Saarbrücken / Neunkirchen
Tanzfestival: Von Frida Kahlo bis zum Fußballtanz
Stijn Celis, Direktor des Saarländischen Staatsballetts (sein Vertrag wurde gerade um vier Jahre verlängert), und Kompaniemanager Klaus Kieser holen dafür seit über zehn Jahren international gefragte Choreographen und Kompanien ins Saarland. Veranstaltungsorte bis zum 18. März sind das Saarländische Staatstheater, die Alte Feuerwache und das Kulturgut Ost in Saarbrücken, die Gebläsehalle in Neunkirchen, das Theater in Saarlouis und das in Forbach.
Magisch startet das Tanzfestival Saar am 6. März, 19.30 Uhr im Saarländischen Staatstheater mit „Cinderella“ in der Choreographie von Stijn Celis. Es entstand 2003 für Les Grands Ballets Canadiens in Montreal. Celis benutzt die Ballettmusik von Sergei Prokofjew. Zentral ist diesmal die verstorbene Mutter, die als gute Fee in Traumsequenzen auftaucht. Weiterer Termin: 15. März, 18 Uhr.
In „Hype the Pain“ richtet das Ensemble Miller de Nobili – Förderpreisträger der Landeshauptstadt Dresden 2025 – den Blick auf die digitale Welt: Es geht um ein Echo der Reizüberflutung und die verzerrte Realität sozialer Medien. Ist es noch ein Spiel, wenn die Regeln verschwimmen und niemand mehr weiß, wer die Fäden zieht? Termin: 7. März, 19.30 Uhr, Saarbrücken, Alte Feuerwache.
Am 8. März, 19 Uhr, gibt es im Saarländischen Staatstheater eine Programmänderung: Die Kamea Dance Company aus Israel kommt nicht (ihr Flug wurde gestrichen angesichts des Nahost-Konflikts), stattdessen ist die Berlin Ballet Company mit dem dreiteiligen Abend „Initium“ am Start. Die Karten bleiben gültig.
Anna Konjetzky befasst sich in „Tomorrow…we…were“ mit Nostalgie. In einer auseinandergezogenen Halfpipe sind sechs Performer gleichzeitig vorwärts- und rückwärtsgewandt, was ihre Dynamik angeht. Die Beatles-Zeile „Yesterday, all my troubles seemed so far away“ wirkt wie ein Rettungsanker. Termin: 10. März, 19.30 Uhr, Alte Feuerwache.
Das Berliner Theater Anu bietet seit Jahren ein sensorisch-sinnliches Theater der Begegnungen. Es verwandelt am 11. und 12. März, 20 Uhr, in der Uraufführung „The Cage“ (Inszenierung: Bille und Stefan Behr) das Kulturgut in einen Ort außerhalb der Zeit. Trugbilder aus Sein und Schein, halb Mensch, halb Tier, werden in den Käfig geschickt, um nach alter Arena-Tradition aufeinander losgelassen zu werden.
Was haben Fußball und Tanz gemeinsam? Die Beinarbeit. Der algerisch-französische Choreograph Moncef Zebiri will in seinem Hip-Hop-Stück „Joga Bonito“ die Energie des Fußballspiels mit tänzerischen Mitteln zum Ausdruck bringen. Termin: 12. März, 19 Uhr, Gebläsehalle Neunkirchen.
Armin Hokmi, in Iran geboren, kommt mit „Shiraz“, beim Tanzfestival von Montpellier uraufgeführt, einer Hommage und fiktivem Ort. Choreographie versucht, die Visionen des Festivals von Schiras nachzuvollziehen: die Leidenschaft für die Live-Künste, deren Autonomie und die gemeinsamen Wurzeln über geografische Grenzen hinweg. Termin: 13. März, 20 Uhr, Le Carreau, Forbach.
Das Ballett „Frida“ (2020) würdigt am 14. März, 19.30 Uhr, im Staatstheater das intensive Leben und die Kunst der mexikanischen Malerin Frida Kahlo. Die belgisch-kolumbianische Choreographin Annabelle Lopez Ochoa hat Frida Kahlos von Schmerz, Leidenschaft und Kreativität geprägte Biografie in eine Reihe eindringlicher Szenen verwandelt. Es tanzt das Ballett Dortmund.
Die Jugendtanzgruppe des Saarländischen Staatstheaters, iMove, zeigt das neues Stück der Choreographin Claudia Meystre „ver_rückt“ als Uraufführung am 15. März, 18 Uhr, in der Alten Feuerwache.
Die Compagnie Accrorap zählt zu den wichtigsten Hip-Hop-Ensembles Frankreichs. Mit „Prélude“ hat sie ein dynamisches Stück geschaffen: Die Musik von Roman Dubois trifft auf die Energie der Tänzer am 18. März, 20 Uhr, im Theater am Ring in Saarlouis.
Karten
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