Zweibrücken
Sicherheit: So wollen die OB-Kandidaten für mehr Sicherheitsgefühl sorgen
Christina Rauch, OB-Kandidatin der CDU, weiß, dass Zweibrücken keine sonderlich hohe Kriminalitätsrate hat. „Es gibt Statistiken, es gibt aber auch das Gefühl der Menschen“, sagte sie bei der RHEINPFALZ-Podiumsdiskussion am Donnerstagabend in der Festhalle. Gerade bei der gefühlten Sicherheit will sie unbedingt nachjustieren. Rauch fordert mehr Präsenz von Ordnungsamt und Polizei. „Für mich gehören zum Sicherheitsgefühl aber auch Sauberkeit und mehr Licht, gerade in den Abendstunden.“ Rauch plädierte dafür, dunkle Ecken in der Innenstadt stärker zu beleuchten, zum Beispiel Unterführungen; ebenso wichtig seien mehr Präventionsveranstaltungen. Rauch ist Beigeordnete der Stadt, somit fürs Ordnungsamt zuständig. Auf die Frage von Redaktionsleiter Thomas Büffel, warum sie nicht schon für ein größeres Sicherheitsgefühl, etwa durch mehr Präsenz des Ordnungsamtes, gesorgt hat, antwortete die CDU-Kandidatin, dass die Gesamtverantwortung beim OB liege und ihrem Dezernat schlichtweg das Personal fehle.
Wosnitza: Über Videoüberwachung sprechen
Marold Wosnitza, amtierender OB und Kandidat der SPD, bestätigte, dass der OB eine Gesamtverantwortung hat. Dann schickte er eine Spitze an Rauch: „Aber es gibt nun mal auch eine Dezernatsverteilung, wo sich die Kollegen nicht gegenseitig reinreden.“ Die Kriminalitätsstatistik bestätigt für Wosnitza, dass Zweibrücken keine unsichere Stadt sei. Auch der örtliche Polizei-Chef Nicolai Zöller habe ihm das noch einmal so gesagt. Am Busbahnhof gebe es immer mal wieder Reibereien, diese blieben jedoch untereinander und würden keine Außenstehenden gefährden, sagte Wosnitza. „Das ändert aber alles nichts daran, dass sich die Menschen unsicher fühlen“, gab der SPD-Kandidat zu. Wosnitza stimmte Rauch zu, dass es in der Innenstadt mehr Beleuchtung geben muss. Zudem will er noch einmal über eine Videoüberwachung an neuralgischen Punkten sprechen, etwa am Busbahnhof. Eigentlich war er lange Zeit gegen eine Videoüberwachung; ein Szenario wie in Georges Orwells Roman „1984“ wollte er nie haben. Als dann aber im vergangenen Jahr die Inklusionsschaukel auf dem kleinen Exe einen Tag nach Eröffnung nachts demoliert worden ist, habe bei ihm ein Umdenken eingesetzt. Wosnitza betonte zudem, dass es viel Kriminalität im häuslichen Umfeld gebe. Er verwies auf die vier Beziehungstaten in 2024, die allesamt mit vier toten Frauen einhergingen. Wosnitza: „Für mich stellt sich heraus, dass es viel Bedarf mit Blick auf den Frauenschutz gibt.“
Hofer: Mehr Sicherheitskräfte auf den Straßen
Christian Hofer, OB-Kandidat der AfD, sprach sich für eine flächendeckende Videoüberwachung der Innenstadt aus. „Es geht dabei nicht um jeden Winkel, sondern um öffentliche Plätze, um die Brennpunkte“, sagte er. Einer dieser Brennpunkte ist für den AfD-Kandidaten ganz klar der Busbahnhof. Mit Blick auf den Datenschutz sagte Hofer, dass es mittlerweile KI-Technik gäbe, bei der Kameras Menschen, die keine Straftat begehen, verpixeln würde. Zudem forderte Hofer mehr Personal bei Ordnungsamt und Polizei, das auf der Straße patrouilliert. „Nur zwei Beamte, das bringt nichts.“
Eren: „Wo holt man die Leute her?“
Atilla Eren, der als parteiloser Kandidat OB werden will, sagte, dass mehr Polizisten und Ordnungsamt-Mitarbeiter, die durch Zweibrücken patrouillieren, ihm keine Angst machen. Im Gegenteil: „Dann fühlt man sich sicherer“, so Eren. Knackpunkt: die Personaldecke. Eren: „Wo holt man die Leute her? Das ist die Frage.“
