Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Tüftler wird Tischler: Noel Eitel zählt zu den Besten

Noel Eitel beim Zuschneiden von Leisten an der Formatkreissäge.
Noel Eitel beim Zuschneiden von Leisten an der Formatkreissäge.

Beim „Tag der Besten“ hat die Handwerkskammer der Pfalz vor wenigen Tagen den 20-jährigen Noel Eitel aus Gersbach ausgezeichnet.

Noel Eitel ist Tischler-Auszubildender der Schreinerei Folz in Niederauerbach erreichte auf Kammerebene den ersten Platz und auf Landesebene den dritten. Insgesamt ehrte die Kammer 26 junge Handwerkerinnen und Handwerker, die bei Wettbewerben auf Bundes-, Landes- und Kammerebene mit hervorragenden Leistungen überzeugten.

„Als ich erfahren habe, wie erfolgreich ich beim Landeswettbewerb in Mainz abgeschnitten hatte, war ich schon ein wenig stolz“, sagt Eitel. Sein Chef Jürgen Folz ergänzt: „Er war von Anfang an motiviert. Man konnte früh erkennen, dass seine Lehrzeit mit einem sehr guten Abschluss enden würde.“ Für die Qualifikation auf Bundesebene fehlten Eitel nur 1,5 Punkte.

Mit einem Nachttisch aus Esche, dessen Schublade in Schwalbenschwanzverbindung gefertigt ist, sicherte sich Eitel den ersten Platz auf Kammerebene. Beim Landeswettbewerb überzeugte er die Jury erneut mit einem Tisch, der durch präzise gearbeitete Ecken und eine perfekte Zapfenverbindung auf Gehrung bestach.

Schon mit 14 gewusst, wo es langgeht

Der Wunsch, Tischler zu werden, reifte bei Eitel bereits im Alter von 14 Jahren. „Damals habe ich angefangen, mit Holz zu tüfteln und schnell gemerkt, wie viel Spaß mir das Handwerken macht“, erzählt er. Nach dem Realschulabschluss in Waldfischbach stand für ihn fest: Holz ist sein Werkstoff, und das Tischlerhandwerk wird sein Beruf.

Noel Eitels ganzer Stolz ist sein Gesellenstück: Ein Barschrank mit Spiegelrückwand, der sich im Innern beleuchten lässt.
Noel Eitels ganzer Stolz ist sein Gesellenstück: Ein Barschrank mit Spiegelrückwand, der sich im Innern beleuchten lässt.

Besonders stolz ist Eitel auf sein Gesellenstück: einen Barschrank mit zwei sogenannten Koffertüren, indirekter Beleuchtung, Spiegelrückwand und einer Schublade im Unterteil. „Das war während meiner Ausbildung meine größte Herausforderung“, sagt er. Um die anspruchsvollen Steckverbindungen perfekt umzusetzen, übte er zuvor intensiv in seiner eigenen Werkstatt.

Der Barschrank steht heute in seinem Wohnzimmer. „Damit kann man schon ein bisschen angeben“, meint er schmunzelnd. Grundsätzlich liegt ihm das technisch präzise Arbeiten nach Plan mehr als die kreative Gestaltung, beschreibt der 20-Jährige seinen Arbeitsstil. In seinem Freundeskreis gilt er als zielstrebig, motiviert und ausgesprochen fleißig.

Nachwuchs ist oft Fehlanzeige

Mittelfristig strebt Eitel die Selbstständigkeit an. Ob er zuvor die Meisterprüfung ablegt oder sich zum Betriebswirt des Handwerks weiterbildet, lässt er offen. Sicher ist für ihn jedoch: „Wer Freude am Handwerk hat, dem würde ich eine Ausbildung jederzeit empfehlen. Wer dazu gezwungen wird, schadet dem Betrieb und letztlich sich selbst.“

Wie in vielen Gewerken fehlt es auch im Tischlerhandwerk an erfahrenen Fachkräften. „Jüngere Mitarbeiter mit wenig Berufspraxis gibt es wieder mehr, doch gut eingearbeitete Tischler mit mehrjähriger Erfahrung sind Mangelware“, sagt Firmenchef Folz. Auch sein Betrieb sucht derzeit qualifizierte Verstärkung.

Und die Freizeit? Die verbringt Eitel am liebsten ebenfalls in seiner Werkstatt. „Da arbeite ich daheim weiter! Hobby und Beruf sind bei mir eins.“ Zeit für seine Freundin bleibt dennoch: „Auf jeden Fall sonntags“, sagt er lachend. Kleine handgefertigte Geschenke habe sie bereits bekommen. Als nächstes Projekt steht der Bau einer gemeinsamen Küche an – eine weitere Gelegenheit, sein handwerkliches Können zu zeigen.

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