Zweibrücken RHEINPFALZ Plus Artikel Sandra Rohde bringt den Zweibrückern das Westernreiten bei

Sandra Rohde (Mitte) erläuterte den Zuschauern beim Tag der offenen Tür die unterschiedlichen Westernreitweisen.
Sandra Rohde (Mitte) erläuterte den Zuschauern beim Tag der offenen Tür die unterschiedlichen Westernreitweisen.

Seit dem Frühjahr ist die Westernreiterin Sandra Rohde am Zweibrücker Landgestüt. Beim Tag der offenen Tür zeigte sie mit ihrem Team die Vielfalt des Westernreitens.

Seit April ist Sandra Rohde im Landgestüt Zweibrücken tätig. Die Pferdewirtin im Bereich Zucht und Haltung ist Westernreiterin und setzt einen neuen Akzent im 270 Jahre alten Zweibrücker Gestüt. Dort dominiert bislang die klassische englische Reitweise, wie man sie aus dem Dressur-, Spring-, Vielseitigkeits-, Rennreiten und weiteren Pferdesportarten kennt. „Ich bin hier richtig gerne. Die Leute sind total nett und offen, es ist ein schönes Miteinander mit dem Reitverein und den Voltigierern. Das funktioniert sehr gut“, erzählt sie.

Rohde ist Jahrgang 1975, sie stammt aus dem niedersächsischen Peine und absolvierte ihre Ausbildung zur Pferdewirtin im baden-württembergischen Heilbronn. „Ich bin schon viel rumgekommen“, sagt sie lachend. Zuletzt war sie in Kusel, wo sie beim Reit- und Fahrverein Reitschüler unterrichtete. Rohde ist Pferdephysiotherapeutin und -Akupunkteurin, sie ist Trainerin A nach den Richtlinien der Ersten Westernreiter-Union (EWU) und sie gehört zu den Professional Horsemen der Deutschen Quarterhorse-Vereinigung (DQHA). Außerdem verfügt sie über das bronzene Fahrabzeichen.

Lob für den Standort

„Ich bin mit drei eigenen Pferden und zehn bis zwölf Reitschülern hierhergekommen“, erzählt Rohde. Sie bietet im Landgestüt Westernreitunterricht für Anfänger und Fortgeschrittene an, unterrichtet aber auch die klassische englische Reitlehre. „Ich habe relativ viel Zulauf“, bemerkt sie mit Blick auf die Nachfrage in Zweibrücken. Das Landgestüt sei „ein guter Standort mitten in der Stadt, zu dem die Leute eher herkommen“, findet sie. „Mein Ziel im ersten Jahr ist es, mir einen großen Kundenstamm aufzubauen“, ergänzt Rohde und sieht sich auf einem guten Weg.

Sandra Rohde und ihre achtjährige Quarterhorsestute GH Dun Chepi.
Sandra Rohde und ihre achtjährige Quarterhorsestute GH Dun Chepi.

Sportlich musste Rohde, mehrfache Saarlandmeisterin im Westernreiten, kürzer treten. Sie war länger verletzt. „Wenigstens die Landesmeisterschaft wollte ich reiten“, berichtet sie, das hat aber nicht geklappt. Dass die Ebbe-Flut-Reitböden im Landgestüt nicht ideal für die Westernreiterei ist, weiß Rohde. „Auf den Böden kann ich keine Stopps reiten, mit den Spins muss man haushalten“, sagt sie mit Blick auf das schnelle Anhalten aus vollem Galopp und die schnellen Drehungen. Sie hofft, dass der Abreiteplatz des Reitvereins so hergerichtet werden kann, dass sie mit Westernpferden darauf trainieren kann.

Ein besonderer Auftritt in Aachen

Sandra Rohde und ihre Reitschüler waren schon vor dem Wechsel ins Landgestüt regelmäßig in Zweibrücken zu Gast, denn ihr SR-Showteam wurde immer wieder für Gala-Veranstaltungen gebucht. Das Showteam gibt es mittlerweile schon länger. „Entstanden ist das aus einem Weihnachtsreiten, als wir etwas mit LEDs gemacht haben“, erzählt sie. „Wir haben dann einige LED-Nummern gemacht, das ist immer ganz gut angekommen“, ergänzt sie. Dann hat sie sich mit ihrer Truppe für das Rahmenprogramm der Messe Eurocheval in Offenburg beworben, sie wurde genommen. Das Showteam startete mit einer Vierer-Quadrille und wuchs stetig. „Die Leute fanden, dass das gut ist“, bemerkt sie.

Das Öffnen und Schließen eines Gatters geht auch mit dem Pferd.
Das Öffnen und Schließen eines Gatters geht auch mit dem Pferd.

Der bisherige Höhepunkt für das Showteam waren die Auftritte beim Weltfest des Pferdesports, dem CHIO Aachen, im Sommer 2024. Dort ritten sie bei der Eröffnungsfeier im großen Reitstadion, nahmen am Umzug durch Aachen teil. „Es ist schon etwas Besonderes, wenn dir Tausende zujubeln“, erzählt sie. Mit Blick auf Aachen betont sie: „Das war das beste Reiterlebnis meines Lebens.“ Insbesondere der Auftritt bei „Pferd und Sinfonie“ im ausverkauften Dressurstadion, wo die acht Reiterinnen zu Filmmusik, die das Aachener Sinfonieorchester live spielte, eine Quadrille ritten, bleibt in Erinnerung. „Das war eine ganz besondere Atmosphäre“, sagt sie im Rückblick und schwärmt.

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