Zweibrücken Warum der „Sternenstaub“ jetzt in der Canadasiedlung glitzert
Viele Zweibrücker, die in der Canadasiedlung wohnen, erinnern sich noch gut an die Kinderkrippe „Klitzeklein“, die früher in einem Mehrfamilienhaus in der Ontariostraße 29 ansässig war. Weil die Auslastung zuletzt rückläufig war, wurde „Klitzeklein“ im Sommer 2023 geschlossen, um in der nahe gelegenen Kita „Kleine Welt“ aufzugehen. Die Einrichtung, die im Januar 2025 in die freigewordenen Räume im Erdgeschoss eingezogen ist, kennt hingegen keinen Mangel an Bedarf. „Wir haben hier 20 Betreuungsplätze, und die sind ausgebucht“, sagt Billie Jean Paulus, die Leiterin der Spiel- und Lernstube „Sternenstaub“. „Wenn mal ein Platz frei wird, haben wir eine Warteliste – und auch die ist bis obenhin voll.“
Übers Stadtgebiet verteilt, unterhält Zweibrücken vier Spiel- und Lernstuben. Diese werden – im Gegensatz zu Kitas – von Kindern besucht, die schon zur Schule gehen. Die Räume werden der Stadt von der Wohnungsbaugesellschaft Gewobau kostenlos zur Verfügung gestellt. Die Stube „Sternenstaub“ öffnet täglich von 12 bis 17 Uhr; hier essen und spielen die Kinder zusammen und erledigen ihre Hausaufgaben. Die Kleinen werden individuell betreut, in überschaubaren Gruppen. Dienstags ist sogar bis 18 Uhr was los: „Das sind unsere Aktionstage“, erzählt Paulus, dass die Neun- bis Elfjährigen dann mit ihren Betreuerinnen kleine Ausflüge unternehmen. „Wir gehen auf den Spielplatz oder in die Jugendbücherei, manchmal auch in den Rosengarten. Die Kinder finden das richtig toll.“ Und in den Ferien stehen ganztägige Zoo- und Schwimmbadbesuche oder Alpaka-Wanderungen auf dem Programm. „Das wird uns über Spenden von unserem Förderverein ermöglicht.“
Sie brauchen keine Werbung zu machen
Eine Spiel- und Lernstube namens „Sternenstaub“ hatte es früher bereits in der Webenheimstraße gegeben. In den dortigen Wohnblocks sind heute aber keine Familien mit Kindern mehr untergebracht. Daher glitzert der „Sternenstaub“ nun in der Canadasiedlung: In dieser Gegend wohnen viele Kinder, und dort ist der Bedarf an dem Betreuungsangebot gegeben. Billie Jean Paulus und ihr Team aus drei Erzieherinnen und der Auszubildenden Cheyenne Höchst betreuen Kinder „mit besonderem Bedarf“, wie die Leiterin sagt. „Wir haben noch nie Werbung gemacht, denn wir sind ja eh voll ausgelastet. Eltern aus dem Quartier wenden sich direkt an uns und fragen nach einem Platz, manchmal vermittelt das Jugendamt jemandem den Kontakt zu unserer Einrichtung. Es gibt auch Lehrer, die mit einem Kind zu uns kommen, das im Alltag bei ihnen in der Schule ein bisschen untergeht.“