Handball
Tom Ihl, der Raumplaner des SV 64 Zweibrücken
Corona bestimmt gerade wieder das Leben von Tom Ihl. Die Studentenbude in Kaiserslautern ist derzeit ungenutzt. „Wir sind an der Uni zu Online-Veranstaltungen zurückgekehrt. Leider“, bedauert der 21-Jährige, der auf der rechten Angriffsseite des Handball-Drittligisten SV 64 Zweibrücken sowohl aus dem Rückraum als auch zuletzt verstärkt auf der Außenbahn für Druck auf die gegnerische Abwehr sorgt. Gegen die TSG Haßloch möchte Ihl am Samstag dazu beitragen, dass die Zweibrücker zu Hause wieder Grund zum Feiern haben (Anwurf 18 Uhr) .
Weil sich an der Uni in Präsenz nichts mehr tut, verbringt Ihl derzeit seine Zeit zu Hause in Püttlingen, folgt dort digital den Vorlesungen. Im dritten Semester studiert er an der Uni Raumplanung. Stadtplanung, Stadtentwicklung, „das interessiert mich“, sagt er. Studientechnisch hat er umgesattelt. Zunächst hatte er die Immobilienbranche im Blick. Nach zwei Semestern Facility-Management-Studium in Kaiserslautern „habe ich gemerkt, dass es mir zu wenig ist, mich nur mit einem Gebäude zu befassen, was man beim Facility-Management tut. Mich interessieren eher größere zusammenhängende Räume“, erzählt er lachend.
Ihls Lieblingsposition ist halbrechts
Räume besetzen, Lücken suchen, das ist eine Aufgabe, die er auf dem Handballfeld verfolgt. Von Kindesbeinen an. „Mir ist der Handball schon in die Wiege gelegt worden“, erzählt er. Mama und Papa spielten beide. Er begann in Püttlingen in der Jugend, spielte in Völklingen und wechselte zum SV 64 Zweibrücken, um dort A-Jugend-Bundesliga zu spielen. Auch seine Jugendzeit verbrachte der Linkshänder schon immer auf der rechten Seite des Handballfeldes. „Im rechten Rückraum. Das ist schon meine Lieblingsposition“, bekennt der 21-Jährige. Dass er auch von außen Spielzüge mit Tempo mitgestalten, selbst torgefährlich werden kann, „das hat sich jetzt erst hier in Zweibrücken gezeigt“, sagt er. Da aber SV-Kapitän Philipp Hammann und Peter Gohl – beides gelernte Rechtsaußen – fit und zurück sind, dürfte Ihl wieder öfter auf seiner Lieblingsposition zum Zug kommen.
Im letzten A-Jugend-Jahr war er nach Illtal gewechselt, kehrte dann aber nach Zweibrücken zurück und sagt: „Ich fühle mich hier rundum wohl“. Sein Vertrag läuft auch noch für die kommende Saison und sollte sich seine Entwicklung der vergangenen Monate fortsetzen, dürften die Zweibrücker noch Freude an und mit ihm haben.
Mit Meister und Kockler auf der Schulbank
Am besten schon gegen die TSG Haßloch, sagt der 89 Kilo schwere und 1,87 Meter große Spieler, der bis zur C-Jugend auch Fußball spielte. „Finanziell wäre es wohl besser, ich hätte mich für Fußball entschieden“, meint er lachend. Aber die Entscheidung für den Handball hat er nicht bereut.
Das Hinspiel in Haßloch, das der SV 64 nach überragendem Kampf in Halbzeit zwei mit 30:27 für sich entschied, das sei so ein Spiel mit Emotionen gewesen, „die es nur im Handball gibt“, sagt er. Mit Sebastian Meister, einem der Matchwinner in Haßloch, und Philipp Kockler, dem Mann im linken Rückraum, drückte Ihl die Schulbank. 2019 bestand das „Rothi-Trio“ – alle besuchten das Rotenbühl-Gymnasium in Saarbrücken - das Abitur. Beim SV 64 sind sie nun auf dem Spielfeld wieder vereint.
SV-Chef verweist die Fans auf Vereins-Homepage
Vereint wollen sie dazu beitragen, „dass wir auch zu Hause gegen Haßloch gewinnen“, sagt Ihl. Das Spiel sei etwas Besonderes. „Da gibt es so viele Berührungspunkte, wie das Bruder-Duell“, sagt Ihl mit Blick auf den Mann, der seine Abschlüsse aus dem rechten Halbfeld meist vorbereitet: SV-Spielmacher Tim Götz. Dessen Bruder Dennis spielt in Haßloch, das kurz nach dem Hinspiel einen Trainerwechsel vollzogen hat. Tobias Job hat die Mannschaft übernommen. „Wir wollen an die Leistungen anknüpfen, die wir zuletzt zu Hause immer abgerufen haben“, unterstreicht Ihl.
Mit wie vielen Fans der erhoffte Sieg gefeiert werden kann, ist offen. „Wir wissen, dass wir nichts wissen“, sagte der SV-Vorsitzende Jürgen Knoch am Freitag knapp 24 Stunden vor Anwurf. Vom Land lag noch keine neue Corona-Verordnung vor, die die Grundlage für das Hygienekonzept ist, das bei Heimspielen greift. „Bitte auf unsere Homepage schauen. Sobald klar ist, wie das aussieht, wird es dort veröffentlicht“, sagt Knoch daher.