Kolumne Abseits
Von streng geheimen Tricks und Raketenstarts
SV Battweiler: Eckballtrick wird nicht verraten
Psssst – streng geheim geht es beim Bezirksligisten SV Battweiler zu. Denn alle Karten will Spielertrainer Pablo Geßner beileibe nicht auf den Tisch legen. „Es hat schon ein paarmal geklappt, seit ich hier bin. Eigentlich ist es gar nichts Besonderes, aber wir haben so schon einige Treffer erzielt“, sagt der SVB-Coach mit Verbandsliga-Erfahrung. Genauer gesagt: Es geht um einen Eckballtrick, den der SVB immer mal wieder spielt. „Das hat beim 1:0 wieder super funktioniert“, sagt Geßner, der Geheimnisträger der Finte, die diesmal zum Tor durch Andre Homberg führte. Als Steven Veit nach einem Solo über die Außenbahn gleich nachlegte und Battweiler im Heimspiel gegen die TSG Wolfstein-Roßbach nach gerade einmal neun Spielminuten mit 2:0 führte, sah es nach einem entspannten Nachmittag für die Gastgeber aus. Und das gegen eines der Top-Teams der Bezirksliga der vergangenen Jahre, das immer wieder knapp am Aufstieg in die Landesliga West vorbeirauschte.
Doch weit gefehlt: Trotz aller Tricks und der komfortablen 2:0-Führung machte Battweiler mehr und mehr Fehler. „Der Gegner hat dann mit vielen langen Bällen gespielt. Wir sind dann nicht mehr auf die zweiten Bälle draufgegangen, haben nicht nachgesetzt“, berichtet Geßner über Nachlässigkeiten seines Teams im Spiel, dass vor Ablauf der ersten Spielhälfte noch drei Treffer kassierte. Flanken aus dem Halbfeld und Fernschüsse setzten Battweiler derart zu, dass das Team so mit einem 2:3-Rückstand in die Halbzeitpause ging.
„Wir haben 20 Minuten des Spiels verschlafen. Spielerisch war die Partie nicht so gut, aber wir haben in der zweiten Hälfte nichts mehr zugelassen. Vielleicht hätten wir noch ein oder zwei Tore mehr machen müssen“, skizziert Geßner, der schon irgendwo von einem schmerzhaften Punktgewinn spricht, den er gerne gegen drei Punkte getauscht hätte. Immerhin schoss Janne Schäfer noch das 3:3 gegen die „Rowos“. Und Geßner stellt zum Ende hin aber noch mal ganz klar: „Wie der Eckball-Trick funktioniert, soll keiner aus der Zeitung erfahren.“
SC Stambach: Raketenstart, dennoch Vorsicht geboten
Auch flott spielte der SC Stambach mit Spielertrainer Dennis Hirt in der B-Klasse West auf. Bereits nach 20 Spielminuten führten die Stambacher durch zwei Treffer von Hirt, einen von Marcel Boßlet und den des ehemaligen Spielertrainers Markus Bolies mit 4:0. Der Tabellenführer aus Stambach hatte die punktlose Zweite der SG VB Zweibrücken/TuS Rimschweiler schnell an die Wand gespielt. Angesicht der 0:16 Tore zum Saisonauftakt der SG, war dies auch wenig überraschend. Anders als dem SV Battweiler gelang dem SCS auch, die Führung über die Zeit zu bringen und die Tabellenspitze zu behaupten. 5:2 hieß es am Ende für Stambach.
15 Punkte aus fünf Spielen und 33:7 Tore sind ein Beweis für die Qualität der Stambacher, die jedoch im Vorjahr einen ähnlichen Raketenstart hinlegten. Trotz aller Startqualitäten ist also Vorsicht geboten für die Stambacher, damit am Ende der Saison auch der Aufstieg in die A-Klasse herausspringt und nicht wie im Vorjahr nur ein Platz hinter den so begehrten Rängen.
Martin Gries: Ex-SVN-Spieler jetzt im Saarland erfolgreich
Ganz in der Nähe der Pfalz ist ein ehemaliger Spieler des SVN Zweibrücken recht erfolgreich. Der frühere Spieler des SVN Zweibrücken, Martin Gries, zeichnete mit seiner Mannschaft der Sportvereinigung Elversberg beim ehemaligen Bundesligisten Borussia Neunkirchen ein schönes Bild. 5:1 gewann die SVE, die Zweitvertretung des Zweitligisten, in der Schröder-Liga Saar gegen die Mannschaft vom Ellenfeldstadion. Sieben Spiele, sechs Siege und 19 Punkte holte Gries, der auch Regionalliga-Trainererfahrung beim FK Pirmasens sammelte, bisher mit seinem Team in der Saarlandliga, der höchsten Spielklasse im Nachbarbundesland.
Zwar belegt Gries mit seiner Truppe, die in dieser Saison mit den ehemaligen Profis Kevin Koffi, Frank Lehmann und Angelos Stavridis verstärkt ist, derzeit nur den zweiten Platz, aber die Aufstiegshoffnungen sind doch genährt. Der ehemalige Niederauerbacher scheint schon jetzt der richtige Mann zu sein für die Elversberger Zweite, die einige Zeit lang eher eine graue Maus der Saarlandliga war und nun, wie zu hören ist, wieder in Richtung der Oberliga Rheinland-Pfalz/Saar lugt, um dort dann ihre jungen Talente besser weiter fördern zu können.
SV Obersimten: Mit fünf Stürmern zum 9:0-Heimsieg
Nein, Feuerwehrmänner waren da nicht beteiligt, auch wenn die Männer des SV Obersimten im Derby der B-Klasse West gegen den SV Bottenbach loslegten wie die Feuerwehr. Nach nur 13 Minuten lagen die Schützlinge des mitspielenden, ehemaligen Oberliga-Stürmers Mounir Rabahi schon mit 4:0 in Führung. Hätte Obersimten diese Torquote über 90 Minuten beibehalten können, das Spiel hätte 28:0 geendet. „Annähernd möglich war das, denn wir haben bestimmt noch mehr als zehn glasklare Chance liegen lassen“, blickte Spielertrainer Rabahi zurück auf den letztlichen Endstand von 9:0.
„Zeitweise haben wir mit fünf Stürmern und ohne Mittelfeld gespielt“, ließ Rabahi leise Kritik anklingen. Gleichwohl sei er mit den bisherigen Leistungen seines Teams zufrieden, auch wenn „noch nicht das Niveau erreicht ist, das ich mir vorstelle“.