Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Silvester in Zweibrücken: Feuerwehr rechnet mit Alarm zwischen 0 und 2 Uhr

Als eine Scheune mit Feuerwerkskörpern im Etzelweg brannte, wurden zwei Feuerwehrmänner verletzt.
Als eine Scheune mit Feuerwerkskörpern im Etzelweg brannte, wurden zwei Feuerwehrmänner verletzt.

Kurz nach Mitternacht wird es brenzlig: Zweibrückens Feuerwehr rechnet mit Alarm. Dennoch ist die Wache an Silvester nur mit zwei Wehrleuten besetzt.

„Wir hatten gerade mit Sektgläsern aufs neue Jahr angestoßen, da ging plötzlich der Melder. Es brannte auf dem Stockbornerhof“, erinnert sich der Zweibrücker Feuerwehrchef Frank Theisinger an seinen wohl anstrengendsten Silvestereinsatz der vergangenen Jahre. Die Zweibrücker Feuerwehrleute mussten in dieser Nacht nach Reifenberg ausrücken, weil die Kollegen der Verbandsgemeinde Zweibrücken-Land und der benachbarten Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben – Wehrleute aus Thaleischweiler-Fröschen, Rieschweiler und Höhmühlbach, Reifenberg, Wallhalben, Höhfröschen, Petersberg, Höheischweiler, Nünschweiler, Schmitshausen, Dellfeld und Weselberg – Hilfe brauchten.

350 Heuballen stehen in Flammen

Schließlich stand in dieser Silvesternacht vor zehn Jahren eine große Holzscheune in Flammen – mit 350 Heu- und Strohballen, die Landwirt Christian Kau darin gelagert hatte. „Pure Brandbeschleuniger“ also – und das gerade mal 200 Meter von Wohnhäusern entfernt, berichtet der städtische Brand- und Katastrophenschutzinspekteur Theisinger. 140 Wehrleute waren im Einsatz.

Zu einem Großeinsatz mit etwa 140 Wehrleuten führte ein Scheunenbrand auf dem Stockborner Hof in der Silvesternacht vor zehn Jah
Zu einem Großeinsatz mit etwa 140 Wehrleuten führte ein Scheunenbrand auf dem Stockborner Hof in der Silvesternacht vor zehn Jahren.

„Wir waren bis morgens um 5 da – und dann mussten wir 45 Minuten später wieder ausrücken, weil die Kollegen Geräte von uns brauchten. Um 10 Uhr morgens war ich erst zuhause.“ Nach dem Löschen waren seine Kollegen noch bis zum Nachmittag in Schichten vor Ort, um sicherzustellen, dass das Feuer nicht noch einmal ausbricht. Im Nachhinein wurde die Brandursache nicht vollständig geklärt, Polizei und Staatsanwaltschaft schlossen allerdings Selbstentzündung oder einen technischen Defekt der in der Halle gelagerten Geräte aus. Unklar bleibt, ob eine Silvesterrakete oder ein Böller das Feuer ausgelöst haben.

Feuerwerkskörper explodieren beim Löschen

Wie gefährlich Raketen und Böller außer Kontrolle sein können, haben die Zweibrücker Feuerwehrleute dieses Jahr am eigenen Leib erfahren – und da war noch nicht mal Silvester: Im April stand eine Halle im Etzelweg in Flammen, in der Feuerwerkskörper gelagert waren. Ein Teil davon explodierte während der Löscharbeiten. Die Zweibrücker Feuerwehr war laut Theisinger mit rund 60 Mann im Einsatz. „Nachdem es drinnen einmal geknallt hatte, habe ich die Leute so weit wie möglich zurückgezogen, damit sie aus sicherer Entfernung von drei Seiten löschen konnten.“ Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen wurden zwei Feuerwehrmänner bei dem Einsatz verletzt. „Einer erlitt ein Knalltrauma, er ist noch immer in ärztlicher Behandlung.“

Wie gefährlich Feuerwerk außer Kontrolle sein kann, wurde bei dem Brand im Etzelweg deutlich.
Wie gefährlich Feuerwerk außer Kontrolle sein kann, wurde bei dem Brand im Etzelweg deutlich.

Brände in der Silvesternacht sind für Theisinger Routine. „In den vergangenen Jahren war es bis 0 Uhr relativ ruhig, aber kurz danach rücken wir immer aus“, sagt er mit ruhiger Gewissheit in der Stimme. Er ist sich sicher, dass es in dieser Nacht wieder Alarm geben wird. „Zwischen 0 und 2 Uhr.“ Das Risiko, dass an Silvester etwas passiert, sei einfach groß. „Das ist der einzige Tag im Jahr, an dem zügellos mit Feuer umgegangen wird“, erklärt der Feuerwehrchef. Und was ist mit Weihnachten – und den vielen Adventskerzen an Weihnachtsbäumen und getrockneten Tannenzweigen? Da seien die Menschen vorsichtiger, viele nutzten keine echten Kerzen mit offenen Flammen mehr, sondern seien auf elektrische Kerzen umgestiegen.

Zwei Wehrleute an Silvester im Dienst

Die Feuerwehrwache in der Landauer Straße sei an diesem Silvester mit zwei hauptamtlichen Wehrleuten besetzt, sagt Theisinger. Angesichts der Tatsache, dass er sicher mit Alarm rechnet, klingt das zu wenig. Aber: „Im Umkreis der Wache – ja sogar direkt daneben wohnen einige freiwillige Wehrleute. Die sind schnell da, wenn sie gebraucht werden“, versichert der Feuerwehr-Chef. Auch er selbst sei in dieser Nacht in Zweibrücken und zur Not einsatzbereit.

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