Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Schlechte Stimmung in der Stadt – das sagen die OB-Kandidaten

Die OB-Kandidaten nannten unterschiedliche Ansätze, um die Stimmung in der Stadt zu verbessern.
Die OB-Kandidaten nannten unterschiedliche Ansätze, um die Stimmung in der Stadt zu verbessern.

Die Stimmung in der Stadt ist so schlecht wie zuletzt vor 20 Jahren. Wir haben die OB-Kandidaten gefragt, woran das liegt und was sie dagegen tun würden.

Wer wird die nächsten acht Jahre als Stadtoberhaupt die Geschicke ihrer Stadt leiten? Das entscheiden die Zweibrücker bei der OB-Wahl am 22. März. Als Kandidaten haben Amtsinhaber Marold Wosnitza (SPD), Beigeordnete Christina Rauch (CDU), Stadtratsmitglied Christian Hofer (AfD) und der parteilose Atilla Eren ihren Hut in den Ring geworfen.

Bevor Marold Wosnitza 2018 Oberbürgermeister wurde, war die Stimmung in der Stadt gut. Jetzt ist sie im Keller. Der OB hat Erklä
Bevor Marold Wosnitza 2018 Oberbürgermeister wurde, war die Stimmung in der Stadt gut. Jetzt ist sie im Keller. Der OB hat Erklärungen dafür.

Die RHEINPFALZ hat im Vorfeld der Wahl eine CMR-Umfrage in Auftrag gegeben. Bei dieser kam heraus: Die Stimmung in der Stadt ist so schlecht wie seit 20 Jahren nicht mehr. Eine frühere RHEINPFALZ-Umfrage, angestellt vor acht Jahren, vor der Wahl von Marold Wosnitza zum Oberbürgermeister, hatte noch ein anderes Bild gezeichnet: Damals sei die Stimmung noch so gut wie seit 20 Jahren nicht mehr gewesen.

Oberbürgermeister: Krisen sind schuld

Woran liegt es, dass die Stimmung in der Stadt derart gekippt ist, und was sollte ein Stadtchef dagegen tun? Das wollten die Moderatoren Sigrid Sebald und Thomas Büffel von den Kandidaten bei der Podiumsdiskussion der RHEINPFALZ am Donnerstagabend wissen.

Oberbürgermeister Wosnitza nannte zahlreiche Krisen als Gründe: Corona habe die Bevölkerung massiv belastet, sowohl mit den Schutzmaßnahmen als auch mit den Folgen für die Unternehmen. Kurz darauf kam die Gasmangellage, ausgelöst durch den Ukraine-Krieg. Auch das habe „massive Auswirkungen“ auf Wirtschaft und die Bürger gehabt.

Aufschwung am Arbeitsmarkt

Mit Blick auf die Baukosten stellte er fest: „Man kann sich heute entweder ein Grundstück leisten oder ein Haus kaufen.“ Das sei kein typisches Zweibrücker Phänomen, sondern ein Grundproblem in der Gesellschaft. Eine Kommune könne da nur immer wieder aufzeigen, „dass es eben nicht so schlecht ist, wie es die Kollegen immer wieder machen“, teilte er einen Seitenhieb auf den AfD-Kandidaten aus. Die Gesellschaft könne sich eine so schlechte Stimmung nicht leisten. Sie müsse anfangen, wieder in eine positive Richtung zu denken. Das gelte auch für die Politik: „Es ist nicht Aufgabe der Politik, schlechte Stimmung zu verbreiten, sondern auf Hoffnung und Zukunft zu verweisen.“

In Zweibrücken gebe es viel Positives, das in der öffentlichen Wahrnehmung oft in den Hintergrund trete. Als Beispiel nannte Wosnitza den Zuwachs an Arbeitsplätzen durch die Amazon-Ansiedlung auf dem Steitzhof. Auch Betriebsräte der Zweibrücker Unternehmen hätten ihm von positiven Entwicklungen berichtet. „Zweibrücken ist keine schlechte Stadt. Zweibrücken ist eine tolle Stadt“, beendete Wosnitza seinen Redebeitrag.

„Wir reden das Ganze nicht schlecht, wir sehen es nur realistisch“, sagte AfD-Kandidat Christian Hofer. „Man kann sich nicht immer alles schönreden.“ So gut sehe die Wirtschaftslage in Zweibrücken nicht aus.

Der Stadt gehe es wirtschaftlich nicht so gut, wie es der OB darstellt, sagt Christian Hofer von der AfD.
Der Stadt gehe es wirtschaftlich nicht so gut, wie es der OB darstellt, sagt Christian Hofer von der AfD.

Zusammenspiel vieler Faktoren

„Die Stimmung ist schlecht. Die Leute haben kein Geld mehr, also werden sie nicht mehr so viel bauen“, schilderte Atilla Eren seinen Eindruck aus seinem Arbeitsalltag als Chef einer Gerüstbaufirma. Eine Lösung für das Problem hatte er auf kommunaler Ebene allerdings nicht parat. „Das muss die Regierung machen.“

Atilla Eren hatte kein Patentrezept in der Hinterhand.
Atilla Eren hatte kein Patentrezept in der Hinterhand.

Christina Rauch appellierte an die Zweibrücker, sich wieder mehr auf ihre Stärken und die stolze Tradition ihrer Stadt zu besinnen – und auf deren Kultur. Auf das, was Zweibrücken auszeichne. Man müsse in Bildung investieren, Ausbildungsplätze für Jugendliche müssten her sowie günstiger Wohnraum. Das alles gelte es zusammen zu betrachten, um wieder eine positivere Stimmung in Zweibrücken zu bekommen.

[Korrekturhinweis: In einer ersten Version hatten wir bei Christina Rauch die falsche Parteizugehörigkeit genannt. Sie tritt für die CDU an.]

Die Zweibrücker sollten sich auf ihre Tradition und Kultur rückbesinnen, meinte Christina Rauch.
Die Zweibrücker sollten sich auf ihre Tradition und Kultur rückbesinnen, meinte Christina Rauch.
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