Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Schimmel in Pfälzer Kita: Dekanin bei Besuch „erschüttert“

Für 26 Kinder der Kita Vogelnest in Niederauerbach werden derzeit Plätze in anderen kirchlichen Kitas gesucht.
Für 26 Kinder der Kita Vogelnest in Niederauerbach werden derzeit Plätze in anderen kirchlichen Kitas gesucht.

Die Kita Vogelnest in Niederauerbach ist seit acht Tagen wegen Schimmelbefalls geschlossen. Die Dekanin sagt, sie sei erschüttert gewesen, als sie die Kita erstmals besuchte.

Für 26 Kinder der Kita Vogelnest in Niederauerbach werden derzeit Plätze in anderen kirchlichen Kitas gesucht. Seit Dienstag, 28. April, ist die Einrichtung wegen Schimmelsporen in der Luft geschlossen. Die Kinder werden momentan nicht betreut.

„Die Kinder der Kita Vogelnest sollen verteilt werden“, sagt Silke Gundacker, Dekanin des Kirchenbezirks Zweibrücken und Vorsitzende des protestantischen Kita-Verbunds Zweibrücken, zu dem auch die Kita Vogelnest gehört. Es sei nicht gelungen, alle 26 Kinder der Einrichtung als ganze Gruppe woanders unterzubringen; deshalb sei man momentan auf der Suche nach Plätzen in anderen Einrichtungen.

Noch kein Kind ist woanders unter

Maren Schmidt, kommissarische Geschäftsführerin des protestantischen Kita-Verbunds Zweibrücken, zu dem insgesamt 38 Kitas gehören, spricht von einem „laufenden Prozess“, in dem man sich befinde. Derzeit stünden die Kinder ohne Betreuung da; man habe noch kein Kind in einer anderen kirchlichen Einrichtung unterbringen können. Schmidt: „Wollen andere Einrichtungen weitere Kinder aufnehmen, muss die Betriebserlaubnis geändert werden.“

Dass die Kita bis auf Weiteres geschlossen bleibe, habe man den Eltern kommuniziert, so Schmidt. Dass das „keine leichte Situation für Kinder und Eltern“ sei, sei allen klar. Man arbeite mit Hochdruck an einer Lösung. Nicht nur die Kinder, auch das Personal der Kita Vogelnest sei von der Schließung betroffen, ergänzt Schmidt. In der eingruppigen Einrichtung sind 26 Kinder ab zwei Jahren bis Schuleintritt.

Gemeindehaus erfüllt nicht die Anforderungen

„Das Wichtigste ist, schnell was für die Kinder zu finden“, betont Gundacker. Die Niederauerbacher Presbyter hätten ihr Gemeindehaus angeboten, doch dieses erfülle nicht die für Kitas notwendigen Auflagen. Das Lützelhaus, in dem man zuvor schon Kinder habe vorübergehend unterbringen können, befinde sich in der Umbauphase und habe keinen Platz. Deshalb habe man sich jetzt für die Verteilung der Kinder entschieden.

Gundacker sagt, sie sei „erschüttert“ gewesen, als sie die Kita erstmals besuchte, nachdem Thorsten Gries, Stadtrat und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Niederauerbacher Vereine, auf die Misere aufmerksam gemacht hatte. Als das zuvor schon in Auftrag gegebene Gutachten die Belastung mit Schimmelsporen in der Luft zutage förderte, sei „allen klar gewesen, dass wir sofort schließen müssen“, erinnert Gundacker. Es sei nun aber „nicht damit getan, punktuell anzusetzen und zum Beispiel das Foyer zu streichen. Wir brauchen eine große dauerhafte Lösung“, so Gundacker.

Nächste Woche Treffen mit der Stadt

Das Problem: Wer soll diese Sanierung finanzieren? Die Landeskirche habe kein Geld, der Kita-Verbund ebenso wenig wie der Diakonissenverein, dem das Gebäude gehört, gibt Gundacker zu bedenken. Kommende Woche stehe ein „ergebnisoffenes Treffen mit der Stadt an“, kündigt Gundacker an. Man wolle sich „über die Sanierung und Alternativen unterhalten“.

Hatte Matthias Strickler, Pfarrer der protestantischen Kirchengemeinde Niederauerbach und Vorsitzender des Diakonissenvereins, zunächst von 20.000 Euro für eine Sanierung gesprochen, gehe er heute „von deutlich höheren Kosten aus“. In den letzten rund 20 Jahren hätten Diakonissenverein und Kirche „eine Summe von rund 150.000 Euro für bauliche Veränderungen in die Kita fließen lassen“, erinnert Strickler.

„Ein Traditionskindergarten, der über 100 Jahre alt ist“

Doch das Gebäude sei in die Jahre gekommen, weitere Sanierungen stünden an: Nun müsse nicht nur der Boden neu gemacht werden, auch die Heizung müsse repariert, sichtbarer Schimmel am Windfang beseitigt, Türen ersetzt und die Feuerleiter heutigen Normen angepasst werden, fasst Strickler zusammen. Der Geistliche verbindet mit dem Kindergarten auch Emotionen: „Das ist ein Traditionskindergarten, der über 100 Jahre alt ist. Es wäre schön, wenn man ihn erhalten könnte.“

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