Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Schüler bauen Nistkästen für den Naturschutzpfad

Die Schüler der Herzog-Wolfgang-Realschule plus bauen Vogelhäuschen.
Die Schüler der Herzog-Wolfgang-Realschule plus bauen Vogelhäuschen.

Im Werkraum der Herzog-Wolfgang-Realschule plus in Zweibrücken wird gesägt, geschliffen, gebohrt. 70 Nist- und Fledermauskästen sind schon fertig, weitere sollen folgen.

Die Jungs der Technikklasse von Stephan Hirsch an der Herzog-Wolfgang-Realschule plus, Standort Wackenstraße, sind kaum zu bremsen: An vier Werkbänken sind sie damit beschäftigt, Nist- und Fledermauskästen zu bauen. Es ist laut, Sägespäne fliegen. 70 Kästen sind schon entstanden, zwei Drittel für Fledermäuse, ein Drittel für Vögel. Später sollen noch Insektenhotels und Igel-Unterschlüpfe dazukommen.

Der Quereinsteiger Stephan Hirsch, der auf Lehramt umschult, möchte mit seinem Projekt „den Jugendlichen die Augen für die lokale Flora und Fauna etwas öffnen“, ihnen Alternativen zu Tiktok und Co. anbieten. Ihm tue es weh, wenn sie durch die Welt gehen und nichts kennen. Hirsch unterrichtet seit einem Jahr Technik und Mathematik an der Herzog-Wolfgang-Realschule plus. Etwas Sinnvolles zu schaffen, gebe den Schülern ein gutes Gefühl. Er hoffe, dass sie langfristig mit der Natur verbunden blieben. Auch um die Pflege der Kästen sollen sich die Schüler kümmern.

Projekt an nächste Generation übergeben

Der Herzog-Wolfgang-Naturschutzpfad soll von der Schule über den Rosengarten bis zu den Schrebergärten am Schwarzbach führen, kündigt Hirsch an. Am Anfang stand für die Achtklässler die Frage, welche Lebewesen und Vögel hier heimisch sind; Entwurf und Bau der Kästen folgten. Sie sollen mit Webcams ausgestattet werden, sodass zu sehen ist, was dort los ist, bestenfalls auf der Homepage der Schule. Geplant ist, dass die Schüler das Projekt in der neunten Klasse weiterbetreuen und bei ihrem Schulabschluss an die nächste Generation weitergeben, erklärt der 43-Jährige.

Leon, 14, findet es „sehr gut, dass man mit Freunden zusammen was arbeitet“. In den Wald gehe er nicht so viel, er spiele lieber Fußball. Gaspare hat früher schon einmal ein Vogelfutterhaus gebaut „und mit meinem Vater einen Storch aus Holz bei der Geburt meiner kleinen Schwester“, erzählt der 13-Jährige.

„Ein bisschen anstrengend, aber nicht so schwer“

Die Teile, die die Jugendlichen bearbeiten, sind „grob fertig“. Die Prototypen habe man anfangs selbst von Hand gesägt, dann aber festgestellt, dass das zu lange dauere. Die vorgefertigten Teile müssten noch abgeschliffen, angepasst, zusammengenagelt und mit einem Aufhänger versehen werden, fasst Hirsch zusammen. Das Holz hat der Umwelt- und Servicebetrieb Zweibrücken (UBZ) gesponsert, der Nabu die Vorlagen für Kästen zur Verfügung gestellt. Der UBZ-Mitarbeiter Heiko Wunderberg und die Nabu-Vorsitzende Miriam Krumbach, die sich das Geschehen vor Ort anschauen, sind „einfach nur beeindruckt von den Schülern“. Zu weiteren Kooperationen mit der Schule sei der Nabu bereit, sagt Krumbach auf Anfrage der Schule.

Auch der Ethik-Kurs hat Hand angelegt und einige Fledermauskästen gebaut. Die Jugendlichen befassen sich in ihrem Kurs mit Tierethik und Naturschutz. Halil, 13 Jahre alt, sagt: „Ich habe gelernt, wie viel Fledermäuse fressen, in welchen Wäldern sie wohnen und wo sie vorkommen.“ Den beiden 15-jährigen Mädchen aus dem Ethik-Kurs, Berfin und Tayyaba, hat es Spaß gemacht, die Häuser zu bauen. „Wir haben gelernt, wie sowas geht. Es ist ein bisschen anstrengend, aber nicht so schwer.“

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