur, wenn sie auch bald verzehrt werden.
- Vermeiden Sie Fertiggerichte und ochen Sie selbst. Das Preisleistungsverhältnis von Fertiggerichten ist zumeist schlechter.
- Portioniertes Obst und vorgeschnittene Salate sparen zwar Zeit bei der Zubereitung, sind aber oft ziemlich teuer: Lieber selbst zum Messer greifen
- Trinken Sie Wasser und vermeiden Sie Softdrinks. Vor allem das Trinken von Leitungswasser kann einiges an Geld einsparen. Leitungswasser ist bei uns das am strengsten kontrollierte Lebensmittel, unschlagbar günstig und auch qualitativ besser als Wasser aus Plastikflaschen. In den Regionen mit Härtewerten III sowie IV ist ausgekochtes Trinkwasser empfehlenswert.
- Trinken Sie ihr lieber prickelndes Mineralwasser? Kaufen Sie sich einen Trinkwassersprudler. Im Handdrehen wird aus Leitungswasser Sprudel. Auch dazu gibt es Cola-Sirup und viele andere Geschmacksrichtungen, mit denen eigene sprudelnde Limonaden aus Trinkwasser selbst hergestellt werden können
- Mit der App „Too Good To Go“ kann man Lebensmittel von Restaurants und Lebensmittelgeschäften in der Region günstig einkaufen, die sonst entsorgt werden müssen.