Handball
Tim Warmbein: Betreuer bei der SG, Vorstandsmitglied beim SV 64
Der Betzenberg ruft. „Am Samstag habe ich mal wieder Zeit, live dabei zu sein“, freut sich FCK-Fan Tim Warmbein auf die Partie gegen Greuther Fürth, für die er einen 3:0-Erfolg des FCK prognostiziert. Die Liebe zu den Roten Teufeln wurde ihm ebenso in die Wiege gelegt wie die zum Handball. Warmbein ist Betreuer beim Herren-Regionalliga-Team der SG Zweibrücken. Deren Spiele verfolgt er live aus einer besonderen Perspektive.
Die Frage, ob aus ihm mal ein Fuß- oder Handballer werden würde, war schnell beantwortet. „Ich habe überhaupt kein Talent für Fußball“, verrät Tim Warmbein lachend. Schon als Baby habe er, in der Trage liegend, Handballspiele hinter der Auswechselbank erlebt. „Da konnte ich nur Handballer werden“, erzählt der 39-Jährige. Die ganze Familie war aktiv im Handball.
Im linken Rückraum fühlte sich Tim Warmbein wohl, gehört zu der Generation, die mit Trainer Stefan Bullacher die ersten großen Erfolge in der Nachwuchsarbeit des SV 64 Zweibrücken feierte. „Ein Super-Handballer“, sagt Bullacher noch heute über Warmbein. Der viel Verletzungspech hatte: 2007 ein Kreuzbandriss, dann 2009, 2011 und 2017 schwere Schulterverletzungen, die ein frühes Karriere-Aus zur Folge hatten. „Deshalb fühle ich bei den aktuellen Verletzungen der Jungs besonders mit. Ich kenne das aus eigener Erfahrung“, sagt Warmbein.
Leben ohne Handball „funktioniert für mich nicht“
Auch wenn er nicht mehr spielen konnte, ein Leben ohne Handball „funktioniert für mich nicht“, sagt Warmbein lachend und ergänzt: „Der Verein ist meine zweite Familie.“ Er wurde Jugendtrainer, trainierte gemeinsam mit Adnan Carkadzija die erste Zweibrücker Spielgemeinschaft bei den Mädchen im C- und B-Jugend-Bereich – der erfolgreiche Testlauf für die SG Zweibrücken. Wenn es um die zweite Familie geht, „kann ich nicht Nein sagen“, bekennt Warmbein. So wurde er beim SV 64 auch Vorstandsmitglied. Er kümmert sich um große Events abseits des Handballfeldes. Zum Beispiel um die Organisation des Pfingstzeltlagers, an dem über 200 Handballfreunde regelmäßig teilnehmen, um die Teilnahme am Stadtfest oder um die Weihnachtsfeiern.
Er macht es gerne, „weil man viel zurückbekommt, wenn man Teil eines Vereins ist. Daraus sind Freundschaften entstanden“. Bei dem gelernten Verfahrensmechaniker, der als Projektmanager bei der Firma Schließmeyer (am Funkturm) arbeitet, steht gerade eine berufliche Weiterbildung an. Zudem hat er mit Freundin Charlotte in Rimschweiler ein Haus umgebaut. Umbau und Unterhalt des Hauses „erfordern Zeit. Es ist immer etwas zu tun“, sagt Warmbein. Er gab deshalb das Traineramt ab.
Besondere Aufgabe bei den Regionalliga-Herren
Das bekam Martin Schwarzwald mit. „Wir kennen uns seit Jahren, waren oft zusammen unterwegs“, erzählt Warmbein. Der SG-Coach fragte ihn, ob er sich nicht vorstellen könne, bei den Regionalliga-Herren Betreuer zu werden, ein Ohr für die Mannschaft zu haben. Warmbein sagte ja. Dass sich daraus eine besondere Aufgabe entwickeln würde, „wusste ich nicht, als ich zugesagt habe“, sagt er. Bei den Spielen sitzt er nun auf der Bank, verfolgt diese aber auf dem Bildschirm. Die Bilder, die die in der Halle installierten Kameras live auf das Tablet senden, sichtet er. Er kennzeichnet sofort besondere Szenen – mal von sich aus, mal auf Wunsch des Trainers, zeigt auf Wunsch den Spielern Szenen. „Klar musste ich mich daran gewöhnen. Aber es ist wirklich eine gute Sache, die immer selbstverständlicher wird“, sagt Warmbein über den Einsatz der modernen Technik.
Die Spielpause der SG-Herren jetzt am Wochenende nutzt Warmbein für einen Betzenberg-Besuch. Mit Papa Gerd, den die Zweibrücker alle nur als „Weazle“ (von Catweazle, Anm.d.Red.) kennen, der ihm Handball- und FCK-Begeisterung vererbt hat, schaut er sich Spiele oft gemeinsam im Fernsehen an. Live dabei zu sein, ist ein Erlebnis, das er mit (Handball-)Freunden teilt. Mit einigen teilt er auch seine dritte Leidenschaft: Skifahren. Demnächst – dafür hat er an einem Spieltag frei – steht wieder eine gemeinsame Ski-Woche an. „Ich liebe den Wintersport“, sagt Warmbein, genießt daher auch die Übertragungen der Olympischen Spiele in Italien.