Sport-Kolumne „Abseits“
Warum die Liege im Bechhofer Sportheim jetzt für drei Tage reserviert ist
SG Bechhofen/Lambsborn: Liege für drei Tage reserviert
Die Stimmung nach dem 2:1-Sieg im Pokalfinale des Fußballkreises Kusel-Kaiserslautern war bei der SG Bechhofen/Lambsborn ausgelassen. Gegen den SV Kottweiler-Schwanden, den A-Klasse-Konkurrenten, der zurzeit als Zweiter drei Ränge vor der Sickingerhöh-Spielgemeinschaft steht, hat die SG-Mannschaft nach dem Eindruck von Lukas Agne besser ins Spiel gefunden. „Wir haben gegen einen superstarken Gegner gespielt, wir waren mutiger. Wir sind sehr positiv ins Finale gegangen. Wir wollten einfach einen Titel holen. Die Kottweilerer haben schwer ins Spiel gefunden, selbst das Tor hat ihnen keine Sicherheit gegeben“, sagte Agne überglücklich nach der Partie.
Der SG-Spielertrainer befand sich während des Interviews auf dem Weg vom Spielort Schönenberg-Kübelberg gerade in einer Fahrgemeinschaft ins Bechhofer Sportheim. „Wir haben im Sportheim in Kübelberg gefeiert, jetzt verlegen wir ins Bechhofer Sportheim. Einige Jungs haben sich vorsorglich den Dienstag freigenommen. Wir schauen, was die Woche noch bringt“, unterstrich Agne, der mit Co-Trainer David Hoffmann, Johannes Becker und dem am Kreuzband verletzten Kevin Brüll im Auto saß.
Ein Spieler gab derweil den Takt vor, der nach dem ersten Pokalsieg als Spielgemeinschaft durchaus nachvollziehbar war .„Ich habe die Liege im Sportheim für drei Tage reserviert“, rief Brüll aus dem Hintergrund. „Das ist eine Aussage, an der wir ihn jetzt natürlich auch messen wollen“, ergänzte Agne lachend. Und merkte nebenbei an, dass Brüll sich dafür bisher lediglich zwei Tage Urlaub genommen habe. Da scheint also dessen Arbeitgeber noch mal gefragt zu sein.
Geplant ist laut Agne zumindest am Freitagabend eine Pokalsause, die im Bechhofer Sportheim stattfinden soll. „Wir wollten so oder so ins Sportheim. Getränke haben wir schon da. Aber die Feier im Sportheim war nicht auf einen Pokalsieg ausgelegt“, sagte Agne nach den 98 kräftezehrenden Finalminuten, die am Ende auch noch mit etwas Zittern verbunden war.
Wie soll die Saison nun weitergehen, nachdem das große Ziel mit dem Pokalsieg erreicht wurde? „Es war ein Prozess, in dem wir uns befinden. Wir hatten uns eigentlich nicht mit dem Thema Aufstieg beschäftigt. Jetzt sind wir immer noch unter den besten Fünf der Liga. Wir wollen die Saison nicht austrudeln lassen und da auch bleiben. „Wir sind überglücklich, einen von zwei möglichen Titeln geholt zu haben. Jetzt können wir entspannt in den Saisonendspurt gehen“, merkte Agne aber auch an.
Nach drei Tagen Ausnahmezustand soll es dabei am Sonntag gegen den Tabellen-13. FV Kusel zu Hause sportlich weiter bergauf gehen. Denn angemerkt sei an dieser Stelle, dass die SG Bechhofen/Lambsborn den Saisonstart völlig in den Sand setzte und mit einer Niederlagenflut startete. Pokalsieg, Aufstiegskampf und Liegenreservierung – davon war zu Beginn der Spielzeit nichts zu sehen.
