Zweibrücken Stream aus der Eventhalle mit Comedian Jochen Prang: Zeigen, dass man noch da ist

Stand-up-Comedian Jochen Prang enthüllt in seinem neuen Programm, dass er früher ein Punk war.
Stand-up-Comedian Jochen Prang enthüllt in seinem neuen Programm, dass er früher ein Punk war.

„Leute, am 10. April machen wir endlich mal wieder die Halle auf. Zwar nur virtuell, aber es wird gut.“ Das schrieb Thorsten Albrecht, Betreiber der Eventhalle, auf Facebook. Die Rede ist vom Comedian Jochen Prang. Der wird die Zuschauer online zum Lachen bringen. Der Livestream war Prangs Idee, erzählt Albrecht. Er verrät die Hintergründe.

Der Künstler ist an mich rangetreten“, erzählt Albrecht. Im Hintergrund zwitschern Vögel durch die Telefonleitung am sonnigen Tag. Sonnig soll es, hofft Thorsten Albrecht, bald auch wieder für die Kultur werden. „Jochen Prang macht sein Programm schon länger, auch an anderen Locations.“ Da er schon zweimal in der Eventhalle aufgetreten ist, wollte er sein neues Programm „Punk“ auch dort zu den Zuschauern bringen.

Prang bringt die Technik mit

Ein geübter Livestreamer also. Woraus sich für Albrecht mehrere Vorteile ergeben. Denn Prang bringt die Technik und Kameras zur Übertragung selbst mit. „Er macht das alles selbst, mit seinem Equipment.“ Bereits im ersten Lockdown hat der Comedian, so Albrecht, mit den Livestreams angefangen.

„Ich meine, er ist hauptberuflicher Comedian“, erzählt Thorsten Albrecht. „Dann hat er sich darauf spezialisiert, und sich die Sachen angeschafft, um das überhaupt machen zu können.“ Und die Tontechnik hat er natürlich in seiner Halle vor Ort.

Kurz gesagt: Auf den Betreiber der Eventhalle kommen weder Kosten noch Risiko zu. Außer Strom, natürlich. Nur seine Zeit investiert Albrecht. „Und das mache ich gerne.“

Zuschauer zahlen zehn Euro

Kein Risiko ist praktisch, denn er weiß im Vorfeld gar nicht, wie viele Zuschauer er haben wird. Deswegen haben Prang und er sich ein Modell ausgesucht, von dem sie beide profitieren: Die zehn Euro, die ein Stream kostet, teilen sich die beiden 50:50. „Schauen wir mal, was dabei rauskommt.“ Den Betrag hat Prang festgelegt. Bei seinen anderen Programmen habe er den gleichen Preis.

Albrecht geht es beim Stream auch um einen Weckruf: „Man möchte ja auch zeigen, dass man noch da ist, dass es noch weitergeht. Und dass es hoffentlich irgendwann wieder normal vorangeht.“

Vorerst der einzige Stream

Mit Jochen Prang hat er bereits andere amüsante Abende geplant. „Das sollen dann aber Präsenzveranstaltungen werden, im Herbst.“

Und wie sieht das mit weiteren Livestreams aus? „Da habe ich nichts ansonsten geplant“, meint der Zweibrücker Kulturmacher. Denn: Er kann sich momentan schlicht das Equipment nicht anschaffen. „Ich muss schauen, dass wir irgendwann wieder auf Präsenzveranstaltungen kommen.“ Da hofft er auf den Sommer: Letztes Jahr hatte er seine Open-Air-Konzerte im Hof der Eventhalle. Die Resonanz war gut. „Wir hatten keinen einzigen Fall, keine einzige Nachfrage wegen Nachverfolgung.“ Mit den Schnelltests, meint Albrecht, könnte das 2021 was werden.

Problem: Die Konkurrenz

Für diesen Sommer hofft er auf noch etwas: wenig Konkurrenz-Veranstaltungen. „Strandkorb-Open-Airs, alles gut und schön. Aber die denken da nicht an lokale Veranstalter, die dann in die Röhre gucken.“ Albrecht und andere lokale Veranstalter seien auf ihre Location und ihre begrenzten finanziellen Mittel angewiesen. Die Strandkorb-Konzerte, die für Sommer geplant sind, werden von der Stadt organisiert.

Falls Präsenzveranstaltungen im Sommer nicht erlaubt sind, kann er sich vorstellen, auf Livestreams umzusteigen. „Anders geht’s dann nicht. Man muss ja was machen. Für uns und für die Künstler. Aber man kann sich momentan auf nichts verlassen.“

Immerhin auf viele Lacher bei Prang und seinem neuen Programm „Punk“ kann man sich bei dem 1977 in Saarbrücken geborenen Stand-up-Comedian verlassen. Darin wird er enthüllen, dass er früher mal Punk war. Obwohl: „Der Junge ist älter geworden. Auf Konzerten ist die Eskalation mittlerweile mehr wippend auf den Fußbereich beschränkt.“

Livestream

Samstag, 10. April, 20 bis 21 Uhr