Zweibrücken Wie die Grünen ums Zweibrücker Direktmandat im Landtag kämpfen
Dass die Landtagsabgeordnete Lisett Stuppy am Dienstagabend leicht verspätet zur Kandidatenkür der Zweibrücker Grünen in Mörsbach eingetroffen ist, hatte seinen Grund. Als Versammlungsleiterin in den Zweibrücker Vorort eingeladen, war die Rüssingerin zuvor noch beim Spontanbesuch von Ministerpräsident Alexander Schweitzer (SPD) in ihrer nordpfälzischen Heimat zugegen: Der Regierungschef hatte der Zivilgesellschaft in Gauersheim den Rücken gestärkt, nachdem AfD-Funktionäre dort am vorigen Freitag einen Bürgerdialog mit Provokationen eingeschüchtert haben sollen. „Die haben sich gruppenweise in die Bürgerveranstaltung reingedrängt und nach den Mikrofonen gegriffen“, berichtete Stuppy vor ihren Parteifreunden in Mörsbach. Gauersheim, wo die AfD sich einen Stützpunkt für die Nordpfalz eingerichtet hat, werde wohl „nicht der einzige Ort bleiben, an dem die AfD auf Nährboden trifft“, warnte die Grünen-Abgeordnete.
Nun übernimmt Stuppy eine parteiinterne „Patenschaft“ für den Wahlkampf des Südwestpfälzers Dominik Fey, der sich um das Direktmandat im Landtagswahlkreis 47 bewirbt. Dieser umfasst neben der Stadt Zweibrücken die drei Verbandsgemeinden Zweibrücken-Land, Thaleischweiler-Wallhalben und Waldfischbach-Burgalben. Alle 13 Stimmberechtigten, die am Dienstag im Mörsbacher Dorfgemeinschaftshaus versammelt waren, votierten für Fey als Grünen-Direktkandidat. Der 39-Jährige, der in Ohmbach im Kreis Kusel aufgewachsen ist und heute in Vinningen wohnt, unterrichtet an der Grundschule Hauenstein. Zudem ist er am Kaiserslauterer Studienseminar in der Lehrerausbildung tätig. Als Direktkandidat tritt er gegen den bisherigen Mandatsträger Christoph Gensch (CDU), Daniela Stauch (SPD) und Sergej Weber (AfD) an. Grünen-Mitglied seit 2023, hatte Fey als Direktkandidat bei der Bundestagswahl im Februar 2025 im Wahlkreis Pirmasens 4,5 Prozent der Erststimmen erzielt.
Schwerpunkt bei der Bildungspolitik
„Im Moment liegen wir bei neun Prozent“ bescheinigt Lisett Stuppy der Ökopartei in Rheinland-Pfalz „noch viel Luft nach oben“. Dominik Fey wird nun versuchen, bei den Wählern als Bildungspolitiker zu punkten. In seiner Vorstellungsrede am Dienstag forderte er, dass Kita-Erzieherinnen „Teams bilden können“ und ihre große Verantwortung „nicht länger alleine stemmen“ sollten; sie bräuchten „mehr fachliche Unterstützung“. An den Schulen sei „Verbindung statt Selektion“ gefragt; es brauche „eine Schule, die alle Abschlüsse unter einem Dach anbietet“. Überwinden müsse man das „System in Rheinland-Pfalz, das zwischen Kindern mit und ohne Behinderung unterscheidet“. Und Grundschullehrer seien nach dem höheren Tarif A13 zu entlohnen, „genauso wie andere Lehrkräfte in diesem Land auch“.
Gesellschaftspolitisch will sich Fey „für eine Politik, die Hoffnung macht“ engagieren. Hass und rechter Hetze gelte es „Haltung“ entgegenzusetzen – „Zusammenhalt statt Spaltung“, wie er sagte.