SC Stambach: Erste Niederlage kostet Eckfahne
Knapp über 1000 Saisonspiele sind mittlerweile in den A-, B- und C-Klassen des Fußballkreises Pirmasens/Zweibrücken absolviert, und am Gründonnerstag hat es die letzte Mannschaft erwischt. Gemeint ist der SC Stambach, der als Gast des SV Hochstellerhof seine erste Niederlage im Spieljahr 2025/26 kassierte. „Der Jubel war riesig“, sagte SVH-Siegtorschütze Christopher Reich nach dem 1:0. Endlich sei ein Sieg gegen eines der Top-Teams in der B-Klasse West gelungen: „Wir haben bestätigt, dass wir mithalten können.“ Reich hatte nach einem weiten Einwurf den Ball in der 89. Minute aus der Drehung ins lange Eck bugsiert. Zum Jubel rannte er an die Eckfahne, seine Mitspieler auch, und als sich die Spielertraube aufgelöst hatte, stellte Reich fest, dass die Eckfahne ein Stück kürzer geworden war – „abgebrochen halt“ ...
Zwei Ex-Niederauerbacher: Am jeweiligen Tabellenende
Martin Gries ist der Trainer der SV Elversberg II (noch) in der Saarlandliga. Daniel Meisenheimer seit Montag dieser Woche offiziell Trainer des SV Steinwenden in der Verbandsliga Südwest. Beide vereint eins: Sie sind ehemalige Spieler des SVN Zweibrücken. Sportlich zumindest ist die Ausgangslage der beiden Ex-Niederauerbacher aber eine ganz andere. Der langaufgeschossene Gries hat mit der zweiten Garde des Bundesliga-Aufstiegsanwärters die Meisterschaft in der Saarlandliga mit einem 2:1-Auswärtserfolg in Limbach nahezu perfekt gemacht – ein Zähler fehlt sieben Spieltage vor Schluss noch. Die SVE-Zweite war in der gesamten Saison mehr als überlegen, das belegen nachdrücklich die 21 Punkte Vorsprung auf den Tabellenzweiten an der Saar, den FSV Jägersburg (48 Punkte).
Meisenheimer hat dagegen andere Sorgen: Er muss mit seinen Steinwendenern von Verbandsliga-Rang zwölf (24 Punkte) den Blick mit seinem Team eher nach unten richten. „Wir haben jetzt vier entscheidende Spiele vor uns. Da müssen wir schon etwas holen. Die Rückrunde lief bis jetzt nicht gerade gut“, sagte der nach dem Ausscheiden des bisherigen Trainers Sascha Hammann am Ostermontag als sportlicher Feuerwehrmann engagierte Meisenheimer zur Ausgangsposition im Abstiegskampf.
Sein Engagement in Steinwenden ist anders als bei Martin Gries jedoch zeitlich limitiert. Denn bei Gries geht es auch nach der Saison weiter, während Meisenheimer in sieben Wochen nicht mehr Trainer in Steinwenden sein wird. Erfolge kann es aber für beide Ex-SVN-Kicker zum Ende der Saison noch geben: Für den einen an der Spitze der Tabelle, für den anderen mit Klassenverbleib am entgegengesetzten Ende.
SG Zweibrücken: Nicht nur Auszeiten ohrenbetäubend
Haben die Spieler des Regionalligisten SG Zweibrücken am Ostermontag ihren Trainer Martin Schwarzwald nicht verstanden, als er ihnen in den Auszeiten des Pokal-Halbfinals gegen Oberligist HG Saarlouis II klarzumachen versuchte, wie gegen die HGS und die vier Rückraumspieler zu agieren sei? Gut möglich, dass das schon allein akustisch nicht der Fall war.
Auch das 25. Final-Four-Turnier des Handball-Verbandes Saar für Frauen und Männer in der Saarbrücker Joachim-Deckarm-Halle war wieder ein tolles Event. Dazu gehören wie in den großen Handball-Arenen der Republik Musikeinspieler beim Aufwärmen vor dem Spiel, in jeder Auszeit – und nach jedem einzelnen Tor.
Allerdings war die Musik am Montag in der Tat ohrenbetäubend, so laut war sie über den ganzen Tag durchgängig ausgesteuert. Nichts gegen lautes Einpeitschen der Fans, aber mal abwechselnd laut und dann wieder leise, das wäre schön gewesen. Weniger ist manchmal doch mehr.