Zweibrücken Weitere Wege zum Wahllokal

Wer per Brief wählen möchte, kann die Unterlagen im Wahlbüro abholen und dort auch gleich wählen. Im Hintergrund ist Alessa Buch
Wer per Brief wählen möchte, kann die Unterlagen im Wahlbüro abholen und dort auch gleich wählen. Im Hintergrund ist Alessa Buchmann zu sehen.

Wer am 9. Juni in Zweibrücken wählen geht, muss sich vielleicht umgewöhnen: Ein Drittel der Wahllokale fällt weg. Denn immer mehr Leute wählen zuhause.

Von den bisher 34 Wahllokalen bleiben am 9. Juni nur 21 übrig. Oft werden einfach zwei Stimmbezirke im gleichen Gebäude zusammengelegt. So gibt es in acht Schulen nur noch ein Wahllokal statt zwei. In manchen Stimmbezirken müssen sich die Wähler aber komplett umstellen und weitere Wege als bisher in Kauf nehmen. Die Hengstbacher Wähler gehen nicht mehr in ihr Dorfgemeinschaftshaus, sondern nach Mittelbach. In Niederauerbach fällt das ehemalige Gasthaus Zur Linde weg, und die Wähler müssen in die Grundschule Sechsmorgen. Die Ixheimer wählen in der Thomas-Mann-Schule, wo es weiter drei Wahllokale gibt. Im evangelischen Kindergarten in der Röntgenstraße, in der Turnhalle in der Lothringer Straße und bei der Gewobau in der Schlachthofstraße wird nicht mehr gewählt. In Bubenhausen fällt das Friedrich-Schüler-Haus weg, die Wähler gehen in die Kita Sonnenschein.

97 Kreuze macht man nicht mal eben so

Dass so viele Wahllokale wegfallen, liegt daran, dass sich das Verhalten der Wähler geändert hat. Die Kommunalwahlen am 9. Juni sind ein Großwahltag. In Zweibrücken sind neben der Europawahl und dem Bezirkstag noch der Stadtrat und in den Vororten die Ortsbeiräte und die Ortsvorsteher zu wählen. In den Dörfern sind es noch mehr Stimmzettel: Europaparlament, Bezirkstag, Kreistag, Verbandsgemeinderat, Ortsgemeinderat und meist noch Bürgermeister. Und meistens ist es nicht mit einem Kreuz getan: Der Wähler kann seine Stimmen quer durch die Listen verteilen und einzelnen Kandidaten bis zu drei Stimmen geben. Wer in Mittelbach oder Rimschweiler wohnt, darf (muss aber nicht) 58 Kreuze machen. Die Contwiger haben sogar 97 Kreuze. Die verteilt man nicht mal eben so wie die zwei Kreuze bei der Bundestagswahl. Deshalb setzt sich ein Trend fort, der schon länger zu beobachten ist: „Die Briefwahl ist enorm angestiegen“, sagt Alessa Buchmann, die das Zweibrücker Hauptamt leitet und damit für die Wahlen zuständig ist. Schon bei der Bundestagswahl während der Corona-Pandemie habe sich die Anzahl der Briefwähler fast verdoppelt. Beim letzten Mal seien es 5000 Briefwähler gewesen, und die acht Briefwahllokale seien „fast am Limit“ gewesen.

Für die Kommunalwahl im Juni rechnet Alessa Buchmann mit 7000 Briefwählern. Die werden auf 17 Briefwahllokale verteilt. Dafür habe die Stadt „das gesamte City Outlet in Beschlag genommen“, wo auch die Briefwahlstimmen öffentlich ausgezählt werden. Da es gleichzeitig weniger Wahlhelfer gibt, wurde die Zahl der übrigen Wahllokale verkleinert. Bis Dienstag haben 5700 Zweibrücker Briefwahlunterlagen beantragt, etwa 2300 sind bereits zurückgekommen. Der Andrang sei etwas abgeflaut, möglicherweise wegen der Ferien. Aber bis zum Wochenende würden wohl 6000 Anträge erreicht, schätzt Buchmann.

Das Wahlamt findet man im Kulturcafé

Wer noch per Brief wählen möchte, kann die Unterlagen online oder per Post anfordern oder im Wahlbüro abholen. Wobei die Zeit für den reinen Postweg bald knapp wird: Es kann eine Woche dauern, bis die Unterlagen ankommen. Wer in der Stadt ist, kann die Wahlzettel direkt beim Wahlamt abholen. Das hat jeden Tag montags bis mittwochs, von 8 bis 16 Uhr auf, donnerstags bis 18 Uhr, freitags nur bis 12 Uhr, außerdem samstags von 9 bis 12 Uhr. Man findet es aber nicht im Rathaus, sondern im ehemaligen Kulturcafé der Stadtbücherei. Der Eingang ist auf der Rückseite, am Parkplatz in der Uhlandstraße. Wer möchte, kann direkt im Wahlamt wählen und seinen Stimmzettel einwerfen. Das tun aber die wenigsten, weiß Alessa Buchmann.

Info

Bei Fragen erreicht man das Wahlamt unter der Telefonnummer 06332 871-190 oder per E-Mail an wahlamt@zweibruecken.de. Infos gibt es auch auf der Internetseite der Stadt unter zweibruecken.de über „Verwaltung“, „Politik & Wahlen“ und „Wahlen“.

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