Zweibrücken Vornehmer als Müller

Ludwig Alois Müller veröffentlichte mehr als ein halbes Dutzend Werke zur Zweibrücker Geschichte.
Ludwig Alois Müller veröffentlichte mehr als ein halbes Dutzend Werke zur Zweibrücker Geschichte.

Die Latinisierung von Namen war bei Gelehrten des Mittelalters und bei Humanisten der Renaissance weit verbreitet, da das Lateinische damals ein hohes Prestige genoss. Henricus Institor hörte sich besser an als Heinrich Kramer, Jakob Berg klang nicht so gut wie Jacobus Montanus. Aus Fuchs wurde Vulpius und aus Bäcker Pistorius. Die Molitors hießen vormals Müller.

Ludwig Alois Molitor wurde am 12. Juli 1817 in Zweibrücken geboren. Schon als Gymnasiast galt seine Liebe der Kunst. Seine Eltern förderten sein Talent und ließen ihren Sohn Klavier- und Cellounterricht nehmen. Dabei lernte Ludwig Alois Molitor, aus dem Stegreif zu musizieren. Bereits als Schüler komponierte er mehrstimmige Gesänge im klassischen Versmaß. Auch als Student der Rechtswissenschaften war er erfolgreich: Sein Studium der Rechtswissenschaften in Heidelberg und München beendete Molitor mit einem glänzenden Examen. Sein Berufsleben verbrachte er in Zweibrücken als Appellationsgerichtsrat. Daneben entwickelte er sich zu einer bestimmenden Größe im kulturellen Leben der Stadt. In den 1840er Jahren war er Dirigent der Liedertafel. Auch der Schauspielkunst widmete sich Molitor mit Begeisterung. Er trat auf Amateurbühnen auf. Aus der Zweibrücker Geschichtsforschung ist Molitor nicht wegzudenken. Im Jahre 1861 verfasste er eine Denkschrift zur Entstehung und Entwicklung des Herzogschlosses in Zweibrücken. Als Pensionär verbrachte er viel Zeit in den Archiven der Städte Zweibrücken, Speyer und München, wo er Quellenmaterial sichtete und für die Geschichtsschreibung seiner Heimatstadt auswertete. Er veröffentlichte mehr als ein halbes Dutzend historische Werke zur Zweibrücker Geschichte. Darunter war das 1885 veröffentlichte Werk zur „Geschichte einer deutschen Fürstenstadt“, das noch heute in der Stadtbücherei ausgeliehen werden kann. Für seine unermüdliche Arbeit für Zweibrücken verlieh ihm die Stadt 1888 die Ehrenbürgerwürde. Zwei Jahre später, am 12. Januar 1890, verstarb Ludwig Alois Molitor kurz nach der Rückkehr von einer Romreise. Die Molitorstraße, eine Verbindung zwischen Saarland- und Steinhauser Straße, erinnert an einen Bürger, der sich um seine Heimatstadt verdient gemacht hat.

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