Fußball
TSC Zweibrücken: Der Kapitän ist wieder an Bord
Mit einer auf vier Positionen veränderten Elf begann der TSC Zweibrücken am Donnerstagabend sein Nachholspiel in der Fußball-Landesliga gegen den SV Rodenbach. Die wichtigste Personalie: Spielführer und Innenverteidiger Tobias Schön war erstmals nach seiner mehrmonatigen Verletzung wieder beim Anpfiff auf dem Platz. Keine fünf Minuten waren vor 150 Zuschauern gespielt, da sah es bereits nach einem abrupten Ende für Schön aus. Bei einem Zweikampf stieg ihm sein Gegenspieler unsanft auf den linken Knöchel; Schön blieb vor Schmerzen schreiend erst mal liegen. Doch er erholte sich und gab der diese Saison oft schwächelnden TSC-Defensive Stabilität. Mit unüberhörbaren Anweisungen richtete er seine Vorderleute aus. Dazu verlor er kaum einen Zweikampf am Boden oder in der Luft.
Mit dieser Rückendeckung spielte der TSC weitaus befreiter auf als zuletzt beim 1:4 an gleicher Stelle gegen Hermersberg. Zweimal wurde es in der ersten Hälfte gefährlich fürs Zweibrücker Tor. Keeper Nico Jeckel blockte beide Abschlüsse mit Bravour (8., 17.). Jan Tüllner bereinigte auf der Sechs ebenso vieles. Sein Pendant in der Mittelfeldzentrale, Sebastian Schmitt, war mehr die offensive Kraft. Die besten Möglichkeiten für die Gastgeber besaß Mirko Tüllner, der anstelle des besten Torschützen, Fabian Bayer, den Vorzug erhalten hatte. Seine wuchtigen Geschosse verfehlten Rodenbachs Tor knapp. Die Zweibrücken erkämpften sich ein leichtes Übergewicht, strahlten aber bei gleich fünf Rechtsecken, allesamt von Schmitt hereingebracht, zu wenig Torgefahr aus. Als keiner damit rechnete, drehte der spielfreudige Robin Jung im Mittelfeld auf und zog ab. Sein trockener Flachschuss zappelte zum 1:0 (42.) im Netz. Einen sechsten Eckball in der ersten Halbzeit durfte Schmitt noch ausführen. Dieses Mal mit rechts von der linken Seite. Der Ball flog genau auf das vordere Lattenkreuz, von dort prallte er in die Spielertraube im Fünfmeterraum. Einen ersten Schuss aus diesem Gewusel blockten die Rodenbacher kurz vor der Linie noch ab, im Nachsetzen brachte Schön den Ball dann zum 2:0 über die Linie.
3:0 nach Doppelpass
Im zweiten Durchgang blieb es ein kampfbetontes, leidenschaftlich geführtes Spiel. „Macht klare Dinge! Wenn einer ruft, dann muss er auch laufen“, rief Schön zu seinen Mitspielern. Nach einem Doppelpass mit dem gerade eingewechselten Bayer erhöhte Schmitt auf 3:0 (69). Die Saison wäre bei den Bubenhausern bisher nicht so verlaufen, hätten sie wie am Donnerstag trotz der komfortablen Führung nicht immer wieder schwache Phasen drin. Ein Freistoßtreffer (79.) von Justin Geißert, bei dem Schlussmann Jeckel nicht gut aussah, brachte den SVR wieder ran. Dann traf auch Jayden Stollings – nur noch 3:2 (90.+1). Doch Schiedsrichter Lius Hofmann pustete direkt zum Schlusspfiff durch. Somit war Rodenbachs Ergebniskosmetik dem TSC letztlich egal.
Denis Jung schnaufte danach tief durch. „Rodenbach hatte einen Lauf, den haben wir unterbrochen und nur ganz wenig von ihnen zugelassen. Meine Jungs haben ganz wenige Fehler gemacht und sich das erarbeitet und verdient“, kommentierte der TSC-Coach den siebten Saisonsieg. Damit rückte sein Team auf Rang zehn vor.
Urteil zu Spielabbruch gefällt
Doch es gab an diesem Tag auch eine unerfreuliche Nachricht für die Zweibrücker. Die Spruchkammer des Verbands hat entschieden, dass das nach 80 Minuten beim Stand von 1:2 abgebrochene Heimspiel gegen den FC Schmittweiler-Callbach für den Gegner gewertet wird. Das war passiert: Mitte März konnte TSC-Spieler Francis Sesay nach einem Pressschlag in den Unterleib nicht weiterspielen. Nachdem er vom Platz neben die Seitenlinie gebracht wurde, verlor er das Bewusstsein. Krankenwagen und Notarzt wurden gerufen. Die Zweibrücker wollten daraufhin nicht mehr weiterspielen. Die Gäste schon, das vermerkte denn auch der Schiedsrichter so. Der TSC erwägt nach erstem Bekunden seines sportlichen Leiters, Hakan Haliloglou, Widerspruch gegen dieses Urteil einzulegen.